NEIN zur Errichtung zusätzlicher Bürokratie

Die Errichtung eines jeden Nationalparks erfordert eine eigene Organisationsstruktur und schafft so ein hohes Konfliktpotenzial mit Gemeinden, Bürgern und Vereinen. Das ist nicht zeitgemäß und verursacht jährlich zusätzliche Kosten in Millionenhöhe.

Vertiefung


Bildquelle: aboutpixel.de / Stempel © Ralph Müller

Ein Nationalpark organisiert sich durch eine eigene Verwaltung.
Die Dienst- und Fachaufsicht obliegt dem zuständigen Ministerium. Die Nationalparkverwaltung besteht aus einem Leiter, dessen Stellvertreter und weiteren Mitarbeitern.
Es wird eine Nationalparkwacht gebildet, mit sogenannten Rangern, die für die Einhaltung der Vorschriften im Nationalpark zuständig sind. Ein Beispiel aus einem bestehenden Nationalpark:

Im Jahr 2009 sprachen die Ranger des Nationalparks Bayerischer Wald 1.851 Belehrungen aus und stellten 118 Strafanzeigen.

Die Nationalparkverwaltung ist für alle Belange, die den Nationalpark betreffen, zuständig, für die Ausarbeitung des Nationalparkplans und die Durchsetzung der im Plan vereinbarten Ziele.

Die Landräte und Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sind als Mitglieder eines Beirats lediglich Unterstützung der Nationalparkverwaltung und werden angehört. Beschlüsse dieses Beirats sind für die Nationalparkverwaltung nicht bindend.

Die Gemeinden verlieren ihre Planungshoheit.

In einem Nationalpark haben die Belange des Naturschutzes grundsätzlich Vorrang vor allen anderen Interessen. Die Entscheidungskompetenz allein der Nationalparkverwaltung zu überlassen, birgt sehr hohe Risiken.

Was steht einer Vergrößerung des vorerst mit 10.000 ha geplanten Nationalparks Nordschwarzwald nach einigen Jahren im Wege? Auch heftige Proteste der  Bevölkerung im Bayerischen Wald konnten eine Erweiterung trotz schon vorhandener riesiger Borkenkäferflächen nicht verhindern.

Zu viel Kompetenz der Nationalparkverwaltung wird auch dazu führen, dass jedes Zugeständnis, das nicht dem Nationalparkgedanken entspricht  „Natur, Natur sein lassen“, hart umkämpft sein wird. Vor allem, weil Naturschutzverbände mit aller Macht auf die Einhaltung dieser Zielsetzung hinwirken werden.

Als Beispiel sei die harsche Kritik des NABU Nordrhein Westfalens an der Verwaltung des Nationalparks Eifel 2009 angeführt. Die fortgesetzte Jagd auf Hirsche und Rehe, die mangelnde Besucherlenkung und Wegekontrolle, die geplante Anlage eines Wisentgeheges im Nationalpark sei ein „eklatanter Widerspruch zum Nationalparkgedanken“. Es fehlten „klare Vorgaben, die der Natur im Nationalpark absoluten Vorrang vor jeglichen anderen Interessen einräumten.“

Nach Einrichtung eines Nationalparks ist das Konfliktpotenzial zwischen betroffenen Gemeinden/Städten/Bürgern auf der einen Seite, der Nationalparkverwaltung und den Naturschutzverbänden auf der anderen Seite sehr hoch.

Es ist zu befürchten, dass die von einem Nationalpark Nordschwarzwald betroffene Region auf unabsehbare Zeit nicht mehr zur Ruhe kommt

Quellen:

wikipedia.de (1.851 Belehrungen…)
Verordnung über den Nationalpark Bayerischer Wald

http://nrw.nabu.de/themen/nationalparke/eifel/05919.html