NEIN zur Vernichtung von Volksvermögen

Allein der aktuelle Holzvorrat auf einer mit 7.500 Hektar Größe geplanten Kernzone des Nationalparks hat einen Marktwert von 200 Millionen Euro. Zusätzlich kostet ein Nutzungsverzicht den Steuerzahler jährlich mindestens weitere 4 Millionen Euro. Dies ist verantwortungslos und grob fahrlässig gegenüber unseren Kindern.

Vertiefung


Abbildung von Euro Banknoten

24% der Waldfläche in Baden-Württemberg sind Staatswald, also im Besitz des Landes. Diese Flächen stellen einen erheblichen Wert dar und sind Teile unseres  Volksvermögens. Befeuert durch die Krise an den Finanzmärkten sind Waldflächen  sehr gesucht. Durch eine Flucht in Sachwerte ist der Marktwert von Waldflächen in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Nachfrage nach Waldflächen übersteigt bei Weitem das Angebot. Für einen möglichen Nationalpark ist eine Fläche von 10.000 Hektar in der Diskussion. Ein Verkauf von 10.000 Hektar Staatswald würde bei einem unterstellten Marktwert von 20.000,00 € je Hektar einen Erlös von 200.000.000,00 € einbringen. Der Wert von 20.000,00 € je Hektar stellt die Preisuntergrenze bei derzeitigen Waldverkäufen dar. Experten gehen davon aus, dass die Marktwerte für Waldflächen langfristig weiter ansteigen werden.

Durch Ausweisung eines Nationalparks wird der Marktwert für diese Flächen mit einem Schlag auf 0,00 € reduziert. Hier soll nicht der Verkauf von Staatswaldflächen propagiert werden. Von den Befürwortern wird prognostiziert, dass die Einrichtung eines Nationalparks ökonomische Vorteile und eine erhöhte Wertschöpfung für die Region bedeuten würde. Ohne die Berücksichtigung des Waldwertes ist eine Gesamtrechnung der finanziellen Vor- und Nachteile eines Nationalparks unvollständig!

Eine Berechnung des Wertes des aktuellen Holzvorrates kommt zu einem ganz ähnlichen Ergebnis: Der Holzvorrat beträgt im Durchschnitt ca. 300 Festmeter verkaufbare Masse je Hektar. Auf 7500 Hektar Kernzone sind dies 2.250.000 Festmeter. Der Durchschnittserlös beträgt bei derzeitigen Marktpreisen (September 2011) ca. 85,00 € je Festmeter. Hiervon abgezogen werden müssen die Kosten für die Holzernte von ca. 20,00 € je Festmeter. Der Erlös je Festmeter beträgt nach Abzug der Erntekosten also ca. 65,00 €. Für 2.250.000 Festmeter ergibt sich hieraus ein Wert von 146.250.000,00 €. Hochgerechnet auf 10.000 Hektar sind dies 195.000.000,00 €.

Zum Wert des aktuell vorhandenen Holzvorrates addiert sich noch der Wert des jährlichen Holzzuwachses. Bei einer nachhaltig nutzbaren Holzmenge von 8 Festmeter je Hektar ergibt dies in einer 7.500 Hektar großen Kernzone eine Menge von 60.000 Festmeter im Jahr. Bei einem Erlös von 65,00 € je Festemeter beträgt der Erlösausfall durch Nutzungsverzicht 3.900.000,00 € je Jahr.

Die Berechnungen beziehen sich auf Durchschnittswerte der Wälder unserer Region. Eine Reduktion der nutzbaren Holzmenge (aufgrund bestehender Schutzgebiete) ist nicht berücksichtigt, da eine Abgrenzung eines möglichen Nationalparks nicht vorliegt.

In dieser Aufstellung der Kosten für einen möglichen Nationalpark sind die Kosten für Erstinvestitionen in die Infrastruktur, die Kosten für die laufende Unterhaltung und die Personalkosten noch nicht berücksichtigt.

Von Befürwortern des Nationalparks wird gerne das Argument angeführt, dass Baden-Württemberg ein reiches Land sei und wir uns einen Verzicht auf diese Werte und Einnahmen leisten können:

Der Schuldenstand allein des Landes Baden-Württemberg betrug  am 31.12.2009
41.688.663.000,00 € (Statistisches Landesamt).