JA zum Tourismus

Sowohl der große Andrang von Besuchern als auch deren Kaufkraft – wie für Nationalparks erwartet – sind spekulativ und nicht belegbar. Urlauber erwarten grüne zusammenhängende Wälder, spannende Freizeitangebote, gastronomische Vielfalt und attraktive Übernachtungs- bzw. Aufenthaltsmöglichkeiten. Der Nordschwarzwald, als eine der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands, ist hierfür bestens gerüstet und hervorragend aufgestellt.
Vertiefung

Abbbildung eines Schilderbaumes mit vielen Wanderrouten

Wir schreiben das Jahr 2011.
Der Nordschwarzwald ist ein beliebtes Urlaubs- und Ausflugsziel.
Ohne Nationalpark ist insbesondere das Gebiet in und um den siebzehntausend Hektar großen „Suchraum“ ein beliebtes und bekanntes Touristenziel.

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ist bestens etabliert – auch über die Grenzen des Schwarzwaldes hinaus. Als Ziel von Urlaubern, sei es für Wellness-, Wander- oder Familienurlaub, kann man sich hier sehen lassen. Weit über die Region hinaus bekannt, gibt es Anziehungspunkte. Die Attraktivität für Übernachtungsgäste und für Tagesausflügler wird unterstützt durch Angebote wie Erlebnispfade, Bärenpark, Mummelsee, Thermen, Wanderwege, ….

Wieso sollte für den Gast ein „Nationalpark Nordschwarzwald“ anziehender sein als ein Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord? Für die meisten Bürger sind Unterschiede zwischen den Begriffen nicht geläufig, beide suggerieren für ihn die „heile“ Natur.

Es soll nicht verschwiegen werden: Es gibt natürlich auch den „nationalparkbewussten“ Gast; der tatsächlich aufgrund des „Prädikats“ Nationalpark anreist. Hierzu bemerkenswerte Ergebnisse einer Studie, die deutsche Nationalparks untersuchte*:

Normale Tagestouristen geben täglich i.D. 25 € pro Tag aus. „Nationalparkbewusste“ Tagestouristen hingegen nur 11.– € pro Tag. Im Übernachtungsbereich ähnlich: 47 € versus 95 €. Eine weitere Erkenntnis: Nennenswerter Zuwachs der touristischen Wertschöpfung ist nur dort zu verzeichnen, wo eine schwache touristische Ausgangslage vorlag.

Es stellt sich die Frage,

soll im „Rucksacktourismus“ in der Peripherie einer „Waldwildnis Nationalpark“ eine touristische Zukunft für unsere Region liegen?

Kann sich unter den Vorgaben eines Nationalparks eine bereits gewachsene, heute erfolgreiche, touristische Infrastruktur noch weiterentwickeln?

Ganz unabhängig von den Auswirkungen möglicher Borkenkäfer-Szenarien auf das Landschaftsbild in den (heute noch grünen) geliebten Wäldern.

Es bleibt festzuhalten:
Ein geplanter Nationalpark Nordschwarzwald braucht den Tourismus.
Der Tourismus braucht aber keinen Nationalpark.

*Roland Berger Strategy Consultans, 2010: „Konzeption und Wirtschaftlichkeit des Teutoburger Wald/Eggegebirge“