Herr Waldenspuhl tingelte in den zwei Jahren Planungszeit von Veranstaltung zu Veranstaltung um als ‚Forstexperte‘ über den Entwicklungsnationalpark zu informieren. Dass er inzwischen einer der beiden Leiter des Entwicklungsnationalparks ist, wirft nun doch ein anderes Licht auf seine „Informationsveranstaltungen“. Denn, dass er sich immer für die Schaffung des Entwicklungsnationalparks einsetzte, konnte jeder feststellen, der bei solch einer Veranstaltung dabei war. Ob man wohl falsch liegt, wenn man vermutet, dass diese Werbeveranstaltungen offizielle, von uns Steuerzahlern – auch von uns Gegnern – bezahlte Arbeitszeit war? Was nun aber doch noch nachdenklicher macht, ist, dass er inzwischen einer der zwei Leiter des Entwicklungsnationalparks ist. Die Frage stellt sich natürlich, wie lange wusste er schon, dass er diesen Posten erhalten wird? Machte er nur deshalb Werbung für den Entwicklungsnationalpark, um letztendlich diesen neu geschaffenen Posten auch zu erhalten? Dass er als Experte bei sämtlichen Veranstaltungen somit eben kein unabhängiger Experte sondern parteiisch war, dürfte vor diesem Hintergrund jedem klar sein.

Eine seiner größten Ängste ist nun natürlich, dass dieser Entwicklungsnationalpark nach der nächsten Landtagswahl von seinen CDU-Parteikollegen in einen Bürgernationalpark umgestaltet wird. Deshalb sagte er: „man kann jedes Gesetz ändern … aber es ist stillos..“.
http://www.bo.de/lokales/kinzigtal/das-ist-eine-ur-cdu-idee

Herr Kretschmann sagte im Zusammenhang mit S21: „Nichts ist unumkehrbar und nichts ist alternativlos in der Demokratie. Auch demokratisch gefasste Beschlüsse kann man ändern, und man darf dagegen protestieren. Wer das tut, ist im Recht und stellt sich nicht über das Recht. …selbstverständlich ist es eine schwierige ja sogar verfahrene Situation, alles ist begonnen …der Stopp ist schwierig, aber er ist notwendig“.
Da Herr Kretschmann bei S21 offensichtlich auch vorhatte, nach einer erfolgreichen Volksabstimmung sogar die entsprechenden Gesetze, Verträge.. zu ändern/zu kündigen, stellt sich die Frage, ob Herr Waldenspuhl hier nicht indirekt Herrn Kretschmann Stillosigkeit unterstellt?

Für Herrn Waldenspuhl ist übrigens „… Demokratie keine Harmonieveranstaltung, sondern ein Ringen um Mehrheiten …“ http://www.swrfernsehen.de/leutenight/-/id=122462/did=12499940/nid=122462/f7x6au/index.html

(ab 17.50).
Warum nur ignoriert auch er hier dann die Mehrheit der Bürger? Warum ignoriert er die Bürgerbefragung? Ist dann nicht auch sein Verhalten als undemokratisch einzustufen?

Gerne wird hier in der Diskussion von den Befürwortern das Wort „Schöpfung“ gebraucht, auch von denen, die sonst mit Kirche, Glauben … nicht allzu viel anfangen können. Bei Herrn Waldenspuhl hat man den Eindruck, dass ab und zu sogar ein esoterischer Einschlag bei seinen religiös motivierten Aussagen durchschimmert.

So sagte er am 06.12.2013 in einem Interview (swr/leutenight): (ab Minute 14.58) „…da kommen Welten aufeinander, und zwar Wertevorstellungen im Hintergrund, die an und für sich mit Sachargumenten wenig zu tun haben, sondern der Eine sagt, die Schöpfung ist gemacht worden, Genesis 1, 26-28, macht euch die Welt untertan, damit wir des nutzen, und für die waren wir die Antichristen … und der Andere sagt nein, des gehört zur Schöpfung, wie auch im Genesis dieser Ruhetag Sonntag, Sabbat .. also gehört auch ein Teil der Natur sich selbst überlassen, was Gott daraus macht und diesen Sabbat müssen wir auch zugestehen …“
http://www.swrfernsehen.de/leutenight/-/id=122462/did=12499940/nid=122462/f7x6au/index.html
http://www.youtube.com/watch?v=aISg0p9mkwI

Herrn Waldenspuhls Aussage geht hier einerseits von einem sehr eingeschränkten Blickwinkel aus, anderseits ist ein anderer Teil der Aussage wohl seiner regen Phantasie geschuldet.
Es geht uns nicht um die Alternativen „die Welt untertan machen“ auf der einen und „Sabbat“ auf der anderen Seite, sondern es geht uns darum, die Erde zu bebauen und zu bewahren! Es geht uns auch um nachwachsende Rohstoffe und Ausbeutung von Rohstoffen in anderen Ländern, es geht uns auch um Klimaschutz, es geht uns auch um Werte wie Ehrlichkeit und Verlässlichkeit …

Abgesehen davon soll er doch bitte mal sagen, wer ihn als Antichristen bezeichnet, oder seiner Meinung nach auch nur als solchen betrachtet hat und nicht solche verqueren Aussagen von sich geben. Wenn er den Nationalpark mit dem Sabbat (Ruhetag) vergleicht, dann soll er uns bitte sagen, wann dieser Ruhetag beim Nationalpark beendet wird und der Entwicklungsnationalpark wieder in eine nachhaltig bewirtschaftete Waldfläche umgewandelt wird!

Außerdem sagte er noch (Neckar-Chronik, 04.04.2012):
„Auch die Evolution schwinge bei solch einer ideellen Diskussion mit, sagte Waldenspuhl. „Uns Menschen würde es nicht geben, wenn die Natur nicht eine lange Zeit sich selbst überlassen worden wäre.“
http://www.neckar-chronik.de/Home/nachrichten/nachrichten-horb_artikel,-Thomas-Waldenspuhl-Auftrag-fuer-Nationalpark-Pruefung-kam-von-Tanja-Goenner-_arid,169158.html

Ist die „Natur“ für ihn hier zur Gottheit und das „die Natur sich selbst überlassen“ bei ihm schon zu einer Ersatzreligion geworden? Glaubt er nun an Gott den Schöpfer, vertraut er auf das, was in der Bibel steht und die Kirche lehrt, oder ist auch für ihn jeder Baum, jede Blume und jeder Totholzkäfer – Gott? Wer hat die „Natur lange Zeit sich selbst überlassen“, damit es uns nun gibt? Gott? Und hat nun Gott den Menschen geschaffen oder ist der Mensch ein Zufallsprodukt der Evolution, weil die „Natur lange Zeit sich selbst überlassen blieb“? Die Schöpfungsgeschichte, die Bibel, für ihn ein Phantasieprodukt? Wenn er dies so sieht, warum benutzt er dann ständig den religiösen Begriff „Schöpfung“?
Vielleicht sollte er hier mal klar Stellung beziehen, ansonsten kann man ihm nur empfehlen, das Wort Schöpfung nicht mehr in den Mund zu nehmen!

Anscheinend nimmt er es auch mit der Wahrheit nicht so genau, denn folgende Aussage von ihm konnte man lesen: Überrascht zeigten sich einige, als Waldenspuhl, selbst CDU-Mitglied, erzählte, „dass nicht der grüne Landwirtschaftsminister Alexander Bonde die aktuelle Nationalparkplanung vorangetrieben habe, sondern die frühere CDU-Landesumweltministerin Tanja Gönner. Die habe 2011 den Auftrag erteilt, zu prüfen, wo im Schwarzwald ein Nationalpark möglich ist“. Dass dies nicht den Tatsachen entspricht, stellte Frau Gönner in einem offenen Brief klar. Darin hieß es u.a. : „…dass es weder von mir (Tanja Gönner) einen Auftrag gab, Flächen für einen Nationalpark im Nordschwarzwald zu prüfen noch einen Suchlauf nach einem Gebiet für einen Nationalpark durchzuführen…“
http://www.neckar-chronik.de/Home/nachrichten/nachrichten-horb_artikel,-Thomas-Waldenspuhl-Auftrag-fuer-Nationalpark-Pruefung-kam-von-Tanja-Goenner-_arid,169158.html