Während der gesamten Planungsphase des Entwicklungsnationalparks Schwarzwald wurde immer wieder versucht uns Gegner des Vorhabens zu diskreditieren. Dabei schreckten etliche der Unterstützer auch vor Unwahrheiten nicht zurück. So bezeichnete Herr Bonde uns als „Naturschutzgegner“ und als „Gegner biologischer Vielfalt“. Herr Kretschmann behauptete wir Gegner würden uns „fanatisieren“. Auch die Herren Vetter (02.11.2013, BNN-Interview) und Pauli von der CDU bezeichnen uns als „radikale Nationalparkgegner“ bzw. sprechen von „militantem Widerstand“. Es gibt sogar Befürworter, die uns als „fundamentalistisch“ bezeichnet haben. Fakten / Beweise für diese Verunglimpfungen blieben sie schuldig.

Es war auch sehr erstaunlich, wie sich manche Befürworter/Medienvertreter empörten, weil wir Gegner Herrn Kretschmann und Herrn Bonde bei der Vorstellung des Gutachtens ausgebuht und ausgepfiffen haben. Plötzlich regen sie sich über diese Proteste auf, übersehen aber, dass vorher unsere Argumente konsequent beiseite gewischt wurden, dass es eben keine „Diskussionen auf Augenhöhe“ gegeben hat. Erst als wir laut wurden, bekamen wir mediale Aufmerksamkeit – wenn auch negative. Es ist schon sehr verwunderlich, wie sich ausgerechnet Politiker der Grünen an den Protestformen stören. Anscheinend haben sie ganz vergessen, dass es wohl kaum Grünen-Politiker aus der alten Garde gibt, die nicht selbst bei gewalttätigen Protesten (Steine werfen …) dabei waren, oder bei solchen Aktionen sogar mitgemacht haben. Abgesehen davon, wurde 1972 unter der Regierung Brandt ein sogenannter „Radikalenerlass“ beschlossen, der damals auch auf einige der heute führenden Grünenpolitker angewandt werden musste. Angesichts dieser Vergangenheit von heute in Amt und Würde tätigen Politikern ist die manchmal mimosenhafte Empfindlichkeit noch weniger zu verstehen. Dass es nicht angenehm ist, wenn man ausgebuht wird, ist klar. Doch bei S21 war die Wahrnehmung auch dieser Personen eine ganz andere als bei uns hier im Schwarzwald. Bei S21 beschönigte man sogar Sprechchöre die indirekt Menschen den Tod wünschten (Grube auf, Grube rein, Grube zu…) oder massive Sachbeschädigungen!

Es ist anscheinend insbesondere bei linken Politikern, aber leider nicht nur bei diesen, wie z. B. die Herren Vetter und Pauli von der CDU beweisen, üblich, dass man versucht Andersdenkende zu diskreditieren, dass man versucht sie mundtot zu machen indem man sie als fanatisch, radikal, militant, fundamentalistisch (z. B. Südwestpresse 11.04.2013)…. bezeichnet. Es wird damit kein anderes Ziel verfolgt, als zu verleumden, zu diffamieren. Dies ist insowweit infam, da damit unsere demokratische Grundprinzipien missachten werden.

Aber nicht nur Politiker versuchten uns aus Mangel an Argumenten zu diskreditieren, auch Verantwortliche des „Freundeskreises Nationalpark“ waren hier sehr kreativ. Beispiel: In der Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg“, ausgestrahlt am 22.03.2013, behauptete Herr Karl-Ernst Rothfuss: „ich habe gehört, dass einem Bekannten das Auto zerkratzt wurde.
https://www.youtube.com/watch?v=DWlmiCIXM68

Auch der Reutlinger General-Anzeiger berichtete am 15.02.2013: „Nationalparkpläne sorgen für Beben im Schwarzwald“ … „Wer auf seinem Auto mit Aufklebern für den Nationalpark wirbt und sich den Gegnern stellt, dem kann es wie Jochen Rothfuß passieren, dass er danach einen Kratzer an der Tür hat“.

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.baiersbronn-nationalpark-eskaliert-bald-die-stimmung.149db309-93a1-4411-9084-028655560086.html

Monatelang wurden diese Aussagen immer wieder von den Medien aufgegriffen. Im Rückblick kann man sagen, dass diese Geschichte, basierend auf einer Lüge, wesentlich dazu beigetragen hat, uns Gegner in ein schlechtes Licht zu rücken. Diese Unterstellung dürfte auch der Auslöser für die Bischöfe der evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg gewesen sein, die Gegner zur „Mäßigung“ aufzurufen. So schrieb der Schwarzwälder Bote, dass die Landesbischöfe Ulrich Fischer und Frank Otfried July mit „zunehmender Sorge“ sehen würden, „dass manche Kritiker eine zunehmend unangemessene Schärfe bis hin zu persönlichen Anfeindungen praktizieren“ würden.

Eine, ob unbeabsichtigte oder beabsichtigte Folge (von Landesbischof Fischer a.D.!?) war, dass dadurch der Widerstand geschwächt wurde und die Einrichtung des Nationalparks noch besser vorangetrieben werden konnte. Die Kirchenvertreter (egal ob Pfarrer, Dekane oder Bischöfe) sollten einmal darüber nachdenken, ob nicht dieses Nationalpark-Haus auf Sand gebaut ist, um es in der biblischen Sprache auszudrücken. Wäre es nicht vielmehr positiv gewesen, wenn die Kirchen einen Beitrag dazu geleistet hätten, im Schwarzwald ein „Haus auf Fels“ zu bauen, sprich der Wahrheit ans Licht zu helfen? Leider wurde diese Chance bis heute nicht wahrgenommen – die Menschen und die Schöpfung leiden darunter!

Erst im August 2013 hat dann eine Journalistin (Frau Krügel/Zeitenspiegel) vor ca. 10 Zeugen gesagt, dass Herr Jochen Rothfuss ihr gegenüber zugegeben hat, dass sein Auto gar nicht zerkratzt worden ist!

Aber nicht nur Bischöfe, sondern auch die Bundespolitik fiel auf die Machenschaften und die Selbstdarstellung der Befürworter als Gutmenschen herein. Im Schwarzwälder Bote konnte man am 28.10.2013 folgendes lesen: Peter Altmaier, CDU Bundesumweltminister zeichnet Freundeskreis Nationalpark als Projekt des Jahres der UN-Dekade Biologische Vielfalt aus.
Besonders freuen sich Freundeskreis und NABU, dass CDU-Minister Altmaier neben dem allgemeinen Engagement insbesondere auch die Dialogoffenheit der Nationalparkbefürworter lobte. „Das bestärkt uns, dass wir mit unserer Strategie, auf die Kritiker zuzugehen und den Dialog zu suchen, richtig lagen. Auch wenn die Gegner unsere offenen Türen immer wieder zuschlagen“, sagte Fritz vom Freundeskreis Nationalpark.

Herr Fritz „übersieht“ bei seiner Aussage ganz bewusst, das die angeblich „offenen Türen“ nur dann offen sind, wenn man das Projekt unterstützt.

In einem anderen Bericht konnte man lesen: Bundesumweltminister Peter Altmaier würdigte den Einsatz für die Einrichtung des ersten Nationalparks in Baden-Württemberg: „Wir brauchen Menschen, die sich mit Leib und Seele für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen und gleichzeitig dialogoffen bleiben. Ich gratuliere dem Freundeskreis herzlich zu der Auszeichnung als Projekt des Jahres 2013 der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Das ist ein beachtlicher Erfolg.”

Übrigens: Im Vorstand des von Herrn Altmaier ausgezeichneten Freundeskreises Nationalpark sind auch Karl-Ernst Rothfuss und Jochen Rothfuß!

Hier wurde also ein Verein ausgezeichnet, dessen Repräsentanten sich teilweise an der Verbreitung von Verleumdungen zumindest beteiligt, wider besseren Wissens dazu geschwiegen, oder diese Verleumdungen evtl. sogar selbst in die Welt gesetzt haben!

Als Konsquenz auf diese Auszeichnung trat die AGDW (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände) mit ihrem Geschäftsführer Michael Rolland, am 29.10.2013 aus der Fachjury der UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland aus. „Wir können die Auszeichnung des ideologisch geprägten Projekts zur Einrichtung des Schwarzwald-Nationalparks nicht mittragen und bedauern, dass nicht stattdessen eines der vielen Projekte mit intelligenten sowie integrativen Ansätzen ausgezeichnet wurde“ so Rolland.
http://www.waldeigentümer.de/Presse/Pressmitteilungen/Rueckzug- aus-Fachjury-U

Man kann übrigens davon ausgehen, dass einige Befürworter Verleumdungsgeschichten aus anderen Nationalparkregionen übernommen haben. So zitierte der Schwabo am 19.10.2011 in einem Artikel Herrn Dr. Friedhart Knolle, Nationalparksprecher des NLP Harz, dass dort „Autoreifen zerstochen worden seien. Aber heute gebe es im Harz niemanden mehr, der den NLP nicht wolle“. Ob es dort wohl wirklich zerstochene Autoreifen gegeben hat – und wenn ja von wem und warum? Eines wissen wir jedenfalls hundertprozentig, nämlich dass es im NLP Harz nach wie vor viele Menschen gibt, die diesen ablehnen.

Zu vermuten ist außerdem, dass die Erzählung von Herrn Knolle manche Befürworter auf die Idee brachte, die Gegner hier mit vergleichbaren Geschichten zu verleumden!

Im NLP Harz werden übrigens jährlich ca. 600 Stück Rotwild gejagt, denn „man müsse den zerstörerischen Fraß an Laubbäumen eindämmen“, sagte ein Mitarbeiter des Nationalparks Harz. Denn schließlich sei es so, dass „wenn Sie drei Tiere nicht töten, sterben drei Buchen.“

Als jedoch im Nov. 2011 der FDP-Politker und Umweltminister Hans-Heinrich Sander sich an einer Jagd im NLP beteiligen wollte, gab es indirekt Morddrohungen von Tierschützern gegen ihn. „Ein Sprecher des Nationalparks teilte daraufhin NDR 1 Niedersachsen mit, dass massive Sicherheitsbedenken bestehen. Im Weser-Kurier konnte man lesen: „Revierförster Rolf Maßmann traute am Sonnabendmorgen seinen Augen nicht. In der Nähe seines Hauses und Büros am Großraumparkplatz Wolfstein bei Bad Harzburg prangten mehrere Aufkleber. Sie zeigten das Konterfei von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP), an dem symbolisch Blut herablief. Darunter stand: „Na dann viel Spaß bei der Jagd, Herr Sander!“
http://www.weser-kurier.de/region_artikel,-Politiker-Pirsch-abgeblasen-_arid,178961.html

Daraufhin wurde die Jagd von der Nationalparkleitung abgesagt – „die notwendige Reduzierung des Wildtierbestandes soll nun in aller Stille ohne Minister und Abgeordnete stattfinden“.
Über diese Vorkommnisse berichten die Medienvertreter hier vor Ort natürlich nicht! Dies hätte natürlich auch nicht in ihr ideologisch geprägtes Gutmenschen-Weltbild gepasst.
http://anti-jagd.blog.de/2011/11/07/staatsjagd-harz-abgesagt-12129995/

Als wir Gegner nach einer langen Zeit in der unser Argumente kleingeredet bzw. ignoriert wurden, in der wir belogen wurden, mehr auf Emotionen setzten um uns endlich Gehör zu verschaffen, wurden wir erst recht diffamiert. Menschen, die noch nie in ihrem Leben demonstriert hatten, Jung und Alt, Männer und Frauen, viele davon wohl eher konservativ und christlich eingestellt, aber auch viele, denen die Demokratie und wirklicher Naturschutz noch etwas wert ist, beschlossen, sich für ihre Heimat, ihre Lebensgrundlage, die wunderschöne Natur vor ihrer Haustür einzusetzen und gingen auf die Straße und protestierten.

Damit haben wir natürlich etwas ganz Schreckliches getan. Wir haben es gewagt, Politiker auszubuhen, auszupfeifen und haben ihnen die rote Karte gezeigt, Plakate entfaltet und ein Heimatlied vorgetragen. In den Augen mancher Befürworter, stellte uns dies wohl schon beinahe auf eine Stufe mit Terroristen!? Aber, wie hätten wir uns noch anders Gehör verschaffen sollen? Alles andere wollten die Verantwortlichen doch nicht hören! Das mussten sie nun hören!

Geerntet haben wir für unseren Einsatz nicht den Erfolg, des Gehörtwerdens, keine Kompromisslösung, sondern wir wurden als radikal, fundamentalistisch, militant usw. bezeichnet oder es gab Aussagen wie zum Beispiel die von Herrn Julian Osswald, Oberbürgermeister von Freudenstadt (Schwarzwälder Bote, 15.04.2013):
„Es ist für mich eine Frage der Kultur, wie man miteinander umgeht – gerade auch mit Menschen, die eine andere Meinung haben.“ Nur, warum regt er sich nur über Pfiffe und Buhrufe auf und nicht auch über gebrochene Versprechen und Verleumdungen? Glaubwürdigkeit sieht anders aus! Oder gehört es bei den Befürwortern zur „Kultur“, Zusagen nicht einzuhalten, Gegner zu diskreditieren und die Öffentlichkeit über viele Fakten zu täuschen? Die Vertreter dieser „Kultur“ sind übrigens die Gleichen (Grün-Rot + einzelne CDU-Bürgermeister und Landräte), die momentan noch in unserem Land die Macht haben!

Doch nicht nur in erfundenen Geschichten wurde versucht die Nationalpark-Gegner zu diskreditieren, sondern auch durch öffentliche Beschimpfungen, durch „Bashing“ würde Herr Schmiedel im schönsten denglisch wohl sagen.

Nachfolgend beispielhaft ein paar Aussagen von Funktionären von Naturschutzverbänden, die jeglicher Grundlage entbehren.

So berichtete z. B. der Schwarzwälder Bote am 16.11.2013, dass Herr Andre Baumann (NABU) „es erschreckend nennt, dass sich Peter Hauk mit radikalen Nationalparkgegnern verbrüdert hat“. Über Herrn Baumann und den NABU wollen wir hier in diesen Abschnitt aber gar nicht weiter eingehen.
Denn nicht nur der NABU sondern auch der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) beteiligt sich an dieser hasserfüllten Hetze. Ein besonders abschreckendes Beispiel dafür, wie wir Gegner diffamiert wurden, liefert eine Veröffentlichung von Axel Mayer, Geschäftsführer des BUND, welche auf der Homepage des BUND Südlicher Oberrhein erschien. Folgendes schrieb er:

„Die CDU ist in Sachen Nationalpark gespalten. Da gibt es den alten strukturkonservativ-rückwärtsgewandten Flügel, der jede Veränderung und einen Nationalpark ablehnt und einen modernen, wertkonservativen Flügel, der den Nationalpark als Chance für Mensch, Natur und Heimat begrüßt. Vor den Wahlen zum Bundestag setzte die CDU allerdings auf Fundamentalopposition. Es ist traurig, aber wer Egoismen gut bedient wird gewählt. Auch bei der Abstimmung im Landtag am 28.11.2013 stimmten FDP und CDU für die Interessen der Holzlobby und gegen die Natur.“

Diese Formulierungen sind typisch für Herrn Mayer (wie auch für andere Befürworter). Alle die, die nicht gleicher Ansicht sind wie er, werden als rückständig bezeichnet und handeln angeblich nur aus egoistischen Motiven. Aber ist es wirklich rückwärtsgewandt wenn man Zukunft gestalten will? Wenn man zugunsten von bedrohten Arten eingreifen will? Ist es nicht vielmehr „rückwärtsgewandt“ wenn man aus einer Kulturlandschaft wieder Wildnis machen will, wo doch selbst die Befürworter nicht sagen können, wie sich dieses „großflächige Versuchslabor“ (Zitat NABU) entwickeln wird? Ist es nicht rückwärtsgewandt, wenn es Befürworter wie Herrn Baumann (NABU) gibt, dem es offensichtlich egal ist „…ob die eine Art kommt und die andere ausstirbt“? Uns ist dies jedenfalls nicht egal!

Weiter schrieb Herr Mayer: Der Slogan der gut organisierten Nationalparkgegner lautet: „JA zum Wald – NEIN zum Nationalpark Nordschwarzwald“, doch das „Ja zum Wald“ ist wohl eher ein „Ja zum Holz“… Geld macht Meinung. Die Sägewerke im Schwarzwald stecken aus ganz anderen Gründen in einer tiefen Krise. „Das Problem der deutschen Sägeindustrie: Es gibt zu viele Mitbewerber. Fachleute schätzen, dass die Sägewerke der Republik etwa 2,5-mal mehr Holz sägen könnten, als ein nachhaltiger Einschlag im Wald erlaubt.“ schreibt die BZ. Ein Sündenbock Nationalpark bietet sich da an, um abzulenken, schreibt Herr Mayer.

Aber ist unser Ja zum Wald, wirklich nur ein Ja zum Holz? Unser Ja zum Wald ist auch ein Ja zur Nutzung der Biomasse, und es ist deshalb auch ein Ja zum Schutz des Klimas und es ist ein Nein zur Ausbeutung von anderen Ländern und zur Umweltzerstörung in anderen Ländern! Im Gutachten steht übrigens auch, dass „eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen (für Sägewerke), durch eine weitere Rohstoffverknappung … daher auch zur Schließung einzelner Betriebe führen könnte“ (Punkt 24, Zusammenfassung Gutachten).

Unter der Überschrift „Woher kommt der Hass?“ schrieb er:
Es ist erschreckend, wie hasserfüllt manche Nationalparkgegner argumentieren und vorgehen. So sahen sich sogar die Landesbischöfe Frank Otfried July und Ulrich Fischer genötigt, zu fordern, „die Diskussion fair und respektvoll zu führen“. Man sehe mit „zunehmender Sorge“, so die Kirchenvertreter, „dass manche Kritiker eine zunehmend unangemessene Schärfe bis hin zu persönlichen Anfeindungen praktizieren“. Die Stuttgarter Nachrichten berichten:
Vor wenigen Tagen in Baiersbronn: Fragt ein Gegner einen Befürworter des geplanten Nationalparks: „Wann ist genau die Informationsveranstaltung zum Nationalpark?“ Antwortet der: „17. April um 19.00 Uhr in der Schwarzwaldhalle. Wir sehen uns, oder?“ Sagt der Gegner: „Wenn du bis dahin noch lebst.“

Wolfgang Sönning, stellvertretender Dekan in Baiersbronn, berichtet von „Vorwürfen und Drohungen“. Manche Geschäftsleute würden unter Druck gesetzt. Nach dem Motto: Wenn ihr ein Plakat Pro Nationalpark aufhängt, verliert ihr Kunden. Ein Unternehmer bestätigt das: „Ich bin für den Nationalpark, werde das aber öffentlich nicht mehr sagen. Das ist mir zu gefährlich.“ Auch Hoteliers, die sich vom Nationalpark einen Schub für den Tourismus erhoffen, sorgen sich um Ansehen und Gesundheit. „Die Gegner des Nationalparks sind verbittert und voller Hass. Ich fürchte, dass die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken“, erzählt ein Gastronom, der ebenfalls anonym bleiben will. (Zitatende)

Dass auch bei diesen Anschuldigungen nie „Roß und Reiter“ genannt wurden, so dass man der Sache auf den Grund hätte gehen können, überrascht wohl niemand. Dass ein Pfarrer, der Kraft seines Amtes als glaubwürdig gilt, nämlich Herr Sönning, solch eine einseitige Darstellung in einem Interview von sich gab, ist erschreckend. Vielleicht hätte er auch mal mit Gegnern sprechen sollen, wie diese als Arbeitnehmer z.B. von Behördenleitern unter Druck gesetzt wurden.

Anonyme Anschuldigungen, gegen die man sich nicht wehren kann, ist dies die Grundlage auf der manche Befürworter Gespräche führen wollen, auf deren Grundlage sie medial ihre „Dialogoffenheit“ zelebrieren? Übrigens hat sich ja dann bei der Vorstellung des Gutachtens in Baiersbronn gezeigt, wer vor Gewalt nicht zurückschreckte – nämlich ein Befürworter, der Gegner tätlich angriff!

Herr Mayer schrieb außerdem: Es fällt auf, dass zwischenzeitlich bei vielen Umwelt- und Naturschutzkonflikten Nationalparkgegner, Klimawandelleugner und Gegner der Energiewende zunehmend hasserfüllt agieren und argumentieren und dass in Deutschland langsam eine Bewegung entsteht, die der amerikanischen Tea Party Bewegung in vielem ähnelt. … In den großen Konflikten um unsere bedrohte Restnatur, sei es beim Nationalpark Nordschwarzwald, beim IRP, bei den Themen Flächenverbrauch und Zersiedelung halten sich die vielen NaturschützerInnen & BiologInnen meist „vornehm“ und schüchtern zurück und überlassen die öffentliche Debatte & Leserbriefe den gut organisierten Lobbyisten und dem Stammtisch. Manche Spezialisten sehen auch nur ihr „Lieblingsbiotop“ und vergessen darüber den großen Zusammenhang. …

Es wäre sehr interessant zu erfahren, in welch „großen Zusammenhängen“ Herr Mayer denkt. Denn Klimawandelleugner sind ja wohl die, die die vorhandene Biomasse in unseren Kulturwäldern nicht nutzen wollen und stattdessen in anderen Ländern Urwälder zerstören lassen oder als Ersatz (Braun)Kohle importieren, oder die, die Flächenstilllegungen befürworten und in Kauf nehmen, dass als Ersatz noch mehr Lebensmittel aus anderen Regionen der Erde eingeführt werden. Offensichtlich ist Herr Mayer so von Hass erfüllt, dass er keine klare Sicht mehr auf die weltweiten Klima- und Umweltprobleme hat, dass er nur noch die Dinge wahrnimmt, die sich innerhalb seines sehr beschränkten Sichtfeldes befinden.

Weiter schrieb er: Es ist beeindruckend,wie geschickt die ökonomischen Interessen der Nationalparkgegner mit einem „grünen Mäntelchen“ bedeckt werden, wie mit vorgeschobenen, falschen „Naturschutzargumenten“ gegen Natur argumentiert wird. Ängste werden gezielt geschürt und dann gibt es noch die weit verbreitete Angst vor „Unordnung im Wald“. Nationalparkgegner gibt es nicht nur in den Wäldern Amazoniens und in Afrika … so schreibt Herr Mayer.

Wenn wir Gegner mit Umweltthemen, wie Klimaschutz, Auerhuhn … argumentieren, werden wir sofort als unglaubwürdig hingestellt, unsere Argumente werden ignoriert, und uns selbst versucht mal als „falsche“ Gesellen hinzustellen, die hinter einem „grünen Mäntelchen“ ihre angeblich wirklichen Motive verstecken. Aber so sind sie halt „die“ Befürworter. Wenn sie gegen Argumente nicht ankommen, schrecken sie auch nicht davor zurück, uns Gegner zu verleumden! Nicht wahr Herr Mayer?

Auch ist er der Ansicht, dass „bei vielen großen Konfliktthemen im Naturschutz am Oberrhein und im Schwarzwald immer wieder eine deutsche Urangst hervorschimmert. Es sei die große Angst vor Veränderung und Unordnung. Das beginne im Kleinen, beim sauber auf- und ausgeräumten Garten, in dem kein Vogel mehr einen Brutplatz findet. Es ginge weiter mit der auf- und ausgeräumten Kulturlandschaft, wo Hochstammbäume und Hecken in der Maissteppe nichts mehr zu suchen haben. Auch die großen Konflikte um den Nationalpark Nordschwarzwald oder um die Ökologischen Flutungen beim Integrierten Rheinprogramm seien von solchen Ängsten geprägt. Ein Wald, der sich „ungeplant und nicht von Menschen gesteuert“ verändere, eine neu entstandene Kiesbank nach einem Hochwasser im Taubergießen … Solche Veränderungen oder gar „Wildnis“ löse tiefsitzende Ängste aus. Ein „aufgeräumter, sauberer“ Schwarzwald sei dann das Ergebnis solchen Denkens.“

Wie schizophren diese Äußerungen von Herrn Mayer sind, wird jeder, der das Kapitel „Natur Natur sein lassen“ gelesen hat, sofort feststellen. Man denke dabei nur an die „Pflegemaßnahmen“, die die Naturschutzverbänden landauf landab durchführen. Wenn es die „deutsche Urangst“ wirklich geben würde, dann wären es wohl die Vertreter der Naturschutzverbände, die von dieser Krankheit am meisten befallen wären.

Fort fährt er mit den Worten: „Wer sich auf den Straßen und in den Orten in und um den geplanten Nationalpark Nordschwarzwald umschaut, sieht Kurzzeit- und Tagestouristen, die zumeist wenig Geld in Region bringen. „Die älteren Gäste wollen keine Wildnis“ ist ein häufig zu hörendes Argument im Nordschwarzwald. Dass junge und alte Touristen Wildnis mögen und immer stärker suchen, zeigt nicht nur der Nationalpark Bayrischer Wald. Es ist schade, dass sich der Schwarzwaldverein bisher noch nicht eindeutig für einen Nationalpark ausgesprochen hat.“

Herr Mayer behauptet, dass die Touristen „zumeist wenig Geld in die Region bringen“. In der Zusammenfassung des Gutachtens steht unter Punkt 48: „die bereits heute getätigten durchschnittlichen Tagesausgaben liegen bei den Übernachtungsgästen mit 138,63 Euro pro Tag deutlich höher als in anderen Reisegebieten Deutschlands. Auch die durchschnittlichen Tagesausgaben der Tagesreisenden sind mit 26,12 Euro pro Tag sehr hoch“. Abgesehen davon sind gerade im Bayerischen Wald die Gästezahlen in den letzten Jahren trotz NLP deutlich zurückgegangen. Vielleicht hätte sich Herr Mayer zuerst mal mit den Fakten beschäftigen sollen, bevor er solch nachweislich falsche Behauptungen aufstellt!

Im nächsten Abschnitt schrieb er:
„Nicht die lärmenden Nationalparkgegner und deren Seilschaften, sondern die Befürworter sind die Mehrheit. Das Forsa-Institut befragte in einer repräsentativen Umfrage im November 2012 Menschen aus den Landkreisen Freudenstadt, Rastatt, Calw und Ortenaukreis zur Einrichtung des Nationalparks im Nordschwarzwald. (Anmerk.: befragt wurden 502 Personen) Nach der aktuellen Umfrage findet die Einrichtung des Nationalparks in allen Altersklassen Zustimmung. Die Pläne der grün-roten Landesregierung werden außerdem nicht nur von den eigenen Wählern unterstützt. Auch die Mehrheit der CDU Wähler steht dahinter: 56 Prozent befürworten den Nationalpark.“

So so, wir sind also „lärmende Nationalparkgegner“. Im Diskreditieren ist Herr Mayer einfach Spitze! Übrigens: Wenn man nicht von Umweltschutzverbänden bezahlte Umfragen als Grundlage nimmt, sondern tatsächlich durchgeführte Bürger- und Mitgliederbefragungen, dann fällt das Ergebnis ganz anders aus als Herr Mayer hier suggeriert. Auf der Grundlage von 50.000 befragten Bürgern, waren nämlich im Durchschnitt 75% der Bürger dagegen und bei der Befragung aller CDU-Mitglieder im Kreis Freudenstadt gab es ein Ablehnung von 80,4%. Wie sagte doch Herr Schmiedel? – „Umfragen sind das Eine, Wahlen das Andere“.

Weiter schrieb Herr Majer: Wer die Wortmeldungen von überzeugten Nationalparkgegnern hört, der hört oft das Wort Heimat. „Der Nationalpark bringt ungeliebte Veränderungen und gefährdet so Heimat“ wird gesagt. Die alten Fichtenmonokulturen werden gerade von strukturkonservativen Menschen und manchen Parteivertretern als Heimat empfunden.
Doch niemand hat den Heimatbegriff für sich gepachtet. Die Menschen, auch im Schwarzwald, haben in den letzten Jahren immer wieder erleben müssen, dass „Hirschhornknopftragende Politiker in Trachtenjacken, die gerne von Heimat reden“ häufig fast allen heimatzerstörenden Großprojekten und Naturzerstörungen zugestimmt haben. Ein Nationalpark, der das Naturerbe in seiner Vielfalt bewahrt und dennoch verändert, kann Heimat sein. Auch Heimat verändert sich, muss sich positiv verändern. Heimat ist eben auch bunte Vielfalt und nicht monokulturelle Einfalt.

Wir haben hier, aus historischen Gründen zwar eine Fichtendominanz, diese ist aber in manchen anderen Landesteilen noch stärker ausgeprägt. In der Zusammenfassung des Gutachtens steht übrigens unter Punkt 119: „Die bereits jetzt vorhandene überdurchschnittliche Arten- und Lebensraumvielfalt…“. Die Fichte gehört im Suchraum, laut Gutachten, übrigens auf „50% der Fläche zum natürlichen Wald“ (Punkt 84).
Herr Mayer beweist auch mit seiner Wortwahl, dass er sein von Vorurteilen geprägtes Schwarz-Weiß-Denken zur Handlungsmaxime gemacht hat. Dies kommt auch deutlich zum Ausdruck, wenn er von „hirschhornknopftragenden Politiker in Trachtenjacken“ spricht, die “heimatzerstörenden Großprojekten und Naturzerstörungen“ zugestimmt haben.
Wir haben uns überlegt, an wen er dabei gedacht haben könnte? Einstimmiges Ergebnis: Er kann damit nur Herrn Bonde gemeint haben, den nur auf diesen treffen alle diese Attribute zu.

Wir waren eigentlich der Ansicht, dass Herr Mayer, in seinem Schwarz-Weiß-Denken, Herrn Bonde und dessen Handeln positiv sehen würde, haben uns aber anscheinend in dieser Einschätzung geirrt!

Leider war aber diese objektive Beurteilung von Herrn Bonde und dessen Handeln durch Herrn Mayer nur von kurzer Dauer, die Phase in der er seine „monokulturelle Einfalt“ verlassen hat, war schon im nächsten Abschnitt Geschichte und er fiel wieder in die altbekannten Denkmuster zurück, in denen man Fakten weitgehend vermisst. Er schrieb nämlich:

Ein Nationalpark Nordschwarzwald wäre auch ein Stück Heimat in unserer ausgeräumten und zersiedelten Landschaft. Auch die Menschen in den Gemeinden im Schwarzwald könnten profitieren. Überall dort, wo es Nationalparke gibt, hat ein naturverträglicher Tourismus eingesetzt, der Gelder in die Gemeinden bringt und Arbeitsplätze schafft, denn Nationalparkbesucher sind meist keine Tagestouristen und bleiben länger. Und die Einheimischen sind stolz auf das gerettete, faszinierende Naturerbe vor ihrer Tür.

Es mag ja sein, dass Nationalparks Geld in Gemeinden bringen, dies sind aber in erster Linie Subventionen, bezahlt aus diversen Subventionstöpfen, aus Steuermitteln!

Wenn Herr Mayer behauptet, dass NLP-Besucher meist keine Tagestouristen seien, dann widerspricht dies dem Gutachten. In der Zusammenfassung des Gutachtens (Seite 5) steht nämlich: „…davon werden etwa 190Tsd. Übernachtungsbesucher und etwa 255Tsd. Tagesbesucher zusätzlich die Region bereisen.“

Man kann Herr Mayer, in seinem eigenen Interesse, nur empfehlen, sich zukünftig mehr mit den Fakten und weniger mit Wunschvorstellungen, Ideologien und Agitation zu beschäftigen. Seiner Glaubwürdigkeit würde dies gut tun…!
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/nationalpark-nordschwarzwald.html

Herr Mayer beschreibt sich übrigens selbst so (Auszüge): „Interesse und Engagement in Sachen, Umwelt, Natur, Nachhaltigkeit, Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und getragen von der Hoffnung auf das vor uns liegende Zeitalter der Aufklärung“ … er ist „erschreckt über die ihn umgebende Umwelt- und Innenweltverschmutzung, die fortschreitende Zerstörung seiner Heimat am Oberrhein und die Manipulierbarkeit der Menschen“.

Glaubwürdig ist diese Selbstbeschreibung von ihm nicht. Denn sonst dürfte er nicht den Willen der Bürger hier vor Ort mit Füßen treten und auch sein Versuch die Gegner des NLP mit falschen, hasserfüllten Aussagen zu diskreditieren, die öffentliche Meinung zu manipulieren, ist nicht in Einklang zu bringen mit seinem Anspruch!!!

http://www.bund-rvso.de/team.html