Als Repräsentant des NABU und Cheflobbyist der Naturschutzverbände hat sich Herr Baumann immer wieder mit diversen fragwürdigen und auch widersprüchlichen Aussagen in Szene gesetzt.

Einige Kostproben:

Am 21.10.2008 konnte man in der Badischen Zeitung anlässlich einer Feier zum zehnjährigen Bestehen des Naturschutzzentrums Ruhestein und des 70-jährigen Bestehens des Naturschutzgebiets Schliffkopf unter der Überschrift „einen Nationalpark gebe es nur auf Wunsch aus der Region“ folgende Aussage von Herrn Baumann lesen:
Gegen einen solchen (National)Park sprach sich selbst André Baumann aus, Landesvorsitzender des Naturschutz-Bundes (NABU) und damit jener Organisation, die vor zehn Jahren am eifrigsten den Nationalpark-Gedanken vorangetrieben hatte. Baumann sah im Gegenteil die Ziele des Naturschutzes auf dem Ruhestein weitgehend erfüllt.
http://www.badische-zeitung.de/achern/wir-braeuchten-mehr-ruhesteine-in-unserem-land–6724357.html

2011, nach dem Regierungswechsel, forderte der NABU jedoch wieder einen Nationalpark. Seine Aussage von 2008 hatte Herr Baumann offensichtlich inzwischen vergessen.
Am 02.04.2013 berichtete der Schwarzwälder Bote, dass Herr Baumann versichert hat, die Einrichtung des Nationalparks „solle im Einverständnis mit den Menschen geschehen“. Zu diesem Zeitpunkt glaubte er wahrscheinlich noch selbst an die Richtigkeit der angeblich repräsentativen Umfragen, die im Auftrag von verschiedenen Naturschutzverbänden durchgeführt wurden. Diese Ansicht änderte sich jedoch schlagartig, als die Ergebnisse der Bürgerbefragungen in den sieben Gemeinden vorlagen, in denen am 12.05.2013 Abstimmungen durchgeführt wurden. Seitdem versucht er mit relativierenden Aussagen und sprachlichen Winkelzügen die Öffentlichkeit zu täuschen. So konnte man z. B. auf der Seite: http://www.nationalparknordschwarzwald.de/wb/ (13.05.2013) folgende Aussage von ihm lesen: „Dass sich Bürgerinnen und Bürger einzelner Gemeinden gegen den Nationalpark ausgesprochen haben, bedauere ich“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann. Andererseits hätten sich andere Kommunen, die in der aktuellen Umfrage nicht berücksichtigt wurden, bereits deutlich für einen Nationalpark ausgesprochen. Diese Ergebnisse zeigen also: Das Resultat einzelner Bürgerbefragungen lässt sich nicht auf die gesamte Region oder gar auf ganz Baden-Württemberg übertragen. Bürgerbefragungen stellen nur ein Mosaiksteinchen in der Gesamtbewertung des Projektes dar“.

Soweit die Aussage von Herrn Baumann. Es ist schon frappierend, wie schnell manche Menschen ihre Aussagen revidieren, wenn ihre Ansicht nicht mit der vorher angenommenen Mehrheitsmeinung übereinstimmt. Dann interessiert plötzlich die Meinung der Bürger hier vor Ort nicht mehr, diese ist dann nur noch ein „Mosaiksteinchen“. Es ist übrigens auch nicht so, dass sich nur die Bürger „einzelner Gemeinden“ gegen den NLP ausgesprochen haben, denn gegen den NLP haben sich die Bürger aller(!) Gemeinden ausgesprochen in denen die Bürger gefragt wurden! Außerdem erweckt auch Herr Baumann den falschen Eindruck, als ob noch in weiteren Gemeinden Abstimmungen durchgeführt worden seien und die Bürger dieser Gemeinden sich für einen Entwicklungsnationalpark ausgesprochen hätten. Geht es noch heuchlerischer?
http://baden-wuerttemberg.nabu.de/themen/biosphaerengebietundnationalpark/nationalpark/16772.html

Nach der Abstimmung in Oppenau, die am 28.07.2013 als achte Gemeinde eine Bürgerbefragung durchgeführt hat, kam er natürlich noch mehr in Erklärungsnot. Anstatt nun anzuerkennen, dass ein Entwicklungsnationalpark von der betroffenen Bevölkerung nicht gewünscht wird, versuchte er wieder, nach inzwischen altbekanntem Muster, das Ergebnis zu relativieren, die Bevölkerung zu täuschen. So konnte man auf dem Internetauftritt des NABU
http://www.lifepr.de/inaktiv/nabu-landesverband-baden-wuerttemberg/NABU-Buergerbefragungen-duerfen-nicht-ueberbewertet-werden/boxid/427012 folgendes lesen: Der NABU warnt vor einer zu starken Bewertung der Ergebnisse der Bürgerbefragungen einzelner Gemeinden. „Viele Gemeinden haben bereits laut ‚Ja‘ zum Nationalpark gesagt und manche bieten sogar eigene Waldflächen für den Nationalpark an“, sagt Baumann. „Die Region des Nordschwarzwalds steht hinter dem Projekt, auch wenn einzelne Gemeinden den Nationalpark ablehnen.“ Dies hätten mehrere repräsentative Umfragen eindeutig ergeben, die unabhängig voneinander durchgeführt worden sind. „Bürgerbefragungen sind in den Gemeinden durchgeführt worden, in denen die Ablehnung des Nationalparks mit den Händen greifbar und Bürgerbefragungen für die Nationalparkgegner hilfreich waren.“

Auch die Zeitungen, z.B. der Schwarzwälder Bote (24.07.2013), zitieren ihn mit den Worten: „…die aktuellen Befragungen würden nur einen Bruchteil der Region abbilden und seien von den Gegnern gezielt da angestrengt worden, wo sich der Widerstand konzentriert“.
Diese Aussagen von ihm hatten natürlich, wieder einmal, mit der Realität nichts zu tun. Denn die Befragungen wurden da durchgeführt, wo die Menschen betroffen sind und die Verwaltungen bei den Befragungen mitgemacht haben! Am Beispiel von Oppenau konnte man sehen wie die Befürworter, plötzlich feststellend, dass ihre „repräsentativen Umfragen“ nichts wert sind, versucht haben, diese weitere Befragung zu verhindern. Die Befragungen der 50.000 Bürger in den acht Gemeinden, werden von Herrn Baumann als „stichprobenhafte Bürgerbefragung“ bezeichnet, die „kein umfassendes Meinungsbild“ zulassen. Herr Baumann verlässt sich da natürlich lieber auf eine „repräsentative“ Umfrage, in der gerade mal 502 Personen angeblich mehrheitlich Zustimmung signalisiert haben. Wiederholte Aufforderungen von Seiten der Gegner an führende Politiker, z.B. an Herrn Kretschmann, auch in den anderen Gemeinden Befragungen durchzuführen, wurden natürlich ignoriert. Dies hätte ja ihr Lügengebäude zum Einsturz bringen können. Dass im Durchschnitt 75% der Menschen in den acht Gemeinden, in denen die Bürger gefragt wurden, den Nationalpark ablehnen, interessiert Herrn Baumann nicht.

Denn „eine Politik des Gehörtwerdens“ interessiert Herrn Baumann nur dann, wenn es um seine eigenen Interessen oder die Interessen des NABU geht. Dann sagt er nämlich (23.05.2012) …er (Baumann) fordert, dass etwa die Umweltverbände in allen Entscheidungsgremien wie Lenkungskreis und Beirat (des Entwicklungsnationalparks) repräsentativ vertreten sind. „Mit einer Pro-forma-Beteiligung ist es in Zeiten der ‚Politik des Gehörtwerdens‘ nicht getan.“
http://baden-wuerttemberg.nabu.de/themen/biosphaerengebietundnationalpark/bsgssw/index.html

Aber wenn wir Bürger/Gegner mit einer „Pro-forma-Beteiligung“ nicht zufrieden sind und deshalb dagegen protestieren, dann bezeichnet Herr Baumann uns als „radikale Nationalparkgegner“ (16.11.2013 / Schwabo). Aber dieser Duktus gehört ja inzwischen bei den Befürwortern schon zum guten Ton….

Dass man als NABU die Meinung der Bürger auch akzeptieren kann, wenn man eine demokratische Grundeinstellung hat, zeigt eine Meldung aus dem Siebengebirge/Bad Honnef im Sept. 2009:
„Düsseldorf – Am Sonntag haben sich die Bürger in Bad Honnef bei einer Wahlbeteiligung von 68 Prozent mit 61,1 Prozent gegen die Beteiligung der Stadt am geplanten Nationalpark Siebengebirge ausgesprochen. Ein klarer wie bindender Beschluss“. Nachzulesen unter: http://nrw.nabu.de/modules/presseservice_nrw/index.php?popup=true&show=357&db=presseservice_nrw
Dort wurde bei diesem „nationalen Projekt“ Nationalpark, die Meinung der Menschen vor Ort respektiert! Vielleicht sollte sich Herr Baumann an seinen NABU-Kollegen im Siebengebirge ein Beispiel nehmen!

Aber nicht nur beim Thema Bürgerbeteiligung ist Herr Baumann sehr kreativ im Auslegen von Fakten, so konnte man z.B. in der Ausgabe des Schwarzwälder Boten vom 18.6.2013 folgende Aussage von Baumann lesen: „in manchen Köpfen steht der NABU sinnbildlich für die Strippenzieher hinter dem heiß diskutierten Nationalpark-Projekt. Doch das ist nicht der Fall“ versicherte Baumann.

In der Ausgabe des Schwarzwälder Boten vom 15.09.2011 konnten man folgendes lesen: „Wir haben bei der neuen Landesregierung angeklopft und liefen offene Türen ein. SPD und Grüne nahmen unser (Nationalpark)Konzept eins zu eins an.“ Dies sagte Herr Egbert Badey, Vorstandssprecher des NABU-Bezirksverbands Gäu-Nordschwarzwald und stellvertretender Vorsitzender der NABU-Gruppe Eutingen.

Die Idee, einen Nationalparks im Nordschwarzwald einzurichten, war, laut Wikipedia, übrigens bereits Anfang der 1990er-Jahre durch das NABU-Institut in Bühl in die Diskussion gebracht worden. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Schwarzwald

Da die Ausführungen bei Wikipedia mit denen von Herrn Badey übereinstimmen, muss man zwangsläufig annehmen, dass die Aussage von Herrn Baumann vom 16.06.2013 nicht den Tatsachen entspricht. Die Frage stellt sich nun, weiß Herr Baumann nicht, welche Rolle der NABU bei der Idee und der Einrichtung eines Nationalparks gespielt hat und noch immer spielt, oder versuchte er mit seiner Aussage vom 18.06.2013, aus welchen Gründen auch immer, damals den NABU aus der Schusslinie zu nehmen und schreckte dabei auch vor Unwahrheiten nicht zurück?

Das Letztere ist anzunehmen, denn er selbst wurde vom Schwarzwälder Boten bereits am 02.04.2013 mit den Worten zitiert: „90 % unserer Ziele sind Teil der grün-roten Koalitionsvereinbarung“ und in der Pressemitteilung des NABU vom 09.04.2015 lobt sich der NABU, Herr Baumann, selbst mit den Worten: „Besonders erfolgreich war der NABU im Themenfeld Großschutzgebiete. Unser großes Ziel, den ersten Nationalpark Baden-Württembergs, haben wir gemeinsam mit der Landesregierung und vielen Partnern erreicht“.

Diese Ziele sollen natürlich wir, die Bürger, finanzieren, deshalb „fordert Herr Baumann auch einen gesonderten Haushaltstitel zur Finanzierung des Parks“. Und um die Bevölkerung vor Ort zu beruhigen sagt er, „dass er den Nationalpark als größtes Förderinstrument für den ländlichen Raum sieht“. (06.04.2013 / Schwabo) Wer es glaubt….

In dem Maße, in dem die Straße des NABU und von Herrn Baumann in das Parlament und die Regierung breiter geworden ist (um es mit den Worten von Herrn Kretschmann auszudrücken), wuchs anscheinend auch Herrn Baumanns Ego, denn am 06.04.2013 (Schwabo) forderte er: „Wir wollen den Zehnten haben. – Also 10 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche und zehn Prozent des öffentlichen Waldes sollen aus der Nutzung raus.“
Dass diese Forderung sehr egoistisch und auch auch klimaschädlich ist (wo sollen die Lebensmittel produziert werden, wo soll der nachwachsende Rohstoff Holz herkommen) interessiert ihn nicht.

Über die Vorstellung von Herrn Baumann, dass „die Region auch energetisch nachhaltig sein soll“, darüber kann man diskutieren. Jedoch wenn er hierzu „den Ausbau der Windkraft und die Biomassenutzung zählt“ (Schwabo / 20.02.2013), dann stellt sich natürlich die Frage, reicht dies oder durch welche weiteren Projekte will er dies erreichen? Warum bekämpft der NABU (auch sein Vorstandskollege Rastetter) andernorts die Windkraft aus Vogelschutzgründen? Will er hier, so wie es der NABU-Chef des Kreisverbandes Werra-Meißner getan hat (siehe Abschnitt Naturschutzverbände), nur eine neue Einnahmequelle für den NABU erschließen? Bezüglich der Biomassenutzung ist es natürlich auch ein Widerspruch, wenn er andererseits fordert, dass immer größere Flächen aus der Nutzung genommen werden sollen. Woher soll die Biomasse dann kommen?

Auch über weitere Aussagen von Herrn Baumann kann man nur staunen. So sagte er z.B.(04.03.2012): „…wenn der Mensch nicht mehr eingreifen darf, darf er auch nicht mehr beurteilen, was gut und was schlecht ist. Wenn Tierarten aussterben würden, sei das so. Und wenn der Borkenkäfer sich ausbreiten würde, sei das eben auch so“.
http://www.taz.de/!88980/
oder eine weitere Aussage von ihm (23.11.2013): „…es ist irrelevant, ob es weniger oder mehr Arten geben wird, ob die eine Art kommt und die andere ausstirbt. Alles ist erlaubt…“
http://www.gea.de/nachrichten/politik/+wir+setzen+auf+biologische+vielfalt+.3447749.htm

Wenn alles erlaubt ist, wenn es irrelevant ist, ob es weniger oder mehr Arten gibt, warum stört ihn dann der jetzige Zustand? Das Gutachten bescheinigt uns eine überdurchschnittlich hohe Arten- und Lebensraumvielfalt. Warum stört ihn die hier praktizierte nachhaltige Bewirtschaftung? Offensichtlich geht es ihm gar nicht darum, bedrohte Arten im Entwicklungsnationalpark zu schützen, sonst hätte er sich anders äußern müssen! Und es ist ihm offensichtlich auch egal, wenn sich der Borkenkäfer, auch über den Entwicklungsnationalpark hinaus, in die angrenzenden Kommunal- und Privatwälder ausbreitet.

Er will sein „unvergleichliches Freiluftlabor“ (Zitat NABU), da ja bisher „im südwestdeutschen Raum“ angeblich „erst 0,8 % aus der Nutzung genommen….“ worden sind.
http://www.gea.de/nachrichten/politik/+wir+setzen+auf+biologische+vielfalt+.3447749.htm

Dass diese Aussage so auch nicht stimmt, interessiert ihn nicht. Denn in diesen 0,8 % können z. B. das Alt- und Totholzkonzept von Forst BW oder die Flächen, welche auch ohne offiziellen Schutzstatus schon seit Generationen nicht bewirtschaftet werden, nicht eingerechnet sein.

Paradox ist, dass auch er es begrüßte, dass angrenzend an den Entwicklungsnationalpark zur Tourismusförderung ein Großwildgehege auf 1000 Hektar, umgeben von einem 38km (!) langen Zaun, entstehen sollte. http://www.gea.de/nachrichten/politik/safari+im+geplanten+nationalpark+schwarzwald+.3411134.htm

Er wird zitiert mit den Worten: „Wir halten das für einen sehr guten Vorschlag«, sagte der Landesvorsitzende Andre Baumann. Den Besuchern des Nationalparks würde so ein außergewöhnliches Naturerlebnis geboten. Er könne sich vorstellen, dass das Wildtiergehege ein Publikumsmagnet werde“.

Den Besuchern des Nationalparks wird also ein außergewöhnliches Naturerlebnis geboten, wenn sie nicht den Entwicklungsnationalpark sondern das angrenzende Wildtiergehege besuchen. Na dann schaffen wir doch einfach den Nationalpark wieder ab, denn die Besucher haben das außergewöhnliche Naturerlebnis (eingesperrte Tiere zu sehen?), laut Herrn Baumann, ja mit dem Wildtiergehege!
Überhaupt hat Herr Baumann ja ein komisches Verhältnis zum Tierschutz. Denn wie sagte er (StZ. 21.01.2014): „Wir haben nichts gegen eine Fuchsjagd. Sie macht aber nur Sinn, wenn die toten Tiere nicht wie bisher zu 99 % in der Tierkörperbeseitigungsanstalt landen, sondern als Pelze weiterverwendet werden“.

Wir Bürger hier vor Ort haben bisher immer gedacht, Jagd auf Prädatoren würde durchgeführt zum Schutz von anderen Tierarten (z. B. Bodenbrütern) – wir haben immer gedacht, dies wäre der eigentlich Sinn der Jagd auf Beutegreifer, und erst an zweiter Stelle stünde, dass die Tierkörper dann einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden. Wie man sich doch irren kann …

Aber vielleicht sollte sich der NABU, auch im Interesse eines wirklich guten Natur- und Klimaschutzes, einen glaubwürdigeren Vorsitzenden suchen …