Forderungen an die Grün-Rote Landesregierung

Der Verein Unser Nordschwarzwald e. V.  fordert die Grün-Rote Landesregierung Baden Württembergs auf, vom Vorhaben der Einrichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald abzusehen und stattdessen …

  1. den durch die damalige Landesforstverwaltung vor über 30 Jahren begonnenen und vom heutigen landeseigenen Forstbetrieb, Forst BW weitergeführten Waldumbau vom fichtendominierten Wald, hin zum Bergmischwald, konsequent fortzusetzen,

  1. die 129 in Baden Württemberg bereits bestehenden Bannwälder mit einer derzeitigen Gesamtfläche von knapp 9.000 Hektar maßgeblich zu erweitern, um den Anforderungen der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt gerecht zu werden,
  1. weitere Bannwälder in Wäldern innerhalb der unterschiedlichen Waldgesellschaften und Regionen unseres Landes auszuweisen, um dem Wunsch der Bevölkerung nach ungestörter Natur gerecht zu werden,
  1. den Alt- und Totholzanteil im landeseigenen Wald Baden-Württembergs im Rahmen des bereits im Jahr 2009 eingeführten Alt – und Totholzkonzeptes weiter zu erhöhen,
  1. den regionalen Tourismus durch die Einrichtung von weiteren naturnahen Erlebnisgebieten im Rahmen des seit 1998 bestehenden Naturparks Schwarzwald Mitte /Nord stärker zu fördern.

 Außerdem ermuntern wir die Landesregierung …

  1. ein gezieltes Informations- und Förderprogramm für Kommunal- und Privatwaldbesitzer durchzuführen, um deren Engagement zu verstärken, den Alt- und Totholzanteil in ihren Wäldern zu fördern und gezielte Habitatpflegemaßnahmen für gefährdete Arten langfristig durchzuführen,
  1. die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf Ökologie und Naturschutz durch die Einrichtung weiterer Naturschutzzentren zu unterstützen. Ein Naturschutzzentrum zum Beispiel in Herrenwies (Forbach) wäre ein geografisches Bindeglied zwischen Kaltenbronn und Ruhestein.

Wir schlagen der Landesregierung ferner vor …

  1. Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine engere Zusammenarbeit zwischen den Tourismusregionen Südschwarzwald, Mittlerer und Nördlicher Schwarzwald ermöglichen um den Schwarzwald insgesamt als Tourismusdestination zu stärken,
  1. die Biotoppflegemaßnahmen in für Auerhühner geeigneten Lebensräumen, insbesondere im Bereich der Hochlagen der Region, konsequent fortzuführen, um den Erhalt der Auerhuhnpopulation langfristig zu sichern,
  1. die Energiewende durch eine auch in die Zukunft reichende Versorgung unserer Region mit dem wertvollen, nachwachsenden und ökologisch produzierten Rohstoff Holz sicherzustellen.

Fazit

  • Für die hier genannten Forderungen, Ermunterungen und Vorschläge ist die Einrichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald nicht notwendig.
  • Die Vielschichtigkeit der Betrachtungen garantiert allen Akteuren ein Höchstmaß an Flexibilität für die Weiterentwicklung der Suchraumregion im Nordschwarzwald und darüber hinaus.
  • Die Sicherung der Forderungen von Interessengruppen ist weitgehend berücksichtigt.
  • Die Finanzierung einzelner Maßnahmen kann schrittweise oder modular erfolgen. Förderungen können gezielt und in Abstimmung mit den Zielvorgabenschwerpunkten zeitlich unabhängig vergeben werden.
  • Die Umsetzung einzelner oder mehrerer Projekte kann dynamisch oder statisch erfolgen.

Und alles mit Zustimmung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger der Region – nicht gegen sie.