Liebe Leser/innen,

Sie werden sich sicher fragen, was sind die Motive des Vereins Unser Nordschwarzwald e.V., dass wir dieses „Online-Schwarzbuch“ geschrieben haben?

Wir wollten eine Dokumentation über die Vorgänge rund um die Schaffung des Entwicklungsnationalparks Nordschwarzwald sowohl für unsere Mitglieder, aber auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger erstellen.

Unsere Erfahrung ist, dass die Vorgehensweise der Politik nicht mit deren selbstgesteckten Ansprüchen übereinstimmt. So wurde und wird zwar viel über eine „Politik auf Augenhöhe“ gesprochen, leider sieht die Realität jedoch anders aus. Eine Politik auf Augenhöhe muss ergebnisoffen sein, dies war jedoch nicht der Fall. Der Öffentlichkeit gegenüber wurde zwar der Anschein erweckt, dass es so sei, jedoch entsprach dies zu keinem Zeitpunkt der gelebten Realität. So ließ die Landesregierung ein angeblich neutrales Gutachten zum Entwicklungsnationalpark Nordschwarzwald erstellen, mit welchem suggeriert wurde, dass ein Entwicklungsnationalpark Nordschwarzwald alternativlos sei. Bei keinem der Auftritte der verantwortlichen Politiker, in keinem Medienbericht, wurde erwähnt, dass es nie die Aufgabe der Gutachter war, zu untersuchen was wirklich am besten für die Natur, die Artenvielfalt und das Klima ist. Dies wurde nicht gesagt oder berichtet, obwohl es sogar so im Gutachten unter Punkt 1.3. steht:

„Das Ziel der Landesregierung Baden-Württembergs ist es, die Einrichtung eines Nationalparks durch ein solides Gesamtgutachten zu unterstützen“.

Dass ein nicht unerheblicher Teil der „Experten“, die dieses Gutachten erstellt haben, gleichzeitig in irgendeiner Form beim Staat angestellt sind oder von diesem bezahlt werden, verbesserte die Unabhängigkeit, die Ergebnisoffenheit auch nicht gerade.

Unsere Argumente, gegen den Entwicklungsnationalpark, wurden beiseite gewischt. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es die Hauptaufgabe der Gutachter war, unsere Argumente zu relativieren, kleinzureden.

Das Positionspapier der Förster wurde sowohl von den Politkern und den Behördenvertretern, als auch von den Medien totgeschwiegen.

Als wir als Verein aufgrund der Tatsache, dass unsere Argumente überhaupt nicht ernst genommen wurden, mehr auf Emotionen setzten, behauptete ein Großteil der Politiker und der Medien, „wir hätten keine Argumente und würden nur auf Emotionen setzen“ und bezeichneten uns gleichzeitig noch als „radikale, fundamentalistische, militante und sich fanatisierte Nationalparkgegner“.

Die grün-rote Landesregierung wollte den Entwicklungsnationalpark unter allen Umständen, deshalb gab es auch keine Ergebnisoffenheit. Wenn man um jeden Preis einen Entwicklungsnationalpark will, um seine Wählerklientel und die Lobbyisten der Naturschutzverbände zu befriedigen, dann gibt es natürlich auch keine Alternative zu einem Entwicklungsnationalpark.

Wenn es der grün-roten Landesregierung wirklich um das Beste für die Natur, die Artenvielfalt und das Klima gegangen wäre, dann hätte es sehr wohl Alternativen gegeben. Dies zu untersuchen, war jedoch gar nicht die Aufgabe der Gutachter.
Um das Ziel Entwicklungsnationalpark zu erreichen, schreckten auch einige der politisch Verantwortlichen nicht davor zurück, ihre Zusagen zu brechen, den Bürgerwillen zu ignorieren.
Das Prestigeobjekt Entwicklungsnationalpark war und ist ihnen wichtiger als Umwelt- und Klimaschutz, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit.

Dies alles werden wir anhand von Zitaten und Fakten nachfolgend belegen.

Februar 2016
Verein
Unser Nordschwarzwald e.V.