JA zum Schutz seltener Arten

Die Natur sich selbst zu überlassen – wie für Nationalparks gefordert – bedeutet nicht automatisch biologische Vielfalt. Die über Jahrhunderte bewährte Kombination aus bewirtschafteten strukturreichen Wäldern mit Totholz und gepflegten Habitatflächen sorgt für mehr Artenreichtum. Im Nordschwarzwald ist der Schutz von seltenen Arten umfassend geregelt.

Vertiefung


Abbildung weibliches Auerwild

Was hat ein Nationalpark dem Artensterben entgegenzusetzen?
7.500 ha Selbstregulation?
Großflächiger Nutzungsverzicht („Natur –  Natur sein lassen“) im Wald ist nicht gleichzusetzen mit Artenschutz und biologischer Vielfalt!
Der Verzicht auf Waldbewirtschaftung wird die derzeitigen Lebensräume verändern.
Einige Arten profitieren davon, für andere Arten hingegen verschlechtern sich die Bedingungen. Die Ausweisung eines großen Schutzgebietes führt nicht „automatisch“ zu einer höheren Artenvielfalt, sondern lediglich zu einer Verschiebung des Artenspektrums.

Im bewirtschafteten Wald können gezielt Maßnahmen zur Erhaltung, Pflege und Förderung gefährdeter Arten, wie zum Beispiel dem Auerhuhn, ergriffen werden.
Der Schutz nahezu aller vorhandenen Arten ist im landeseigenen Wald in Baden -Württemberg durch umfassende Konzepte gegeben. Die Kombination aus bewirtschafteten Wäldern mit vielfältigen Strukturen, ausreichenden Totholzanteilen und kleinflächig unbewirtschafteten Bereichen ist mit Blick auf die Artenvielfalt sehr viel effektiver als große Stilllegungsflächen.
Solche Wälder kommen zudem der Vorstellung der Waldbesucher von „Urwald und Wildnis“ deutlich näher – und liefern auch noch weiterhin den wichtigen Rohstoff Holz!

Fakt ist, dass sich Arten meist nicht an die theoretischen Waldschutzmodelle halten und dass ein Naturschutz in Form einer „Käseglocke“ nicht funktioniert. Daher müssen wir weiterhin dynamisch und aktiv auf die verschiedensten Ansprüche der seltenen heimischen Tier- und Pflanzenarten reagieren können!

Wer das „die Natur sich selbst überlassen“ zur heiligen Kuh erklärt, muss auch ehrlich sagen, was dabei rauskommt: Im Zweifelsfall wird denn eben der Auerhahn nicht nur, wie jetzt schon, vom – ebenfalls geschützten – Habicht, sondern auch noch vom Luchs gefressen. Und wenn die Jagd im Nationalpark – da dringend notwendig –  durch ein „Wildtiermanagement“ ersetzt wird, ist dies Augenwischerei und hat nichts mit der viel gepriesenen Selbstregulation zu tun.

Die Ausweisung von Großschutzgebieten in unserer Region ist eher ein Ablasshandel als eine Lösung für globale Probleme. Wildnis muss man dort erhalten, wo es sie gibt und wo ihre unwiderrufliche Zerstörung droht!

Hier in unserem bisher für die vorkommenden Arten sehr hochwertigen Nordschwarzwald eine neue „Pseudowildnis“ zu erschaffen, birgt zu viele Gefahren für die vorhandene Artenvielfalt.