Gutachten zu den möglichen Auswirkungen eines Nationalparks im Nordschwarzwald von Prof. Dr. habil. Wolfgang Tzschupke

Die Befürworter eines Nationalparks im Schwarzwald führen für die Einrichtung eines solchen Großschutzgebietes insb. oft folgende Gründe an:

Ein Nationalpark sei unverzichtbar für den Schutz der Biodiversität; ein Nationalpark sei ein wichtiger Motor für den Tourismus und die Regionalwirtschaft und außerdem würden internationale Verpflichtungen uns zur Einrichtung von Nationalparken zwingen.

Geht man diesen Argumenten jedoch ein wenig auf den Grund, so wird bald erkennbar, dass alle diese Argumente einer fachlichen Prüfung nicht standhalten, sondern nur der Irreführung der Öffentlichkeit dienen.

Genaueres hierzu können Sie dem angeschlossenen Gutachten von Prof. Dr. Tzschupke aus Freudenstadt entnehmen.

Auszug:

23. Mai 2011 – Der Nordschwarzwald ist die einzige Region Baden-Württembergs, die alle Kriterien für die Einrichtung eines Nationalparks erfüllt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen wissenschaftlichen Studie des Naturschutzbundes NABU. Darin ließ der NABU anhand internationaler Kriterien alle Regionen des Landes auf ihre Nationalparktauglichkeit untersuchen. „Nur der Nordschwarzwald verdient es, die Krone der höchsten Schutzgebietskategorie zu tragen. Die Zeit ist reif für den ersten Nationalpark unseres Landes und jetzt ist auch klar, wo er entstehen kann: im Nordschwarzwald. Bürger, Kommunen, Unternehmer, Verbände und die Landesregierung sollten jetzt einen ergebnisoffenen Dialog starten und gemeinsam einen ersten Nationalpark mit all seinen Chancen und Risiken für die Region einrichten“, sagte der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann.

Mit dieser im Internet veröffentlichten Presseerklärung stellte der Naturschutzbund Baden-Württemberg (Nabu) die Ergebnisse seiner Untersuchung „Naturschutzfachliches Screening nationalparktauglicher Gebiete in Baden-Württemberg“ vor, mit welcher dieser Verband seine Forderung nach Errichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald begründet. Mit der Aufnahme des Ziels der Errichtung eines Nationalparks in ihre Koalitionsvereinbarung versucht die 2011 neu gewählte grün-rote baden-württembergische Landesregierung dieser Forderung nachzukommen.4 Sie hat hierzu ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die zahlreichen Fragen untersuchen und beantworten soll, die mit der Umsetzung dieses Projektes verbunden wären. Angeblich sei der Entscheidungsprozess ergebnisoffen, wie von Seiten der Landesregierung immer wieder betont wird. Im Widerspruch hierzu steht aber, dass die Vertreter und Beauftragten des zuständigen Ministeriums in den letzten Monaten in der Region nach eigenen Aussagen über 100 Veranstaltungen durchgeführt haben, um die Öffentlichkeit von den vermeintlichen Vorteilen eines Nationalparks zu überzeugen. Dies lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass es für die Landesregierung keine offenen Fragen mehr gibt oder dass die Ergebnisse des Gutachtens für die politische Entscheidung irrelevant sein werden, selbst wenn das Gutachten die Errichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald in Frage stellen würde.

Bei der Errichtung eines Nationalparks nach internationalen Kriterien  gibt es in der Tat, wie Baumann bemerkte „Chancen und Risiken“. Doch um welche Chancen und Risiken ginge es bei einem Nationalpark Nordschwarzwald, was müsste die Bevölkerung von einem solchen Großschutzgebiet erwarten? Was ist überhaupt ein Nationalpark? Hierauf soll mit den folgenden gutachtlichen Ausführungen eine Antwort versucht werden.

Das Dokument steht hier zum Download bereit.

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