Während des Zeitraums, in dem über das Für und Wider eines Rückbaus von Kulturwald in einen Urwald/Nationalpark diskutiert wurde, konnte man feststellen, dass von vielen der Befürworter, und auch den Medien, mit romantisch verklärten aber unrealistischen und Zielkonflikte ignorierenden Vorstellungen in der Öffentlichkeit argumentiert wurde.

So wurde zum Beispiel beim SWR in der Landesschau die Frage gestellt: „Wie wird aus einem Wald ein Nationalpark“? Die Antwort wurde vom SWR gleich werbewirksam mitgeliefert. Gesagt wurde in dem Bericht nämlich: „Ein bestehender Wald entwickelt sich innerhalb von etwa 25 bis 30 Jahren in einen Nationalpark, also in echte Wildnis. Dabei bekommt er vom Menschen Starthilfe für die Waldumgestaltung. Solange ist er ein so genannter Entwicklungsnationalpark“.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/hintergrund-zum-nationalpark/-/id=1622/did=10685368/nid=1622/1stpt33/

Dass diese Antwort mal wieder mit der Realität nichts zu tun hat, kann man auch einer Aussage von Herrn Waldenspuhl entnehmen. Herr Waldenspuhl sagte nämlich: „Bis daraus (aus dem bestehenden Kulturwald) allerdings ein »richtiger Urwald« wird, könne es schon 600 bis 800 Jahre dauern“.

http://www.bo.de/lokales/kinzigtal/nationalpark-unterstuetzer-in-den-startloechern

Nochmals: Der SWR sagte, echte Wildnis gäbe es nach 25-30 Jahren, Herr Waldenspuhl sagt es dauert 600-800 Jahre. Wie ernst soll man angesichts dieser kleinen zeitlichen Differenz den Wahrheitsgehalt von Berichten im SWR noch nehmen?

Unter dem Titel „Was ändert sich im Nationalpark“? Brachte der SWR auch in der Sendung „Odysso“ einen Beitrag über den geplanten Nationalpark. Diese Sendung begann mit einer Einspielung eines Fluges über einen Wald. Kommentiert wurde er mit folgenden Worten: „Wer glaubt, hier Bilder von einem Flug über einen Wald zu sehen, der irrt. Es handelt sich nicht um einen Wald, es handelt sich um eine Holzplantage…“

https://www.youtube.com/watch?v=PSTLbKlAQnA Der Beitrag wurde mittlerweile auf „privat“ gestellt, kann also nicht mehr öffentlich angeschaut werden. Zufall, oder?

Wenn man diese Bilder sah, stellt man fest, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um das Gebiet im Nordschwarzwald handeln kann, auf dem der Nationalpark eingerichtet werden soll. Der Bericht ging dann übrigens aber genau in dieser hetzerischen Weise weiter. So sagt der Kommentator im weiteren Verlauf der Sendung: „..Artenvielfalt im Nationalpark, Tristesse im Wirtschaftswald…“

Diese Art von Berichterstattung ist leider, mit wenigen Ausnahmen, bei ideologischen Projekten für den SWR inzwischen typisch! Seriöse Berichterstattung? – Fehlanzeige! Die überwiegend urban lebende Bevölkerung, welche die Region hier nicht kennt, hatte und hat gar nicht die Möglichkeit, diese ideologisch motivierte Stimmungsmache des SWR pro Nationalpark zu durchschauen. Wer von den Zuschauern kennt schon unsere wunderschönen, nachhaltig bewirtschafteten Plenterwälder?

Im Gegensatz zu der Darstellung des SWR, sagte sogar Herr Bonde, in der Pressemitteilung des MLR 1/2014, über den Istzustand des Waldes hier im Nordschwarzwald: „Schon heute lassen sich die Unterschiedlichkeit von ursprünglicher Natur und Kulturwald sowie spektakuläre Naturereignisse und eine spannende Artenvielfalt hautnah erleben.“

Deshalb „will die grün-rote Landesregierung den Schwarzwald in seiner Einzigartigkeit und Naturnähe gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort erhalten“.

http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/Nationalpark/100571.html

Eineinhalb Jahre nach der Gründung des Entwicklungsnationalparks konnte man auf der Homepage des SWR wiederum folgendes lesen: „Der Nationalpark Schwarzwald ist eine Insel unversehrter Natur und der Ruhe.“ In gerade mal 18 Monaten hat sich die, laut SWR, angebliche „Tristesse im Wirtschaftswald“ nun also in eine „unversehrte Natur“ gewandelt. Dies sagen die SWR-Verantwortlichen übrigens obwohl (Bundes)Straßen den NLP durchziehen. Obwohl der Verkehrslärm kilometerweit zu hören ist, obwohl der NLP von mindestens einem Automobilkonzern als Teststrecke benutzt wird ….. obwohl sich in diesen eineinhalb Jahren am Waldbild (noch) nichts gravierendes geändert hat!

http://www.swr.de/swr4/bw/programm/sommererlebnis-2015-20-eine-spur-wilder/-/id=258008/did=15767234/nid=258008/sii20k/index.html

Im Gutachten wurde uns übrigens über den bisherigen Zustandes des Waldes und der darin lebenden Arten bestätigt, dass „bereits jetzt (Anmerk.: also vor Einrichtung des NLP) im NLP-Suchraum eine überdurchschnittliche Arten- und Lebensraumvielfalt…“ vorhanden ist.

In der am 09.10.2014 veröffentlichten Bundeswaldinventur steht: „Die Bundeswaldinventur zeigt, dass der Wald in ganz Baden-Württemberg in den letzten 25 Jahren ökologischer, vielfältiger und klimastabiler geworden ist. Wir haben jetzt ältere Bestände, das durchschnittliche Baumalter hat zugenommen. Der Wald wird bunter bei den Baumarten, der Struktur, der Naturnähe der Bestände und bei der Verjüngung. Zusätzlich werden unsere Bäume dicker, und wir haben damit mehr starke Bäume im Wald. Im Bundesvergleich weist der Wald in Baden-Württemberg mit 50,4 Prozent (!) aktuell die höchsten Anteile sehr naturnaher und naturnaher Wälder auf. Beim Totholz und den Biotopbäumen würden ebenfalls sehr gute Werte erreicht. Diese Daten wurden übrigens von Herrn Bonde vorgetragen!

http://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unser-service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/bundeswaldinventur-baden-wuerttemberg-hat-bundesweit-hoechsten-anteil-naturnaher-waelder-erster-na/

Gegensätzlicher können Aussagen wohl nicht sein!

Obwohl also den Verantwortlichen bekannt ist, dass hier das „Optimalstadium dominant“ (Zitat Gutachten) ist, drückten sie ihr Prestigeprojekt durch. Wie sich „den Schwarzwald in seiner Einzigartigkeit und Naturnähe erhalten“ mit „Natur Natur sein lassen verträgt“ ist uns schleierhaft. Zweifel an der Sinnhaftigkeit und Realisierbarkeit des Waldumbaus, wie sie zum Beispiel in einer Stellungnahme der Arbeitskreis Waldumbau (06.12.2012 / Schwabo) abgegeben hat, Zitat: „Der Umbau zum Tannen-Buchen-Bergmischwald sei ehrgeizig und nicht widerspruchsfrei zu anderen Naturschutzzielen… überhaupt sei der Erfolg unsicher, zumal der Zeitraum von 30 Jahre nicht ausreichend ist und deshalb spricht sich auch die Mehrheit der Experten dafür aus, in der Entwicklungszone aktiv einzugreifen und die vorhandene Erschließung beizubehalten…“, (Schwabo / 03.01.2013) werden ignoriert.

Und es wird auch nicht darauf eingegangen, dass im Gutachten nicht auflösbare Widersprüche gibt. So steht zum Beispiel in der Zusammenfassung des Gutachtens unter Punkt 120: „Bei Gruppen die an lichte Wälder gebunden und vergleichsweise mobil sind, wäre (in einem Nationalpark) mit einer Vergrößerung … von Populationen und mit einer Zunahme von Arten zu rechnen“ – komisch nur, dass unter Punkt 107 steht: Im gesamten Suchraum deutet sich ein Rückgang (unter Prozessschutzbedingungen) von Flächen mit offenen und lückigen Strukturen von rund 900 ha innerhalb der kommenden 30 Jahren an. Was nun, mehr offene Flächen oder weniger? Es erstaunt schon, dass sich die „Experten“ hier in solche Widersprüche verwickeln und man ist geradezu fassungslos, dass offensichtlich auch die „Experten“, obwohl es doch seit Jahren Erfahrungen aus anderen Nationalparks gibt, nicht wissen, wie sich die Natur unter Prozessschutzbedingungen entwickeln wird. Warum sonst kommen in der Zusammenfassung des Gutachtens beinahe 60x Worte/ Formulierungen wie: „vermutlich“, „ist davon auszugehen“, „höchstwahrscheinlich“, „es bleibt unklar“, „es ist nicht abzusehen“, „Aufgrund der Datenlage … nicht hinreichend untersucht werden“, „nicht abschließend zu beurteilen“, „nicht in der notwendigen Präzision erfassbar“, „Wissensdefizite“, „nach derzeitiger Expertenmeinung“, „nicht prognostizierbar“ …. vor!

 

Kulturwald

Im Gegensatz zu den tropischen Regenwäldern haben wir hier keine Urwälder, die man vor den Eingriffen der Menschen schützen müsste. Wir haben hier nur anthropogene Kulturlandschaften!

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat für unsere Wälder in Deutschland übrigens folgende Vision:

B 1.2.1 Wälder

Unsere Vision für die Zukunft ist:

Die Wälder in Deutschland weisen eine hohe natürliche Vielfalt und Dynamik hinsichtlich ihrer Struktur und Artenzusammensetzung auf und faszinieren die Menschen durch ihre Schönheit. Natürliche und naturnahe Waldgesellschaften haben deutlich zugenommen. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder erfolgt im Einklang mit ihren ökologischen und sozialen Funktionen. Der aus Wäldern nachhaltig gewonnene Rohstoff Holz erfreut sich großer Wertschätzung.

Unsere Ziele sind:

Bis zum Jahre 2020 haben sich die Bedingungen für die in Wäldern typischen Lebensgemeinschaften (Vielfalt in Struktur und Dynamik) weiter verbessert. Bäume und Sträucher der natürlichen Waldgesellschaft verjüngen sich ganz überwiegend natürlich. Mit naturnahen Bewirtschaftungsformen werden die natürlichen Prozesse zur Stärkung der ökologischen Funktionen genutzt. Alt- und Totholz sind in ausreichender Menge und Qualität vorhanden.

2020 beträgt der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung 5 % der Waldfläche.

Bei der Neubegründung von Wäldern werden vermehrt standortheimische Baumarten verwendet.

Der Anteil nicht standortheimischer Baumarten reduziert sich kontinuierlich. Historische Waldnutzungsformen wie Mittel-, Nieder- und Hutewald mit ihrem hohen Naturschutz- oder Erholungspotenzial werden weitergeführt und nach Möglichkeit ausgebaut.

 

Außerdem schreibt das BMU:

B 1.3.2 Kulturlandschaften

Unsere Vision für die Zukunft ist:

Die Kulturlandschaften Deutschlands weisen aufgrund der vielfältigen naturräumlichen Gegebenheiten und einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft eine hohe Arten- und Lebensraumvielfalt auf. Die Kulturlandschaften erfahren eine hohe Wertschätzung auf Grund ihrer Vielfalt, Schönheit und ihrer regionaltypischen Eigenart, die ihre kulturhistorische Entwicklung erkennen lässt. Sie tragen in besonderem Maße zur Lebensqualität der Menschen und zur regionalen Identifikation und Wertschöpfung bei.

Unsere Ziele sind:

Durch nachhaltige Nutzung unter Berücksichtigung der Anforderungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege wird die biologische Vielfalt der Kulturlandschaften bis 2020 gesteigert und ihre Vielfalt, Schönheit und regionaltypische Eigenart bewahrt.

Die aus Naturschutzsicht besonders erhaltenswerten Landschaften Deutschlands bleiben dauerhaft bestehen. Der Anteil besonders erhaltenswerter Kulturlandschaften erhöht sich weiter.

Begründungen:

Die Kulturlandschaften Deutschlands sind verschiedenartig strukturierte Landschaften mit einer spezifischen regionaltypischen Eigenart und Dynamik, die oft noch durch traditionelle Nutzungen geprägt sind. Viele von ihnen haben eine herausragende Bedeutung für die Erholung der Menschen und für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Kulturlandschaft ist kein statisches Gebilde, sondern unterliegt einem steten Wandel, der von der gesellschaftlichen Entwicklung geprägt wird (Kulturlandschaft im Zusammenspiel von Mensch und Natur).

Damit die wertvollen Kulturlandschaften erhalten werden können, sind neben der Umsetzung rechtlicher Bestimmungen auch die ökonomischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass regionaltypische Bewirtschaftungsformen, die zu ihrer Erhaltung beitragen, wirtschaftlich betrieben werden können.

 

Dies fordert also das BMU in seiner Vision. Wenn man dies liest, stellt man fest, dass das, was hier vom BMU als Vision für 2020 gefordert wird, wir hier im Nordschwarzwald bereits jetzt schon haben. Dies wird uns auch von der Bundeswaldinventur und im Nationalparkgutachten bescheinigt! Dort steht (P. 119 /Zusammenfassung Gutachten): „…die bereits jetzt im NLP-Suchraum vorhandene, überdurchschnittliche Arten- und Lebensraumvielfalt…“ oder unter Punkt 80: „…Auf rund 70 Prozent der Waldfläche sind derzeit mindestens 30 Prozent natürliche Baumarten eingemischt. Auf alle Flächen bezogen liegt der durchschnittliche natürliche Baumartenanteil bei 40 Prozent. …“. Unter Punkt 77 bekommen wir bestätigt, dass   „…der durchschnittliche Totholzvorrat im Suchraum laut BWI II etwa 26 Vfm pro ha beträgt . Damit liegt er zwar noch deutlich unter den Werten, die in natürlichen Wäldern zu erwarten wären, erreicht aber stellenweise bereits Schwellenwerte, die für die Existenz von auf Totholz angewiesenen Arten-Gemeinschaften wichtig sind“.

Die Forstliche Versuchsanstalt und die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) haben schon vor einigen Jahren, gemeinsam mit Artenexperten und Fachleuten verschiedener forstlicher Disziplinen, ein Konzept entwickelt, mit dem eine nachhaltige Bereitstellung von Alt- und Totholz im Wirtschaftswald sicher gestellt und in die Waldbewirtschaftung integriert werden kann. Das Konzept wird im Landesbetrieb ForstBW seit dem Jahr 2010 umgesetzt. Es erfüllt die artenschutzfachlichen Ansprüche und berücksichtigt die Belange der Arbeitssicherheit, der Verkehrssicherung, des Waldschutzes und der Wirtschaftlichkeit.

  • Das Alt- und Totholzkonzept beruht auf dem Nutzungsverzicht von kleineren Beständen und Baumgruppen.
  • Im gesamten Wald werden Kleinbestände und Baumgruppen ausgewählt und nicht weiter bewirtschaftet. Die Bäume bleiben der natürlichen Entwicklung und Alterung überlassen bis zur Zersetzung des entstehenden Totholzes.
  • Durch die Kombination unterschiedlich großer Flächen und Gruppen entstehen auf der ganzen Waldfläche verteilt Zentren mit uralten und absterbenden Bäumen, seltenen Einzelbaumstrukturen und größeren Mengen an stehendem und liegendem Totholz.
  • Die Auswahl der Flächen orientiert sich an bekannten Vorkommen seltener und geschützter Arten, an noch vorhandenen sehr alten Wäldern, wichtigen Habitatstrukturen und weiteren forstlichen und ökologischen Parametern.

Beim Alt- und Totholzkonzept werden je nach Ausdehnung, Verteilung und Auswahlkriterien drei Schutzelemente unterschieden: Waldbestände (Waldrefugien), Gruppen von Bäumen (Habitatbaumgruppen) und naturschutzrechtlich besonders geschützte Einzelbäume.

http://www.fva-bw.de/indexjs.html?http://www.fva-bw.de/forschung/wg/totholz/totholzkonzept.html

 

Dieses Alt- und Totholzkonzept wird zusammen mit den Bannwäldern, ohne Nationalpark, bis zum Jahr 2020 7% der Staatswaldflächen umfassen! Somit ist übrigens, schon durch das Alt- und Totholzkonzept in Verbindung mit anderen, nicht genutzten Flächen, die Forderung des BMU übererfüllt. Dies ist ein Aspekt, der in der Öffentlichkeit meistens verschwiegen wird. Auch deshalb ist die Angabe, dass bisher nur 0,8% der Flächen aus der Bewirtschaftung genommen seien, falsch.

Selbst Herr Waldenspuhl, der es wirklich besser wissen müsste, sagte auf die Frage: Geht der Artenschutz ohne Nationalpark flöten?

„Für bestimmte Arten, die auf Zerfallsphasen im Wald angewiesen sind, ja. Solche Phasen gibt es im Wirtschaftswald nicht“.

http://www.bo.de/lokales/kinzigtal/das-ist-eine-ur-cdu-idee

Kann es wirklich sein, dass er noch nie etwas vom Alt- und Totholzkonzept gehört hat? Oder verschwieg er dies ganz bewusst? Sogar in der Bundeswaldinventur (2014) steht über die Wirtschaftswälder:Beim Totholz und den Biotopbäumen würden ebenfalls sehr gute Werte erreicht“. Warum behauptete Herr Waldenspuhl dann das genaue Gegenteil von dem was in der Bundeswaldinventur als Ergebnis festgestellt wurde?

Werden hier, auch von ihm, die Wirtschaftswälder schlecht gemacht um Argumente für einen Nationalpark zu haben? Trifft auch bei ihm die Erkenntnis zu, dass es deshalb keine Alternativen zu einem Nationalpark geben darf, weil man um jeden Preis ein Schutzgebiet haben will das den Titel ‚Nationalpark‘ trägt?

Von interessierten Kreisen wird auch immer so getan, als ob wir hier in Baden-Württemberg/im Schwarzwald noch überhaupt keine Schutzgebiete hätten.

Nachfolgend deshalb eine Übersicht über die Schutzgebiete in Baden-Württemberg (lt. Wikipedia):

86281,07ha (2,41%) Naturschutzgebiete, 811.349,17 ha (22,7%) Landschaftsschutzgebiete, 426.223,94 ha (11,93%) FFH-Gebiete, ca. 10 % der Fläche sind Vogelschutzgebiete, es gibt 130 Bannwälder (Nationalparks im Kleinformat), 18.186,28 ha (0,51%) Schonwälder, 85.269,41 ha (2,39%) sind Biosphärenreservate. Die Naturparke umfassen eine Fläche von 1.147.496,36 ha oder 32,11% der Fläche BW. Es gibt Richtlinien zur Waldbewirtschaftung, das Alt- und Totholzkonzept – zusammen mit den Bannwäldern bis 2020 7% (!)der Staatswaldflächen von BW (NSG und Bannwälder …. sind teilweise in den Naturparken erhalten). Der Entwicklungsnationalpark Nordschwarzwald und das Biosphärenreservat im Südschwarzwald, sind in dieser Aufstellung übrigens noch nicht enthalten!

Baiersbronn, die Gemeinde, die 63% der Nationalparkfläche zur Verfügung stellen muss, hat bereits ohne Entwicklungsnationalpark Schutzgebiete in einer Größenordnung von 7788 Hektar (FFH, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete). Dazu kommen 897 geschützte Einzelbiotope (Trockenmauern, Auwald …. / lt. Schwabo 4.7.2013)!

Schon seit Jahren wird der Staatswald/Wirtschaftswald übrigens Schritt für Schritt umgebaut zu einem Mischwald. In großen Teilen der Bevölkerung gibt es, vermittelt durch entsprechende mediale Falschinformationen, die Überzeugung, dass mit diesem Umbau zu einem Mischwald alle Probleme, wie Klimawandel, Schädlinge, Sturmwürfe, gelöst wären. Übersehen wird aber, dass es beispielsweise bei Windgeschwindigkeiten, wie sie bei „Lothar“ oder „Kyrill“ aufgetreten sind, alle Baumarten umgeworfen oder abgerissen werden. Interessant sind aber auch die Ergebnisse des Waldzustandsberichtes bezüglich der Schadenszustandes der einzelnen Baumarten (nachzulesen z.B. bei Wikipedia):

Anteil der geschädigten Bäume (Deutschland) 2012:

  • Fichte (Picea abies): schwere Schäden: 27 Prozent, schwache Schäden: 35 Prozent
  • Kiefer (Pinus sylvestris): schwere Schäden: 11 Prozent, schwache Schäden: 39 Prozent
  • Buche (Fagus sylvatica): schwere Schäden: 38 Prozent, schwache Schäden: 40 Prozent
  • Eiche (Quercus robur und Q. petraea): schwere Schäden: 50 Prozent, schwache Schäden: 33 Prozent

https://de.wikipedia.org/wiki/Waldzustandsbericht

Anteil der geschädigten Bäume in Baden-Württemberg:

  • Fichte: Deutliche Schäden bei 31%
  • Kiefer: Deutliche Schäden bei 34%
  • Eiche: Deutliche Schäden bei 59%
  • Buche: Deutliche Schäden bei 49%

http://www.sdw.de/bedrohter-wald/waldschaeden/

Bei den Zahlen von Baden-Württemberg ist leider die Tanne nicht enthalten, deshalb nachfolgend noch der Anteil der geschädigten Tannen in Bayern:

  • Tanne: Deutliche Schäden bei 34,5%

Man sieht also, dass die Bäume die als Ersatz für die Fichte gedacht sind einen höheren Schädigungsgrad aufweisen als die Fichte!

Mit vielleicht einer Ausnahme, der Douglasie. Sie wird jedoch leider nicht aufgeführt. Die Douglasie stammt ursprünglich aus Nordamerika. Bei der Douglasie hofft man, dass sie den Klimawandel besser verträgt als die einheimischen Baumarten.

Laut Herrn Jehle, Leiter des Kreisforstamtes Freudenstadt, haben „die Forstleute auch keine Vorbehalte gegen die Douglasie“. (siehe auch Kapitel „Erste Erfahrungen …“)

Diese Aussage irritierte einen Baiersbronner Gemeinderat, da im Entwicklungsnationalpark Nordschwarzwald die Douglasien rausgeschlagen werden. Auf Nachfrage, warum dies so sei, entgegnete Herr Jehle: „Die Douglasie sei im Nationalpark umstritten, da sie als ‚Fremdländer‘ angesehen werde und ökologisch weniger wertvoll sei“.

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.baiersbronn-neuer-hiebsatz-als-antwort-auf-sturm.c462e0a2-98e6-450d-8c36-70682a2f57c8.html

Paradoxerweise verwendet die Nationalparkverwaltung aktuell aber bei Baumaßnahmen bevorzugt Douglasienholz!         

Ein Grund für die Fichtendominanz hier im Schwarzwald sind übrigens die großflächigen Abholzungen durch die Franzosen in den Staats- und Kommunalwäldern nach dem 2. Weltkrieg. Aus heutiger Sicht aber den Menschen die damals Fichten gepflanzt haben, Vorwürfe zu machen ist wohl mehr als unfair! Konnten die Menschen damals etwa wissen, dass wir Menschen einen Klimawandel verursachen?

Mit der willkürlichen Maßnahme nun hier einen Entwicklungsnationalpark einzurichten, wird wissentlich auch eine Bedrohung für angrenzende Wälder durch den Borkenkäfer in Kauf genommen.

Aus einem Käferbaum kann ein Käfernest mit bis zu 50 befallenen Käferbäumen werden. Aus diesem Käfernest mit 50 Bäumen kann innerhalb einer Generation ein Käferloch von bis zu 2.500 Bäumen entstehen. In einem trockenen, warmen Jahr kann ein Käferpaar unter optimalen Bedingungen bis zu 100.000 Nachkommen haben. http://wbv-viechtach.de/htm/borkenkaefer.htm

Herr Jörg Ziegler, Abt. Wald- und Naturschutz des NLP sagte zur Problemtik Borkenkäfer: „Wir haben 15 Waldarbeiter, die von April bis September dauerhaft im Wald unterwegs sind, jede Fichte jede Woche einmal kontrollieren und dann versuchen, den Käferbaum, wo der Käfer sich einbohrt, in einem sehr frühen Stadium zu entdecken und bevor der Käfer ausfliegt und sich verbreitet das Holz einzuschlagen und aus dem NLP heraustransportieren.“ http://swrmediathek.de/player.htm?show=cd64f3d0-b97e-11e3-aab3-0026b975f2e6 (ab. Min. 11.30) Video liegt in der Videothek leider nicht mehr bereit

In den Bereichen, in denen Staatswald an den Nationalpark angrenzt, wurde interessanterweise aber der Pufferstreifen zur Bekämpfung der Borkenkäfer in die angrenzenden Staatswälder verlagert. Für die Bekämpfung in diesen Bereichen ist nun also ForstBW zuständig.

Unter Punkt 582 des Gutachtens steht: „Nach den Ergebnissen der Untersuchungen der Gutachter zur wissenschaftlichen Bewertung der Auswirkungen auf die Forstwirtschaft wird eine Nationalparkfläche von 10.000 ha aus Gründen des erforderlichen Borkenkäferschutzes allerdings auch Auswirkungen auf zusätzliche circa 1.900 ha angrenzende Staatswaldfläche haben, die zusätzlich in das Borkenkäfermanagement des Nationalparks einbezogen werden müssen“.

Laut Gutachten wurde die Nationalparkfläche also indirekt um 1900 Hektar vergrößert. Doch sollten wir auch bezüglich dieser Zahl eines besseren belehrt werden. Wir mussten feststellen, dass auch hier offensichtlich die Täuscherei und Trickserei weiterging, denn am 09.07.2015 berichtete der Schwabo, dass nur rund 1300 Hektar des 4450 Hektar großen Pufferstreifens tatsächlich im Nationalpark liegen, jedoch 450 Hektar im Stadtwald von Baden-Baden und 2700 Hektar im Staatswald! Damit umfasste der Entwicklungsnationalpark zusammen mit den Pufferstreifen für die Borkenkäferbekämpfung nun also schon eine Fläche von ca. 13200 Hektar!

Bezüglich der Borkenkäferbekämpfung versprach Herr Waldenspuhl übrigens am 16.01.2014: „Wir haben genug Ressourcen und Personal, um den Borkenkäfer in Schach zu halten“ (Schwäbisches Tagblatt). Und auch Herr Ewald Elsäßer, Leiter des Amtes für Waldwirtschaft im Ortenaukreis, meinte (bo / 11.07.2013): »Wir sind aber überzeugt, dass der Borkenkäfer mit der vorliegenden Konzeption beherrschbar ist.«

http://www.bo.de/lokales/achern-oberkirch/borkenkaefer-ist-beherrschbar

Im Gegensatz dazu sagte aber zum Beispiel realistischerweise Herr Jehle, Leiter des Kreisforstamtes Freudenstadt: „Egal wieviel Geld und Personal wir für das Borkenkäfermanagement einsetzen, es bleibt ein Restrisiko.“ (Schwabo/06.12.2012)

Der Ortenauer Landrat Frank Scherer (parteilos) sagte übrigens am 19.04.2013 (wro/Schwabo):

Der Gefahr eines Borkenkäferbefalls, der von vielen Gegnern angeführt wird, könne mit einem entsprechenden Management-Plan begegnet werden. Das Risiko müsse gegen Null tendieren, denn »die Viecher haben’s in sich«. Die im Gutachten vorgeschlagen Schutzzone von 500 Metern reiche in 95 Prozent der Fälle aus – um einen noch besseren Schutz zu gewährleisten, muss laut Scherer geschultes Personal eingesetzt werden, das im Notfall schnell reagieren kann. »Es ist unbedingt notwendig, dass jeder Baum jährlich in Augenschein genommen wird«, betonte er.

http://www.wro.de/presse/pressespiegel/detailansicht/news/detail/News/nationalpark-ins-herz-geschlossen.html?L=1

Man beachte die Forderung, dass „jeder Baum jährlich in Augenschein genommen“ werden soll. Kann es wirklich sein, dass er so wenig Ahnung von der Borkenkäferproblematik hat, dass für ihn Augenscheine in einjährigem Rhythmus ausreichend sind? Oder wurde er vom Schwarzwälder Boten falsch zitiert?

Wenn die Landesregierung und die Nationalparkbefürworter jedoch der Überzeugung sind, dass sich die Borkenkäfer in einem 500 m breiten Streifen aufhalten lassen, warum sichert die Landesregierung dann den Anrainern nicht vertraglich zu, dass diese Anspruch auf Schadensersatz haben, wenn der Borkenkäfer doch übergreift (aber Bitte unter Beweislastumkehr). Denn dieses Risiko ist doch angeblich total unwahrscheinlich – oder vielleicht doch nicht? Ersatzweise könnte man natürlich auch einen Fonds gründen, in dem nur die Befürworter einzahlen (müssen) um evtl. Schäden zu ersetzen. Da bei den Befürwortern ja mit Sicherheit nicht „Geld die Meinung macht“, wie zum Beispiel der BUND uns Gegnern vorwirft, sind wir überzeugt, die Befürworter würden in so einen Topf einzahlen um eventuelle Schäden zu bezahlen, denn es sind doch nur die Waldbauern so materialistisch und haben für die Natur angeblich nichts übrig – die Befürworter sind da doch ganz anders. Durch so eine Aktion könnte z. B. der BUND auch beweisen, dass sein Engagement für den Nationalpark und die Menschen hier vor Ort, sich nicht nur darauf beschränkt Gegner zu diffamieren und öffentlichkeitswirksam Stimmung gegen ca. 75% der Menschen hier vor Ort zu machen.

Bereits am 29.03.2012 sagte Herr Dr. Hans-Ulrich Kison vom Nationalpark Harz bei einer Informationsveranstaltung zum Entwicklungsnationalpark Nordschwarzwald, dass „nicht nur nach extremen Wetterereignissen wie Sturm und Trockenheit ein massiv erhöhter Personal- und Geldaufwand zur effektiven Bekämpfung nötig wäre“. So musste die Verwaltung im Nationalpark Harz „einiges an Ressourcen für die Beratung und Schulung der Waldbesitzenden sowie zur Unterstützung der Käferbekämpfung vor Ort einsetzen. Außerdem bestätigen Erfahrungen aus dem Nationalpark Harz die Vermutung, „dass die Borkenkäfer – bei Futtermangel und hoher Populationsdichte – nicht nur kurze Strecken flögen, sondern auch anliegende Wälder erreichten. Es könnten nennenswerte Mengen von Borkenkäfern mit Hilfe der Thermik bis zu einem Kilometer weit verdriftet werden. Die örtliche Populationsdichte der Käfer sei eindeutig mit dem Nahrungs- und Brutraumangebot korreliert“, so Dr. Kison. „Ausgehend von fichtendominierten Wirtschaftswäldern wüchsen noch viele Folgegenerationen Fichten nach, bis dass ein stabiler naturnaher Mischwald eine Massenvermehrung von Fichtenborkenkäfern unmöglich mache“. http://www.waldwissen.net/wald/naturschutz/arten/fva_nationalpark_nordschwarzwald/index_DE

Inzwischen gibt es aus dem Nationalpark Harz folgende Meldung (23.07.2014, NDR): „Borkenkäferausbreitung soll durch Riesen-Schneise verhindert werden: Im Nationalpark Harz hat sich der Fichtenborkenkäfer ausgebreitet. Die befallenen Bäume werden gefällt und es werden 500 Meter Schneisen um den Park errichtet. Das soll ein Ausbreiten des Schädlings auf andere Wälder verhindern“.

http://www.shortnews.de/id/1099297/nationalpark-harz-borkenkaeferausbreitung-soll-durch-schneisen-verhindert-werden

Offensichtlich bekommen Sie das Problem anders nicht mehr in den Griff!!!

Laut Wikipedia „können die Borkenkäfer übrigens, je nach Witterung, bis zu drei Kilometer weit aktiv fliegen, durch den Wind aber auch über erheblich weitere Strecken verweht werden“.

http://de.wikipedia.org/wiki/Buchdrucker_%28K%C3%A4fer%29

Auch diese Angabe bei Wikipedia steht mal wieder im krassen Widerspruch zu den Aussagen der Nationalparkbefürworter!

Wir Gegner sind übrigens überzeugt davon, dass viele der Befürworter keine Ahnung haben wie viel Arbeit in einem Wald steckt und welche Risiken die Waldbauern ohnehin haben (Stürme, Trockenheit, Klimawandel, Schädlinge ….). Nebenbei bemerkt, gibt es eine Branche die nachhaltiger wirtschaftet als die Waldbauern? Im Gutachten steht unter Ziffer 1987ff: „im Nationalpark Harz entstanden neue (Borkenkäfer) Befallsnester gehäuft in einer Entfernung von bis zu 8(!) km östlich in Hauptwindrichtung … die passive Windverfrachtung dürfte im Bergland eine größere Rolle spielen als in Tieflagen“.

Auch für Greenpeace (Lörrach) spielen diese Fakten natürlich keine Rolle, denn „ein möglicher Borkenkäferbefall in der Kernzone würde lediglich alte und geschwächte Fichten zerstören, und daher die Entwicklung hin zu einem robusten und gesunden Mischwald unterstützen. … Um den Befall benachbarter Wirtschaftswälder zu verhindern, gäbe es ausreichend Sicherheitskorridore um die nicht mehr bewirtschafteten Flächen.

http://www.greenpeace-loerrach.de/index.php/aktuelles/81-waelder

Wie weltfremd muss man eigentlich sein, um sich so zu äußern wie Greenpeace? Wurden etwa im Bayerischen Wald, im Harz usw. „nur alte und geschwächte Fichten zerstört?“ Wurde dort das Übergreifen verhindert?

 Unter der Überschrift „der Wald wird falschen Zielen geopfert“ veröffentlichte die Kötzlinger Zeitung am 15.11.2013 einen Erfahrungsbericht aus dem Bayerischen Wald

http://www.bayerwald-schutzverein.de/images/pdf/2013/2013-11-15%20KoezZ%20-%20Falschen%20Zielen%20geopfert.pdf

Den Großen Arber und den Falkenstein trennt nur das Tal des Großen Regen. Auf der einen Seite ist Wald in privater Hand, auf der anderen in Händen des Nationalparks. Mittlerweile machen sich Besitzer von Wäldern im Lamer Winkel Sorgen um ihr Hab und Gut. Denn der alte Bergfichtenwald in den Hochlagen zwischen Falkenstein und Rachel ist in den letzten Jahren von gut 1000 Hektar auf ein Drittel seiner ursprünglichen Größe geschrumpft. Gleichzeitig haben Kahlschlag- und Totholzflächen um 750 Hektar zugenommen. Waldbesitzer und Bürgermeister befürchten ein Übergreifen des Borkenkäfers wie im Nationalpark.

Der Lindbergschachten bei Buchenau im Landkreis Regen breitet sich in seiner ganzen herbstlichen Pracht vor dem Auge der Wanderer aus. Folgt man dem Weg weiter bergauf, werden die Besucher seltener und man erreicht auf 1200 Meter die Hochfläche zwischen Hahnenbogen und Hirschgspreng. Stürme und in der Folge ein ungebremstes Auftreten des Borkenkäfers haben eine öde Steppenlandschaft entstehen lassen. Wo Wald stand, wächst hüfthohes Gras. Ein Hermelin jagt. Sonst Stille.

Eigentlich dürfte es dieses Bild im Hochwald des Nationalparks so gar nicht geben. Denn auf zusammenhängenden Kahlflächen von über 1,5 Quadratkilometer Größe sind kaum junge Bäume zu finden, geschweige denn in ausreichendem Umfang unter dem dichten Graswuchs vorhanden. Unter dem Wurzelgeflecht einiger umgestürzter Bäume ist der dünne Bodenhorizont zu erkennen. Maximal 30 cm bleiben den Bäumen, um zu wurzeln, darunter ist verfestigter Gesteinsschut. Dabei hatte der Bayerische Landtag in einer Verordnung über den Nationalpark Bayerischer Wald bestimmt, dass der Hochlagenwald durch geeignete naturnahe Maßnahmen der Walderhaltung und Walderneuerung in seiner Substanz zu erhalten und in seiner Funktion zu sichern ist (§ 14 Hochlagenwald NP-VO). Sprich, der Schutz des Hochlagenwaldes ist gesetzlich verankert. Die Nationalparkverwaltung gibt zwar zu, dass in dem fraglichen Gebiet die Verjüngungsdichte bei null oder weniger als 250 Verjüngungspflanzen pro Hektar ist, aber Anlass zum Handel sieht sie nicht. „Wir müssen abwarten, wie sich das entwickelt“, sagt Jörg Müller von der Nationalparkverwaltung.

Abwarten? Worauf? Durch den Orkan Kyrill wurde im Januar 2007 der Hochlagenwald großflächig aufgerissen und dann warf ein Gewittersturm im Juli 2011 auch noch zig Tausende Bäume zu Boden. Die Nationalparkverwaltung ließ die Sturmwürfe nur zum Teil aufarbeiten. Auf Flächen von mehr als 150 Hektar blieben die umgestürzten Bäume liegen, und so konnten sich die Borkenkäfer massenhaft vermehren. Auf den durch Sturm und Käferfraß entstandenen Kahlflächen ist die Verjüngungsdichte sehr gering. Mit den wenigen vorhanden kleinen Bäumchen kann der Waldbestand in diesem Bereich der Hochlagen nicht gesichert werden. „Da weit und breit keine Samenbäume mehr stehen, müssen zur Sicherung des Nachwuchses Pflanzmaßnahmen durchgeführt werden“, fordert Hubert Demmelbauer, Vorsitzender der Bürgerbewegung zum Schutz des Bayerischen Waldes e.V.

Hydrologische Analysen belegen, dass die großflächige Entwaldung durch Sturm und Borkenkäferbefall enorme Auswirkungen auf den Wasserhaushalt hat. Insbesondere der Hochwasserabfluss ist deutlich erhöht. Die negativen Veränderungen im Wasser- und Stoffhaushalt der Landschaft werden erst abklingen, wenn neue Waldbestände nachgewachsen sind. Aber das wird noch Jahrzehnte dauern“, mutmaßt Hubert Demmelbauer, ehemaliger Leiter des Kötzinger Forstamtes. Anscheinend gelten für Kahlhiebe innerhalb und außerhalb des Nationalparks unterschiedliche Vorschriften. Während es eigentlich verboten ist, einen Kahlhieb größer als einen Hektar im Wasserschutzgebiet durchzuführen, weil dadurch negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt zu befürchten sind, wird dies im Schutzwald am Hirschgspreng auf viel größerer Fläche vom Wasserwirtschaftsamt offensichtlich geduldet.

Dabei fließt die Quelle am Hirschgspreng direkt in die Trinkwassersperre Frauenau, die auch die Bürger in Teilen des Landkreises Cham mit Trinkwasser versorgt. Den Bürgermeistern im Lamer Winkel ist längst angst und bang vor den Entwicklungen im Nationalpark. Der Arracher Gemeindechef Sepp Schmid verweist auf den volkswirtschatlichen Schaden durch die Entwicklung im Park. So wurde 1980 beim damals halb so großen Nationalpark Bayerischer Wald, 1,5 Mio. Besucher gezählt, während gegenwärtig trotz doppelt so großer Fläche nur noch ca. 1 Mio. gemeldet werden. Und mit dem Prozessschutz („Natur Natur sein lassen“) kann Schmid ohnehin nichts anfangen. „Das ist doch ein inhaltsleeres Konzept“, sagt der Arracher Bürgermeister.

„Ich bin beileibe kein Gegner des Nationalparks“, sagt Franz Müller, Bürgermeister von Lohberg.

Ökoregionsvorsitzender, Waldbesitzer und Mitglied des Holzverbunds. „Aber mit der Philosophie der Nationalparkverwaltung kann ich nichts anfangen“, macht Müller deutlich. „Philosophie heißt eigentlich Liebe zur Weisheit, aber von der hat man sich anscheinend weit entfernt“, sagt Müller.

Als der Nationalpark vor 43 Jahren gegründet wurde, wollte man die Waldlandschaft in ihrer Ursprünglichkeit schützen und erhalten . „Heute sagt man Prozessschutz und nimmt die Folgen, wie massenhaftes Auftreten des Borkenkäfers einfach hin.“ Wären die privaten Waldbesitzer jenseits des Großen Arber nicht so wachsam, wäre der Lamer Winkel schon lange keine grüne Oase mehr. „Und viele Waldbesitzer bei uns leben seit Generationen vom Wald.“

Die Gemeinde Arrach ist inzwischen als Kommune symbolisch der Bürgerbewegung beigetreten. „Der Bayerische Wald, so wie er im Nationalpark beworben wird, kann ohne Bäume kaum mehr als Bayerischer Wald bezeichnet werden. Hier geht, unter staatlicher Aufsicht, ein großes Stück Waldheimat verloren. Wir beschweren uns über die Abholzung der Regenwälder Brasiliens und sind nicht viel besser. Der Bayerische Wald als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Europas wird falschen Zielen geopfert“, meint Sepp Schmid unmissverständlich.

 

Übrigens, sogar Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalpark Bayerischer Wald, wird vom Bayerwaldbote (Ausgabe vom 11.04.2013) mit folgenden Worten zitiert: „…die Natur habe den ursprünglichen Plänen … wie Erhalt des Hochlagenwaldes und Schaffung von Urwäldern mit uralten Baumriesen – einen Strich durch die Rechnung gemacht. Unser Waldbild ist vom Borkenkäfer und Windwürfen bestimmt ….. .Auch im Schwarzwald kann der Borkenkäfer so wirken wie bei uns. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man einen Nationalpark einrichtet.“

 Man beachte in diesem Zusammenhang: Überwachung und Bekämpfung der Borkenkäfer sind gesetzliche Pflichten des Waldbesitzers. Versäumnisse führen nicht nur zu handfesten Schäden im eigenen Wald oder im Wald der Nachbarn, sondern können auch hoheitliche Zwangsmaßnahmen (bis zur Ersatzvornahme) sowie Bußgelder auslösen. Hinzu kommen ggf. zivilrechtliche Schadensersatzforderungen geschädigter Nachbarn.

Aber der Staat selber muss sich natürlich nicht an Vorschriften halten, die für uns Bürger gelten. Er kann sogar eine Borkenkäfer-Zucht betreiben…

 Es gibt nun manche Totholzfetischisten, bei denen man den Eindruck hat, dass sie sich ein solches Szenario geradezu wünschen. So meinte z.B. Herr Karl Friedrich Sinner, ehemaliger Direktor des Nationalparks Bayerischer Wald, zynisch: dies „sei natürliche Dynamik“, „der Borkenkäfer verjüngt den Bergwald.“

Ein großes Problem (von mehreren) beim Aufbau des gewünschten verjüngten Mischwaldes ist aber, dass manche Baumarten, z.B. Tanne und Buche vom Wild sehr stark verbissen werden. So sagte Herr Prof. Dr. Jürgen Bauhus, Prof. für Waldbau / Uni Freiburg: „Der Verbiss der Verjüngung ist das größte Hemmnis zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel.“

http://www.landtag-bw.de/cms/home/mediathek/videos.html?data-videochapterseconds=10737&mid=6e38f989-a6a5-456d-ada6-2e1c92859ad6

Herr Ensslen/NABU erklärte: „Wildverbiss behindert den Aufbau klimastabiler Wälder…Bergahorn, Eiche, Tanne haben kaum eine Chance, weil sie von Rehen weggefressen werden … dieses Waldsterben von unten müsse gestoppt werden.“ (Schwabo/22.11.2013)

Und auch der BUND forderte: „Übermäßiger Wildverbiss müsse verhindert werden. Ein intelligentes Wildtiermanagment von Rehen und Hirschen soll die Erlebbarkeit von Wild für den Besucher ermöglichen. Dabei sei die Zusammenarbeit mit den Jägern auch über die Nationalparkgrenze hinaus gefragt.“ (Schwabo/10.04.2013)

Ob wohl die Forderung des BUND nach einem „intelligenten Wildtiermanagement“ so aussieht, dass es ein Gehege gibt, in dem die Besucher die Tiere erleben können und auf der restlichen Fläche, also in den angrenzenden Wäldern werden die Tiere intensivst bejagt, oder sie werden, wie im Nationalpark Bayerischer Wald, in Wintergatter gelockt und dort geschossen?

Es ist übrigens sehr interessant, dass auch den Umweltverbänden zum Schutz der Bäume vor Wildverbiss nichts anderes einfällt, als den Schalenwildbestand radikal zu reduzieren. Im Gegensatz zu den Umweltverbänden, schützen viele der von diesen Verbänden immer wieder angegriffenen Privatwaldbesitzer den Jungbestand ihrer Tannen dadurch, dass sie die Gipfel der Jungbäume mit geeigneten Massnahmen schützen. Dies ist natürlich bedeutend aufwändiger, sowohl finanziell – vor allem aber auch zeitlich, als ein, auch von den Umweltverbänden gefordertes,       „Wildtiermanagement“ = Abschuss der angeblich zu hohen Wildbestände.

Auch hierbei zeigt sich mal wieder, dass der Wille sich für die Natur einzusetzen, bei manchen Personen und Verbänden da endet, wo es einen persönlichen Einsatz erfordert bzw. wo dieser Einsatz nicht bezahlt und auch nicht medien- und spendenwirksam vermarktet werden kann.

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 24.05.2014, in Form eines Interviews mit Nationalpark-Ranger Charly Ebel, über den Nationalpark Nordschwarzwald. In diesem Bericht konnte man folgendes lesen: „Der Wald soll Wald bleiben, mit dem natürlichen Kreislauf vom Wachsen bis zum Sterben. Die Tierwelt eingeschlossen. Charly Ebel vom Besucherzentrum Ruhestein ist klar, dass man den Terminus Wildnis erklären muss. Sein Vokabular hat sich bereits geändert. Er spricht nicht mehr von Jägerei, sondern von Wildtiermanagement.

Tiere werden hier nicht gejagt. Dass es zu einem Ungleichgewicht kommt, schließt er aus. Hirsche und Rehe, die immer wieder Schäden durch Verbiss an Jungpflanzen anrichten und deshalb bei Jägern besondere Aufmerksamkeit erfordern, dürfen ungehindert knabbern“.

http://www.rnz.de/rnzreise/00_20140524060000_110680687-Mit-dem-Ranger-durch-den-Nationalpark-Schwarzw.html#ad-image-0

So weit die Rhein-Neckar-Zeitung. Aber wie ist dies nun? Muss das „Waldsterben von unten gestoppt werden“ oder dürfen Hirsche und Rehe „ungehindert knabbern“?

Und wie kann man eigentlich „ungehindert knabbern“ und „natürlicher Kreislauf“ mit „Wildtiermanagement“ in Einklang bringen? Widersprüche und nochmals Widersprüche….

Vielleicht sollte Herr Ebel bevor er zukünftig Interviews gibt, seine Äußerung mit seinem Chef, Herrn Waldenspuhl, abstimmen. Denn wie man in einem Artikel der bo vom 26.01.2015 lesen konnte, soll im Nationalpark weiterhin gejagt werden, „2015 Jahr werde die Jagdzeit im Nationalpark im Vergleich zur bisherigen Praxis jedoch um drei Monate verkürzt.“ http://www.bo.de/lokales/achern-oberkirch/mehr-wildtiere-im-nationalpark

Außerdem wurde in einem Artikel in den Stuttgarter Nachrichten bereits am 14.11.2014 berichtet, dass zukünftig jeweils in zwei Wochen im August mit einer neuen Jagdmethode der sogenannten „Synchrondublette“ gejagt werden soll. Die erste Jagd mit dieser neuen Methode mit gut zwei dutzend Jägern, fand übrigens bereits im August 2014 statt, geschossen wurden 4 Tiere. Herr Waldenspuhl wurde übrigens in diesem Artikel noch mit der Aussage zitiert, dass zukünftig 140 Hirsche pro Jahr „verschwinden“ sollen. Dass bei der Jagd im August 2014 nur vier Tiere geschossen wurden, liegt wahrscheinlich auch an dieser neuen Jagdmethode, der „Synchrondublette“. Gemeint ist damit, dass versuchsweise bei der Jagd im Entwicklungsnationalpark Alt- und Jungtier von zwei Jägern gleichzeitig geschossen werden sollen. Denn man müsse „das Tradieren von schlechten Erfahrungen auf den Nachwuchs vermeiden“.   Man wolle „keine Zeugen hinterlassen.“

Weiter steht in dem Bericht, dass auch Herr Waldenspuhl das Wort „Jagd“ dabei nur noch unwillig in den Mund nimmt, auch er bezeichnet die Jagd jetzt als „Wildtiermanagement“, denn schließlich soll der Mensch in das Schutzgebiet ja nicht mehr eingreifen. Eigentlich.

Die Darstellung nach außen und das reale Handeln, erfolgen jedenfalls nicht als Synchrondublette!

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.jagen-im-nationalpark-hirsch-tot-kalb-tot-und-ganz-ohne-zeugen.56fd83b9-48fa-4e0c-9aa7-f2c026f0b431.html

In der bo konnte man am 26. Januar 2015 außerdem noch folgendes lesen: „Auf 500 bis 600 Rothirsche wird der Bestand im Nationalpark geschätzt. …Um ihre Wanderbewegungen und ihre Zahl besser kennenzulernen, wird diesen Winter erstmals ein professioneller Fährtensucher aus Kasachstan in den Nationalpark geholt. Außerdem wolle man ab Februar mehrere Tiere mit Sendern ausstatten, um ihre Wege verfolgen zu können,“ erklärte der Wildtiermanager des Nationalparks Schwarzwald, Friedrich Burghardt.
Aus eingesammelten Kotproben gewinne man genetische Daten. Darüber hinaus gibt es Fotofallen, um weitere Erkenntnisse über das geheime Leben des Wildes rund um Ruhestein, Schliffkopf und Seekopf zu gewinnen.
Außerdem ist er der Ansicht, dass „das im Ministerium in Stuttgart festgelegte Ziel, bis Ende Januar 146 Tiere zu schießen, schwer zu erreichen sei.“

http://www.bo.de/lokales/achern-oberkirch/mehr-wildtiere-im-nationalpark

Abgesehen davon, dass man nur noch darüber staunt was für ein kostspieliger Aufwand hier betrieben wird (professioneller Fährtensucher aus Kasachstan, Sender, genetische Daten) ist es außerdem sehr aufschlussreich, dass Herr Burghardt bereits am 26.01.2015 verkündet, dass die Vorgaben (Abschusszahlen) für das Jahr 2015 nicht einzuhalten seien!

Diverse ideologisch motivierte Aussagen von Verantwortlichen kollidieren auch in diesem Punkt offensichtlich mit der Realität! Aber etwas anderes haben wir auch nicht erwartet. Die Aussage von Herrn Burghardt ist jedenfalls ein weiterer Beweis dafür, dass die Aussagen und Zusagen von einigen der Entscheidungsträgern, auch und gerade aus dem MLR, nicht glaubwürdig sind!

Übrigens: Dem im Nationalpark geschossenen Rot- und Rehwild werden die Köpfe abgeschnitten. Die Köpfe dieser Tiere verbleiben als Biomasse im Nationalpark. Kann es sein, dass die Besucher des Nationalparks auch deshalb aus Teilbereichen des Nationalparks ausgeschlossen werden, weil sie dies nicht sehen sollen!? Kann es sein, dass gewisse Gutmenschen es nicht verkraften würden, wenn sie die Realitäten in den Nationalparken vor Augen geführt bekämen, wenn sie also ihrer romantisch verklärten, weltfremden Illusionen beraubt werden würden?

Forscher vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena haben zusammen mit rumänischen Kollegen in einer umfassenden, bisher einzigartigen Inventur auf fast 7000 Untersuchungsflächen in Thüringen und in Rumänien den Zustand der Waldverjüngung untersucht. Dabei stellten Sie auf den Flächen, auf denen der Mensch nicht in die Natur eingreift, einen deutlichen Artenverlust fest. In Thüringen gingen etwa 50 bis 60 Prozent der Baumarten durch Wildverbiss verloren. In Rumänien sind es bis zu 30 Prozent der Baumarten. Die Schäden sind in beiden Ländern am größten in geschützten Gebieten. „Die Situation ist äußerst ernst“, sagt Ernst-Detlev Schulze, Emeritus Professor am Max-Planck-Institut, da in Thüringen gerade weitere 25.000 Hektar Wald aus der Bewirtschaftung genommen werden sollen, um Arten zu schützen. Dadurch werden aber Buchen-Monokulturen erzeugt, da Buchentriebe deutlich weniger von Reh und Hirsch gefressen werden als die ökologisch erwünschten Begleitbaumarten. Die entstehende Situation sei „vergleichbar mit anderen Monokulturen“, so Prof. Schulze. Helge Walentowski von der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft in Freising kritisiert einen „zu eng fokussierten Naturschutz“. So gebe es in Schutzgebieten viel Totholz, aber keine Schmetterlinge mehr. Verbiss führt zu einem Artenschwund bei den Schmetterlingen. „Jede zweite Art stirbt, weil die Nahrungsgrundlage der Insekten, die meist auf eine oder wenige Pflanzenarten spezialisiert sind, im Keimlingsalter weggefressen wird“.

Die Erfahrungen aus Rumänien zeigen übrigens, dass auch die Wiederbesiedelung mit Raubtieren das Problem nicht löst. Olivier Bouriaud vom rumänischen forstlichen Forschungs- und Management-Institut in Bukarest berichtet: „Wir haben nämlich Wolf, Bär und Luchs. Doch jagt der Wolf lieber ein Schaf auf den alpinen Weiden als ein Reh auf alpinen Waldhängen“.

Fazit aus diesen umfassenden im Dezember 2014 veröffentlichten Untersuchung: Nicht überall, wo Artenschutz draufsteht, ist auch Artenschutz drin! Nur eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wald und Wild kann den Zustand der Biodiversität im Wald erhalten! (factum 1/2015) http://www.mpg.de/8788059/wildverbiss-artenschutz

 

 

Dass für etliche Befürworter ihre ideologisch motivierten Vorhaben wichtiger sind als Fakten, erkannte auch BZ-Redakteur Stefan Hupka bereits am 03.05.2014. In einem Kommentar bezeichnete er den Nationalpark Schwarzwald als: „Prestigeprojekt ohne Nutzen“. Im Text schrieb er dann: „…Noch ein Nationalpark, muss das sein? Wozu soll er dienen? Der Naturschutz braucht ihn jedenfalls nicht, den gibt es auch da, wo es keine Nationalparks gibt, strengen Naturschutz sogar. Und der Nordschwarzwald macht keineswegs einen geschundenen Eindruck, an Arten ist er eher reicher als andere Wälder in Deutschland. Wer Natur pur erleben will, kann das hier schon immer….“ Wie recht er hat! Leider waren jedoch solche Artikel im Vorfeld der Einrichtung des NLP in den Zeitungen Mangelware.

http://www.badische-zeitung.de/kommentare-1/prestigeprojekt-ohne-nutzen-der-nationalpark-schwarzwald–84176562.html

Es ist schon paradox, in den achtziger Jahren, der Gründungsphase der „Grünen“, wurde von diesen mit dem Slogan: „Wenn der Wald stirbt, stirbt der Mensch“ gegen das Waldsterben und für den Erhalt unserer grünen Wälder gekämpft. „Ohne die Angst vor dem Waldsterben hätte es die Grünen nie gegeben“, hatte später der „Berliner Tagesspiegel“ resümiert. Und heute, heute kann es den „Grünen“ nicht genug graue, abgestorbene, vermodernde Bäume geben und wir Schwarzwälder kämpfen gegen dieses ideologische Prestigeprojekt der „Grünen“ und für den Erhalt unserer Wälder und ihrer Artenvielfalt! http://www.spiegel.de/einestages/waldsterben-a-946789.html