JA zum Menschen

Das Betretungsrecht des Waldes massiv einzuschränken – wie für Nationalparks gefordert – bedeutet für die Menschen den Entzug ihrer Identität! Der Nordschwarzwald besteht aus Wald, Siedlung und Industrie. Dieser Wald dient vielen Menschen als Erholungs-, Freizeit- und Nutzungsraum. Einheimische sehen „ihren“ Wald als prägenden und wichtigen Teil ihrer Heimat, der auch für ihre Versorgung und Lebensqualität eine wichtige Rolle spielt.

Vertiefung


Menschen am Sankenbachsee

Im Nordschwarzwald leben die Bürger die „Nachhaltigkeit“ aus dem Walde schon seit Jahrhunderten. Der Bezug des regionalen Holzes, der regionalen Produkte vor der Haustür (hier: aus dem Wald) ist für viele Bürger nicht nur „Lifestyle“ sondern seit Generationen übertragene Tradition und reine Selbstverständlichkeit. Die Rohstoffe vor der Haustüre „verkommen“ zu lassen, Holz nicht mehr zu ernten (das ja nachwächst!) stößt mit Recht auf Unverständnis. Auch wenn noch keine klaren Vorgaben im Raum stehen. Ein Nationalpark bringt mit Sicherheit gravierende Veränderungen dahingehend, wer wann und wo im Wald unterwegs sein darf.

Mehrwert?

Im Nordschwarzwald werden schon seit Jahrhunderten Beeren und Pilze gesammelt, verarbeitet und gegessen – Brennholz wird für den heimischen Ofen aufbereitet und in nächster Nähe verwendet.
Durch die vielfältigen Nutzungen der heimischen Bürger, die den Wald zu keiner Zeit ausgebeutet haben – auch durch die Schutzbemühungen, die die Bürger gerne mitgetragen und vorangetrieben haben – hat sich der Nordschwarzwald zu dem entwickelt, was er heute ist. Bedarf es nun eines neuen Konzeptes, da das alte schlecht war? Die „Perlen“, wie z. B. die Karseen, Hochmoore, seltene Arten wie der Auerhahn, haben sich all die Jahre hervorragend im Zusammenspiel von Nutzung, Schutz und Landeskultur zu dem entwickelt, was sie heute sind.

Sicherlich, „nur“ mit Naturschutzgebieten, Bannwäldern oder Vogelschutzgebieten spielt man nicht mit in der oberen „Naturschützer- Liga“ Deutschlands oder sogar von internationalem Rang. Hier müsste schon ein Nationalpark her.
Ist es notwendig, einen großen Teil der heimischen Bevölkerung für ein „Prestigeprojekt Nationalpark“ derart vor den Kopf zu stoßen, einzuschränken und zu belasten?

Aus unserer Sicht: Nein.