Totholz und Artenvielfalt

Dass mehr Totholz im Wald die Artenvielfalt erhöht, ist unbestritten. Allerdings steigt die Artenzahl bei mehr als 30 bis 60 m³ Totholz pro Hektar nur noch langsam. Laut Bundeswaldinventur von 2002 befinden sich in baden-württembergischen Wäldern durchschnittlich etwa 20 m³ Totholz pro Hektar. Die Umsetzung des Alt- und Totholzkonzeptes von ForstBW steht allerdings noch am Anfang. Ziel dieses Konzeptes ist aber nicht, eine bestimmte Menge an Totholz zu erreichen, sondern im gesamten Wald Kleinbestände und Baumgruppen auszuwählen, zu markieren und sie dann ihrer natürlichen Entwicklung, Alterung und Zersetzung zu überlassen. Durch die Kombination unterschiedlich großer Flächen und Gruppen sollen auf der ganzen Waldfläche verteilt Zentren mit uralten und absterbenden Bäumen, seltenen Einzelbaumstrukturen und größeren Mengen an stehendem und liegendem Totholz entstehen. Die Auswahl der Flächen orientiert sich u. a. an bekannten Vorkommen seltener und geschützter Arten, an noch vorhandenen sehr alten Wäldern sowie an wichtigen Habitatstrukturen und berücksichtigt zum Beispiel auch Aspekte der Verkehrssicherung und Arbeitssicherheit. In fichtendominierten Beständen werden aus Gründen des Waldschutzes oft Baumgruppen mit nur geringem Fichtenanteil ausgewählt. Mit der Umsetzung des Alt- und Totholzkonzeptes soll zusätzlich zu den schon bestehenden Bannwäldern auf 7 % der gesamten Staatswaldfläche die Natur sich selbst überlassen bleiben, was sicherlich sinnvoller ist als die Anhäufung von Fichten-Totholz in einem Nationalpark.