Auch viele von uns Gegnern des Entwicklungsnationalparks Nordschwarzwald, haben in der Vergangenheit die Arbeit der Naturschutzverbände geschätzt. Viel Gutes für die Natur, wie z. B. Pflegemaßnahmen in Naturschutzgebieten, Erhaltung/Förderung von Streuobstwiesen, Krötenzäune…., wurde und wird von Teilen der Mitglieder, der ehrenamtlichen Mitarbeiter, getan. Gleichzeitig gibt es aber auch bei etlichen Mitgliedern und vor allem bei den Funktionären, eine nicht zu übersehende Diskrepanz zwischen ihrem Reden und Tun. Es gibt offensichtlich Mitglieder und Funktionäre, die ein Verhalten von anderen fordern, zu welchem sie selbst nicht bereit sind. Bei einigen der führenden Funktionäre der Naturschutzverbände hat man sogar den Eindruck, dass es ihnen vor allem um Geld, Macht und Einfluss geht. Um dieses zu erreichen, ist ihnen offensichtlich beinahe jedes Mittel recht.

„Es kann nicht sein, dass die Wege von mächtigen Interessengruppen und Lobbyisten (Anmerk.: z. B. Naturschutzverbände!?) in die demokratischen Institutionen immer breiter werden, wie wir es gerade beobachten können, eine aufgeklärte und kritische Bürgerschaft dagegen außen vor bleibt, die Zivilgesellschaft noch nicht mal einen Trampelpfad hat“. So formulierte es Herr Kretschmann einst, bei einem anderen Thema, anklagend in einem Schreiben. Und heute? – Heute ist es wieder genau so! Das Einzige, was sich verändert hat, sind die Akteure.

Mit den nachfolgenden Berichten wollen wir keine Stimmung gegen die Verbände und schon gar nicht gegen einzelne Mitglieder/ehrenamtliche Mitarbeiter hier vor Ort machen. Was wir mit diesen Berichten bezwecken wollen, ist, den Nimbus der Unfehlbarkeit und alleinseeligmachenden Wahrheit, den sich manche Mitglieder und Funktionäre umgehängt haben, zu zerstören.

Da prominente Vertreter aus der Politik, aber eben auch aus den Naturschutzverbänden, immer wieder pauschal Anschuldigungen vorgebracht haben, indem sie sagten „die Gegner sind…..“, werden wir es hier auch mal so formulieren….

Sind „die“ Umweltschutzverbände in Wahrheit Tierquäler?

Das Schöffengericht in Leer hat 2009 den Ex-Geschäftsführer des Naturschutzbundes NABU, Matthias Bergmann zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt. Nach Meinung des Gerichtes hatte er durch fahrlässiges Handeln zum Tod von mehr als einem dutzend Heckrindern beigetragen. Sein Gehilfe muss 300 Euro zahlen.
„Es ist davon auszugehen, dass sich der Zustand der Tiere über einen Zeitraum von mehreren Wochen bzw. Monaten hinweg entwickelt hat. Die Rinder sind dann auf einer Naturschutzfläche verhungert oder im Morast versunken und völlig entkräftet verendet. Bei beiden von uns untersuchten Rindern, dem Heckrind und der Aubrac-Kuh, wurde eine Einschmelzung aller Fettgewebsdepots festgestellt, d.h. beide Tiere waren abgemagert und befanden sich zum Zeitpunkt der Untersuchung im Stadium der Auszehrung.” So Dr. Michael Brügmann, Pathologe im Veterinärinstitut des LAVES nach der Untersuchung der Kadaver in den Medien. Außerdem waren der Vormagen mittel- bis hochgradig mit Pansenegeln befallen. „Die Vormägen waren zwar gut gefüllt, jedoch bestand der Panseninhalt zu 80 bis 100 Prozent aus Binsen, ein voluminöses, aber energetisch unzureichendes Futter”, so Dr. Brügmann. Unterversorgte Muttertiere und Kälber waren wohl schon vorher ebenso an der Tagesordnung, wie Fehlgeburten aufgrund von Nahrungsmangel.

http://www.animal-health-online.de/gross/2009/04/22/tote-heckrinder-ex-nabu-chef-bergmann-muss-3000-euro-zahlen/10771/


Bei einem NABU-Projekt in Radolfzell verhungerten 2009 ebenfalls mehrere Rinder. Der Leiter des Veterinäramts Karl Gretsch sprach angesichts der drei toten Rinder von einem „Managementfehler“. Der NABU gab in einer Pressemeldung folgende Stellungnahme ab: „Die Rinder seien am Abend vor ihrem Tod noch „quietschfidel“ gewesen – und niemand habe erkennen können, dass sie kurz vor dem Verhungern waren“.

Dies sehen verschiedene Schreiber von Kommentaren zu dem Bericht anders:
So fragte ein User: „Was kommt als nächstes – Selbstmord der Rinder? Plötzlicher Rindstod? Die Verantwortlichen sollten schnellstens ihre Sachen packen und sich in Grund und Boden schämen. In meinen Augen eine Charakterlosigkeit, die Konsequenzen haben muss.“

„Anscheinend ist der NABU derartig lernresistent, dass er die Tiere die (wieder) gemachten Fehler immer wieder ausbaden lässt.“

Ein anderer User bezieht sich auf den Tod eines weiteren Rinds, das bereits zu Beginn des Projekts im Schanderied in einem Tümpel ertrunken ist. Er schreibt: „Ich frage mich schon seit langem, warum man hier Tiere, die auf Wald- und Steppengebiete ausgelegt sind, auf Sumpfflächen einsetzt. Gleich am Anfang des Projektes ist ein Bulle jämmerlich in einem Teich ersoffen. Und die Verdauung der Heckrinder ist überhaupt nicht auf (saure) Sumpfgräser ausgelegt.“

Auch wurde und wird generell über den Natur- und Tierschutz und die Rolle des NABUs diskutiert. Ein Leser kommentierte: „Beim NABU sind hauptsächlich romantische Weltverbesserer am Werk, die keinen blassen Schimmer von den Prozessen der Natur haben. Meist sind es Städter, die (berechtigterweise) die fortschreitende Umweltzerstörung anprangern. Dabei übersehen sie jedoch die wirklichen Ursachen, behindern dabei die echten Naturschützer, weil sie behaupten, dass die NABU-Meinung (Städter-Theorien) die einzige Wahrheit ist und allen anderen, wirklich kompetenten Gruppen, jegliche Kompetenz absprechen“.

http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/User-ueben-heftige-Kritik-an-Nabu-Projekt;art372455,3719687


28.03.2010
Amtstierarzt Thomas Maczek, vom Landkreis Oder-Spree, hatte von Anwohnern immer mehr Hinweise auf tote Tiere auf einem Areal, welches einer Eisenhüttenstädter Ortsgruppe einer bundesweit agierenden Naturschutzvereinigung gehört, bekommen. Die „Naturschützer“ wollten eine naturbelassene Wiese schaffen, dazu wurde eine Schafherde ausgesetzt, die dort weidete. Nachdem sich die Hinweise häuften, ist Herr Maczek auf eigene Faust über einen Zaun geklettert und hat einen toten Bock geborgen. Mit diesem Kadaver konnte er die Verwaltung überzeugen, dass man nun zum Wohle der noch lebenden Tiere eingreifen müsse. Sieben tote Schafe hat er daraufhin auf einem Grundstück in Odernähe bei Wiesenau geborgen. Weitere neun lebende Tiere, die sich in einem erbärmlichen Zustand befinden, konnten einem Schäfer in Märkisch-Oderland zur Pflege übergeben werden. Ob diese Tier überleben können oder von ihrem Leiden erlöst werden müssen, sei derzeit noch offen, sagte der Tierarzt. Die Eisenhüttenstädter Ortsgruppe dieser Naturschutzvereinigung hat sich etwa zwei Jahre vorher aufgelöst. Wer dann für die Tiere verantwortlich war – eine andere Ortsgruppe oder der Landesverband? – ist nicht bekannt.
Der Amtstierarzt ist nicht gut auf die Naturschutzvereinigung zu sprechen. “Diese Leute erzählen viel und tun nachher wenig. Das ist nur eine von mehreren Schandtaten dieser Vereinigung“, sagte Herr Maczek.

http://www.animal-health-online.de/gross/2010/03/28/sieben-schafkadaver-amtstierarzt-beendet-angebliches-naturschutzprojekt/13527/


Tote Rinder und Wildpferde im Bucher Brack bei Jerichow
Beim Juni-Hochwasser 2013 sterben in Sachsen-Anhalt zwischen Elbe und Alter Elbe Heckrinder und Konik-Pferde. Die Tiere konnten sich bei steigendem Hochwasser offenbar nicht in Sicherheit bringen, da sie eingezäunt waren. Trotz Warnung vor dem Hochwasser und behördlicher Anordnung zur Evakuierung, brachte der NABU die Tiere nicht in Sicherheit. …Das Beweidungsprojekt wird übrigens mit über 70.000 Euro aus dem Landeshaushalt gefördert. Die Tiere sind immer draußen, werden weitestgehend sich selbst überlassen. …Einer behördlichen Anordnung, die Tiere zu evakuieren, kam der NABU nicht nach. Henry Liebe, Pressesprecher des Landkreises, hat einen umfangreichen Schriftverkehr zu den Ereignissen rund um die ertrunkenen Rinder und Pferde dokumentiert. …„Am 03. Juni hat die Stadt Jerichow angeordnet, die Tiere da weg zu holen. Und dann gab es Reaktionen … Reaktionen, die dann darin gipfelten, dass der Rechtsbeistand des Dr. Neuhäuser uns dann mitgeteilt hat, dass bei den avisierten Pegelständen seine Tiere nicht zu Schaden kommen würden.“
Henry Liebe, Pressesprecher Landkreis Jerichower Land

Nachfolgend der Zwischenbericht der Untersuchungen des Veterinäramtes des Landkreises Jerichower Land:
Ortsbegehungen und Tierbergungen fanden am Samstag, dem 22. Juni, und Montag, dem 24. Juni statt. Diese Maßnahmen werden fortgesetzt, da auch heute, am 25. Juni, weitere Tiere gefunden wurden.
Es wurden bisher 10 Pferde und 17 Rinder festgestellt, die das Hochwasser nicht überlebten. In dieser Zahl sind auch das erschossene Rind und das im Bereich Fischbeck eingeschläferte Rind enthalten. Es wird mit dem Fund weiterer Tierkadaver gerechnet. Bisher wurden nur 3 überlebende Rinder im Bucher Brack gesichtet.
Die Tiere gehörten dem NABU Naturschutzbund Deutschland, Kreisverband Stendal e. V. und sind offensichtlich ertrunken. Zur eindeutigen Nachweisführung wurden Obduktionen beauftragt – das Ergebnis liegt noch nicht vor.
Durch die Stadt Jerichow, den Landkreis Jerichower Land sowie den Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW, wurden in den vergangenen Jahren mehrfach die Haltungsbedingungen der Tiere im Überflutungsgebiet der Elbe kritisiert und verlangt, die Eingrenzung der Tiere mit festen Stacheldrahtzäunen abzubauen und eine Evakuierung der Tiere bei Hochwasser vorzubereiten – leider ohne zufriedenstellendes Ergebnis.
Eine Strafanzeige gegen den Besitzer ist seitens des Landkreises Jerichower Land nach Abschluss des Verwaltungsverfahrens beabsichtigt.
Mit Unverständnis nimmt der Landkreis die Äußerungen des Vereinsvorsitzenden Dr. Peter Neuhäuser in der Öffentlichkeit zur Kenntnis. Bereits am 3. Juni wurde der NABU dringend aufgefordert, die Tiere zu evakuieren.
Am 6. Juni reagiert eine Anwaltskanzlei als rechtliche Interessenvertretung des NABU KV Stendal mit folgenden Aussagen:
„…ist ein unbeschadetes Überleben der Weidetiere sehr realistisch…“

https://www.lkjl.de/de/aktuelles/tote-rinder-und-wildpferde-im-bucher-brack-bei-jerichow-20003214.html
http://www.umweltruf.de/news/111/news3.php3?nummer=13014095

Letztendlich starben bei diesem Hochwasser aufgrund der Untätigkeit des NABU 45 Tiere! Nun fordern Anwohner den Rücktritt von Dr. Peter Neuhäuser, dem verantwortlichen NABU-Kreisvorsitzenden Stendal.

Ist für „die“ Naturschutzverbände Geld wichtiger als Umweltschutz?

Geld oder Klage
Von Biederbeck, Max; Neubacher, Alexander; Traufetter, Gerald

Windpark, Autoteststrecke, Flughafen: Wenn die Kasse stimmt, machen Öko-Lobbyisten beim Umweltschutz schon mal Zugeständnisse. Kritiker sprechen von Ablasshandel.
Obwohl mitunter scharf geschossen wird, hat sich der Truppenübungsplatz bei Immendingen östlich des Schwarzwalds zu einem Biotop für Tiere entwickelt. Wanderfalken kreisen über dem 420 Hektar großen Areal. In den Bäumen hinter dem Maschendraht nisten Baumpieper und Waldkauz.
Leider ist die Tierwelt bedroht. Wenn die Soldaten demnächst abziehen, will der Automobilkonzern Daimler einen Parcours für Testfahrer bauen. Geplant sind zwei Steilkurven, mehrere Prüfstände und ein Kurs von etwa fünf Kilometer Länge – mit Bodenheizung. In wenigen Jahren sollen die ersten Autos durch den Wald rasen, ein Alptraum für Umweltschützer, sollte man jedenfalls glauben. Doch Daimler hat einen mächtigen Verbündeten im Öko-Lager: den Naturschutzbund Deutschland (NABU). Während viele der 500 000 NABU-Mitglieder sonst für jeden Vogel kämpfen, und sei er noch so klein, unterstützt der baden-württembergische NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann lieber die Rennstrecke im Wald. „Es handelt sich um ein Gelände, wo schon heute viele Flächen versiegelt sind“, sagt Baumann. Er habe keine Bedenken.
Die Ansicht des Umweltlobbyisten könnte mit einer Spende zusammenhängen. Daimler hat im Vorfeld dem Nabu 920 000 Euro überwiesen. Das Geld dient – natürlich – einem guten Zweck …

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-91675475.html

Inzwischen sind anscheinend doch Bedenken aufgekommen. Die Unglaubwürdigkeit war ja auch mit Händen zu greifen! Geradezu paradox, wenn man es mit früheren Aussagen vergleicht, ist nun eine, von drei Umweltverbänden gemeinsam abgegebene Stellungnahme. Jetzt plötzlich sagen Brigitte Dahlbender (BUND), Andre Baumann!!! (NABU) und Reiner Ehret (LNV) nämlich: Der Bau der Teststrecke ist ein massiver Eingriff in die Natur und hinsichtlich des Flächenverbrauchs und der Bodenversiegelung derzeit das gewaltigste Einzelbauprojekt in Baden-Württemberg. Das Projektgebiet umfasst 540 Hektar. Als erstes sollen fast 150 Hektar Wald fallen. 220 Hektar werden direkt für Prüf- und Präsentationsflächen verbraucht, die übrigen Flächen werden umfangreich zerschnitten. … Die Umweltverbände fordern auch einen verbindlichen Verzicht auf eine Umgehungsstraße. „Die Gemeinde Immendingen favorisiert eine Ortsumgehung in einem naturschutzfachlich hochsensiblen, FFH-geschützten Bereich“, so die Verbandsspitzen. … Sie fordern die Daimler AG darüber hinaus auf, die Einrichtung einer Naturschutzstiftung zu prüfen, die kontinuierlich Kompensationsmaßnahmen umsetzt.

http://baden-wuerttemberg.nabu.de/themen/flaechenverbrauch/aktuelles/16665.html

Anscheinend brauchen sie nun wieder frisches Geld……


Weitere Beispiele: Auch mit dem Nordsee-Windpark Nordergründe im Wattenmeer haben sich die Umweltschützer arrangiert. Der Windparkbetreiber zahlte 800 000 Euro in eine Stiftung, die von Mitgliedern des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verwaltet wird. Und in Lübeck stimmten beide Verbände 2008 dem Ausbau des Flughafens am Naturschutzgebiet Grönauer Heide zu. Das Projekt wurde verkleinert, und es flossen 2,5 Millionen Euro in eine Umweltstiftung.
Für den Präzedenzfall sorgte 1998 der BUND Thüringen. Als damals das Energieunternehmen Veag ein Pumpspeicherwerk im malerischen Goldisthal plante, regte sich der BUND auf – beruhigte sich aber wieder, als der Energieversorger 3,6 Millionen Euro für eine „Naturstiftung David“ zahlte.
Die Öko-Funktionäre bestreiten natürlich, dass sie käuflich seien…..

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-91675475.html


Folgenden Bericht konnte man in der Wirtschaftswoche lesen:
Sechsstellige Beträge als Beruhigungsmittel
….Das Vorgehen ist meist identisch: Zuerst senden sie Anfragen oder gleich Abmahnungen zu konkreten Sachverhalten. „Dann wissen unsere Mandanten: Jetzt bist du auf deren Radar“, sagt Martin Seyfarth, Partner in der internationalen Anwaltssozietät WilmerHale, die Unternehmen gegen solche Angreifer berät. Dann heißt es in den Chefetagen, schnell zu entscheiden: kontern oder kuscheln? „…. Ein Beratungsvertrag für den Ankläger lähmt dann durchaus den Protest. …
Das macht auch der Mobilfunker E-Plus nun mit dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Der listet, ebenso wie der als besonders kooperationsfreudig geltende World Wildlife Fund (WWF), mehr als zwei Dutzend Partnerfirmen auf. Um direkte Zahlungen zu vermeiden, bieten sich für Unternehmen Überweisungen an Fonds und Stiftungen an, die von den Aktivisten des jeweiligen Umweltverbandes verwaltet werden. So zahlten bereits Windparkbetreiber hohe sechsstellige Beträge als Beruhigungsmittel, Daimler engagierte sich mit fast einer Million Euro für Moorgebiete, die der NABU päppelt. Wie erfreulich, dass der nichts mehr gegen eine neue Teststrecke im badischen Immendingen hat.

http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/ngos-sechsstellige-betraege-als-beruhigungsmittel/7991908-3.html

Die Stuttgarter Zeitung schrieb zu diesem Thema:
Der Naturschutz ist ein echter Konkurrent für Kultur und Sport geworden: Immer häufiger spenden Firmen für Projekte oder kooperieren sogar mit Naturschutzverbänden. Schaffen diese Finanzspritzen neue Abhängigkeiten? Erkauft sich die Industrie damit das Wohlverhalten der Naturschützer bei Bauvorhaben? Ein Verdacht, den die Verbände im Land natürlich weit von sich weisen.

In Baden-Württemberg hat vor allem der Naturschutzbund NABU diese Geldquelle entdeckt und will sie laut dem Landesvorsitzenden Andre Baumann auch ausbauen. Besonders ergiebig sind die Kontakte zum Automobilkonzern Daimler. Für das Nabu-Schutzboot „Netta“ am Bodensee (Kosten rund 86 000 Euro) steuerte Ende 2008 das Unternehmen 20 000 Euro bei. Seit März 2009 betreibt der Nabu mit dem Biosphärenmobil ein rollendes Infozentrum. Das Fahrzeug – ein erdgasgetriebener Sprinter (Wert rund 54 400 Euro) kam Mitte Juni 2008 von Daimler, zudem gab es für den Ausbau 66 500 Euro. Richtig viel Geld stellte der Konzern im Februar dem Nabu für die Renaturierung von zwei Mooren bei Hinterzarten im Schwarzwald und im Bodenmöser bei Isny im Allgäu zur Verfügung: 920 00 Euro fließen in das Projekt „Moore mit Stern“.
Aber laut Herrn Baumann ist der „Nabu nicht käuflich“

http://m.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.finanzspritze-von-daimler-nabu-ist-nicht-kaeuflich.892a2023-01b4-4065-be88-ef36249ad1ca.html


Dass es bei mancher reißerischen Aktion der Umweltverbände auch darum geht, neue Spender zu aquirieren, zeigt ein Bericht in der Wirtschaftswoche auf:

…Ebenso aggressiv tritt Greenpeace auf. „Die Fachleute sind Idealisten, die würden gerne durch Kompromisse Fortschritte erzielen“, weiß Unternehmensberater Waldeck aus seiner Zeit, als er in Diensten von VW stand. „Doch die Führungsleute haben ein Krawall-Modell.“

So sollte es im Dezember 2011 nach einem Treffen von Greenpeace-Abgesandten mit VW-Vorständen in Brüssel ein Gespräch mit dem Chef Martin Winterkorn in Wolfsburg geben. Genau an dem Morgen legte direkt gegenüber dem Werksgelände das Greenpeace-Schiff Beluga II an, Winterkorn ließ den Termin platzen. Vergangene Woche wurde das Treffen nachgeholt. Und VW konnte melden, dass Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens das VW-Ziel lobe, den CO2-Flottenverbrauch bis 2020 auf 95 Gramm pro Kilometer zu senken.
Nach solchen Erfahrungen herrscht in Teilen der Wirtschaft der Eindruck, manche Organisation ziele gar nicht darauf, einen Missstand zu beheben, sondern auf „die reine Binnenwirkung“, vermutet Berater Rawe. „Es geht um Mobilisierung, um den Spendenzufluss zu steigern.“ Das führe zu immer reißerischeren Kampagnen, um die Gutmenschen-Konkurrenz auszustechen. ….

http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/ngos-sechsstellige-betraege-als-beruhigungsmittel/7991908-3.html


Wegezoll für Windräder 16.02.2013
Es werden immer mehr: Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 998 neue Windkraftanlagen errichtet.
Der Umweltverband NABU setzt Windpark-Betreiber unter Druck: Entweder sie spenden, oder sie werden verklagt. Betroffene sprechen von „Wegezoll“.
Der Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs war ein Schock für die Betreiber des kleinen Windparks in der hessischen Provinz: Per Sofortvollzug wurden fünf von sieben Windmühlen nach einem halben Jahr Betrieb stillgelegt – obwohl zunächst alle Genehmigungen vorlagen. Der Grund: Eine Klage des Naturschutzbundes NABU, Landesverband Hessen. Nun standen die Investoren vor schweren Verlusten. Die Anlagen hätten wahrscheinlich auf Jahre nicht in Betrieb genommen werden dürfen, ein Rechtsstreit mit unsicherem Ausgang stand bevor.

Seit Anfang Dezember drehen sich die Windräder, die in einem kleinen Waldstück rund 30 Kilometer östlich von Gießen stehen, wieder schwungvoll. Der Nabu hat seine Klage zurückgezogen. Das ist einer erstaunlichen Einigung zu verdanken, die in der Windkraftbranche große Verärgerung und Verunsicherung verursacht.
Die Betriebsführer des Windparks, das Unternehmen HessenEnergie und der Bürgerwindpark, zahlten 500 000 Euro in einen Naturschutzfonds ein, den eine Stiftung des Nabus verwalten soll. Damit soll laut NABU Lebensraum-Optimierung für den Greifvogel Rotmilan betrieben werden. So soll untersucht werden, ob Kleinsäuger am Fuß der Windräder die Vögel anlocken und damit in Gefahr bringen. Der wohl unfreiwillig zweideutige Name des Projekts: „Mäuse für den Milan.“

Horst Meixner, Geschäftsführer von HessenEnergie, hat der Überweisung des Geldes schweren Herzens zugestimmt. „Wir konnten es uns einfach nicht leisten, dem Vorschlag des Nabu nicht zu entsprechen.“ Schon der wenige Monate dauernde Stillstand der Anlagen habe insgesamt Verluste von rund einer Million Euro verursacht. „Da haben wir das kleinere Übel gewählt und uns mit dem Nabu geeinigt.“ Eine der stillgelegten Anlagen gehört einem örtlichen Bürgerwindpark. Einigen Anlegern und Investoren drohte deshalb sogar die Privatinsolvenz – entsprechend groß war die Verärgerung auch vor Ort.

Meixner befürchtet jedoch durch das Vorgehen des NABU negative Auswirkungen weit über das Projekt hinaus und spricht von einem Tabubruch des Naturschutzverbandes. „Hier wurde Wegezoll für Windräder verlangt. Es kann nicht sein, dass der NABU systematisch mit Klagedrohungen Zahlungen erwirkt.“ Für besonders ärgerlich hält er, dass es lediglich um Probleme bei der Raumordnung gegangen sei. „Klare Naturschutzbelange gab es nicht.“

Das sieht der NABU anders. Die Anlagen stünden in einem Korridor für Zugvögel, argumentiert er. Deshalb habe der Verband einen Kompromiss gesucht. Herausgekommen sei eine „sinnvolle Einzelfalllösung“. Einen standardmäßigen Klageverzicht gegen eine Fondseinzahlung werde es nicht geben. Der NABU wolle dort, wo es der Naturschutz erlaube, den Ausbau der Windkraft nicht behindern und sei damit einverstanden, dass zwei Prozent der Landesfläche für Windräder zur Verfügung stehen. Das ist die Fläche, die für einen deutlichen Ausbau der Windkraft allgemein für nötig erachtet wird. Aber: „Die Energiewende wird dort zum Problem, wo sie ungeregelt und ohne Rücksicht auf den Schutz der biologischen Vielfalt erfolgt.“ Ziel des NABUs sei es, die Windkraft auf naturverträgliche Standorte zu lenken.

Nach Recherchen dieser Zeitung gibt es einen weiteren Fall, wo zwar kein Geld geflossen ist, der NABU aber seiner Stiftung wertvolle Flächen zuführen konnte. Ein Windpark mit fünf Anlagen der Gemeinde Bad Endbach im nordwestlichen Hessen wurde um mindestens ein Jahr durch Einwände des NABU verzögert. Am Ende stand eine Einigung, die vorsah, dass zwei Windräder abgebaut, Acker in Grünland umgewandelt und ein Stromkabel unterirdisch verlegt werden. Und: Ein zwei Hektar großes Waldstück wird von der Gemeinde an die Nabu-Stiftung Hessisches Naturerbe übertragen. Dies bestätigte der NABU auf Anfrage.

Trotz der Beteuerungen der Spitze des NABU Hessen: Die Ablasszahlung von 500.000 Euro hat Begehrlichkeiten geweckt – und zwar im eigenen Verband. Konrad Volkhardt, Chef des Nabu-Kreisverbands Werra-Meißner im Norden Hessens, möchte das Prinzip „Zustimmung zu Windkraftanlagen gegen Geld“ für den NABU zum Dauermodell erheben. „Wir wollen erreichen, dass etwa eine halbe Million Euro pro kleinem Windpark in eine Umweltstiftung fließen. Dafür würden wir dann auf Klagen verzichten.“

Durch den Windrad-Bau der kommenden Jahre erhofft er sich für eine Stiftung Naturerbe Werra-Meißner-Kreis etwa fünf Millionen Euro Kapital. Mit dem Geld könnten dann Flächen für den Umweltschutz gekauft und verwaltet werden. Volkhardt betont, dass „nicht ein Cent“ direkt in die Kassen des NABUs fließen würden. Die Stiftung allerdings würde unter anderem vom Nabu kontrolliert, sagt Volkhardt.

In der Windkraftbranche schrillen die Alarmglocken – sogar außerhalb Hessens. „Das ist der Einstieg des NABU in die Schutzgeldbranche“, sagt Johannes Lackmann. Der ehemalige Chef des Bundesverbands Erneuerbare Energie und Geschäftsführer von WestfalenWind, erwägt derzeit sogar eine Strafanzeige wegen der aus seiner Sicht stattfindenden „Erpressung“ durch den NABU. „Das darf als Geschäftsmodell für Umweltverbände auf gar keinen Fall Schule machen“, sagt er. „Das Verhalten des NABU ist ein krasses Beispiel dafür, dass der Machtanspruch des Verbandes völlig aus dem Ruder läuft“, empört sich Lackmann. Der NABU, der ohnehin zu den am besten finanzierten Umweltverbänden gehöre, verschaffe sich jetzt indirekt eine zusätzliche Einnahmequelle. „Setzt sich dieses Modell durch, dann ist das wie eine Sonderabgabe auf die Energiewende und wird den Ausbau der Windkraft stark behindern.“ Der NABU nutze seine Sonderrechte „schamlos“ aus.

Die Umweltverbände in Deutschland besitzen tatsächlich ein besonderes Vorrecht. Normalerweise können nur Geschädigte Klage erheben, auch dann, wenn es um Umweltbelange geht. Doch beim Naturschutz dürfen rund 50 Verbände im Namen der Natur klagen. Wie sie mit diesem Privileg umgehen, wird für die Energiewende zu einer entscheidenden Frage. Denn mit Klagen können sie den Ausbau von Ökokraftwerken und Stromleitungen häufig auf Jahre lahmlegen – weitgehend unabhängig davon, ob ihr Anliegen gerechtfertigt ist oder nicht. Seit 2002 ist das Verbandsklagerecht bundesweit geregelt, vorher war es reine Ländersache. Aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs wurde das Verbandsklagerecht von Naturschutzverbänden kürzlich sogar noch ausgeweitet. Bislang gibt es wenig Kritik am Verbandsklagerecht – auch, weil die Verbände damit bislang insgesamt verantwortungsvoll umgehen.

Der Ausbau der Windkraft an Land lag in den vergangenen Jahren weit hinter dem Rekordhoch, das Anfang des Jahrtausends erzielt wurde. Dabei sind Windturbinen nach wie vor die mit Abstand günstigste grüne Stromquelle. Deshalb soll der Ausbau nun wieder schneller gehen. Doch im Süden lohnt sich der Bau nur an den windreichsten Standorten. Ein weiteres Problem: Trotz der Bemühungen vieler Länder mangelt es an Flächen. In den Genehmigungsverfahren kommt den Umweltverbänden eine entscheidende Rolle zu.

Geld oder Sachwerte gegen Zustimmung – dieses Vorgehen bringt dem NABU nicht nur harsche Kritik durch Windmüller ein. Auch von der anderen Seite macht er sich angreifbar. Die Bürgerinitiative (BI) Holzhausen hatte sich vehement gegen das Windräderprojekt von Bad Endbach zur Wehr gesetzt. „Wir fühlen uns vom NABU verraten“, sagt Reinhold Leinweber von der BI. Der NABU, so sein Vorwurf, „hat sich seine Zustimmung zu dem Projekt einfach abkaufen lassen“.

http://www.berliner-zeitung.de/energiewende/windkraft-betreiber-beklagen–wegezoll-fuer-windraeder-,10808242,21851132.html

Sind „die“ Umweltschutzverbände Verleumder?

01.11.2013 / Ein vom Umweltverein BUND im Internet veröffentlichte Video zeigt, wie in einer düster anmutenden Landschaft auf einem Acker nicht Pflanzen, sondern menschliche Babys wachsen. Dann nähert sich im Tiefflug ein Flugzeug und spritzt eine Chemikalie auf die Kinder. Darüber steht eine Schrift: „Pestizide. Hergestellt um zu töten.“ Mit einem Spendenaufruf versehen, heißt es auf der Website weiter: „Jetzt aktiv werden. Für eine Zukunft ohne Gift.“

Viele Menschen zeigten sich erschrocken und empört über den Stil der Kampagne. „Es scheint so, als fehle dem BUND eine moralische Instanz, die hingeht und sagt: so geht das nicht, auf dieses Niveau begeben wir uns nicht“, traditionsreiche Umweltverbände seien nur noch bemüht, „Krach zu machen“, sagte der Deutschland-Geschäftsführer des Agrarchemiekonzerns Bayer Crop Science, Helmut Schramm.

Lebensmittelwirtschaft und Bauernverband haben sich über die BUND-Kampagne empört. Der Umweltverein BUND hat öffentlich gelassen auf die Empörung von Wirtschafts- und Agrarverbänden reagiert, seine Kampagne gegen Pestizide sei „Hetze“, „falsche Propaganda“ und ein „Kreuzzug“ gegen die konventionelle Landwirtschaft. Agrarverbände meinten, das Video rücke Bauern in die Nähe von Kindermördern. Mehrere Personen wollen Strafanzeige gegen die für das Video verantwortliche Person stellen wegen Beleidigung und Volksverhetzung. Der BUND teilte am Freitag mit, er halte die Reaktionen für „völlig überzogen“. Die Kritik zeigte, „dass der BUND den Finger in eine Wunde gelegt hat.“ Der Film mache auf „Risiken des übermäßigen Einsatzes“ aufmerksam.

Man beachte: Für die Vertreter des BUND ist nicht die Kampagne, die Bauern als Kindermörder darstellt, „völlig überzogen“, sondern die Kritik an dieser Kampagne. Auch wir NLP-Gegner sehen den Einsatz von Pestiziden in vielen Fällen kritisch und würden es begrüßen, wenn weniger ausgebracht würde, aber Bauern als Kindermörder hinzustellen, das geht gar nicht! Sich selbst und sein Tun zu hinterfragen, kommt aber offensichtlich für so manche Vertreter der Umweltverbände nicht in Betracht.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/umstrittene-pestizide-kampagne-der-bund-muss-mit-strafanzeigen-rechnen-12644820.html

Sind „die“ Naturschutzverbände romantische Weltverbesserer ohne Realitätssinn?

Die zwei „scheinheiligen“ Präsidenten von NABU und BUND 12.03.2011
Es war eine denkwürdige Veranstaltung in Berlin: „In Sorge um den deutschen Wald“ haben am 11. März in Berlin der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, und der Präsident des NABU, Olaf Tschimpke, einen gemeinsamen „Fünf-Punkte-Plan für den Wald der Zukunft“ vorgestellt.
Deutschland soll weniger Holz verbrauchen, verkünden die beiden Präsidenten – und sitzen dabei an einem Tisch aus Holzwerkstoffen. Vor ihnen liegen die Redetexte und stehen Namensschilder aus Papier. Im Raum finden sich weitere Produkte aus Holz. Ziel ist es natürlich, dass die Presse die Botschaft ins ganze Land tragen möge, gedruckt auf Zeitungspapier. Vielleicht machen die Journalisten Notizen, mit Bleistiften auf Schreibblöcken, auch aus Holz.

Und wenn Holz, dann doch bitte FSC-zertifiziert, fordern die beiden „Umweltschützer“, obwohl FSC mittlerweile selbst innerhalb der eigenen Naturschutzverbände umstritten ist – und von seriösen Umweltschutzgruppen sogar abgelehnt wird. Da FSC-Holz zum überwiegenden Teil aus dem Ausland kommt, ja sogar aus Plantagenwirtschaft – und dann häufig noch nicht einmal unseren heimischen gesetzlichen Mindeststandards entspricht, verschweigen beide. Merkwürdiger „Naturschutz“…

Weniger Holz verbrennen, und auch weniger Holz verbrauchen, lautet die Forderung: Bedeutet dies dann also, wir verzichten beispielsweise auf Kaminfeuer, Pelletheizungen – aber auch auf den Holztisch, Parkettfußboden, Dachkonstruktionen, Holzhäuser, Babywindeln, Pappbecher, Klopapier und Taschentücher?

Leider fehlen in dem flammenden Plädoyers der beiden Herren gänzlich die Alternativen: Wenn weniger von dem nachwachsenden und klimafreundlichen Rohstoff „Holz“ verbraucht werden soll, welche umweltfreundlichen und nachwachsenden Rohstoffen stehen der Menschheit dann zukünftig zur Verfügung? Etwa Plastikstühle, Stahldächer, Betonfußböden oder Aluminiumtische? Alles Werkstoffe, die eine deutlich schlechtere Ökobilanz aufweisen. Merkwürdiger „Umweltschutz“…

Aber diese Frage stellen sich die beiden „Umweltschützer“ nicht. Nein, es geht um „Fläche“. Die Deutschen sollen auf den nachwachsenden Rohstoff Holz verzichten, weil sich NABU und BUND mindestens 5%, nein besser 10% „Urwald“ in Deutschland sichern wollen. Sichern für die eigene Macht!? Dass Deutschland, obwohl es im europäischen Vergleich die größten Holzvorräte in den Wäldern aufzuweisen hat, (weit mehr als beispielsweise Frankreich oder die skandinavischen Staaten) mehr Holz verbraucht als unter nachhaltigen Gesichtspunkten nachwächst, bestreitet wohl niemand. Leider vergessen die beiden Herren aber auch zu erwähnen, dass sich die so „schützenswerten“ Wälder erst durch sorgsame und generationenübergreifende, nachhaltige Bewirtschaftung zu artenreichen und stufigen Mischbeständen entwickelt haben. Man „spielt“ hier mit dem landläufigen Irrglaube, dass die sogenannten „Wirtschaftswälder“ zwangsläufig Fichtenmonokulturen sind – und der „Urwald“ in Deutschland sich zu artenreichen Mischwäldern zurück entwickelt.
Dem ist aber nicht so: Auf dem überwiegenden Teil der Deutschen Waldflächen würde sich die Buche ohne gezielte Lichtsteuerung gegen andere Holzarten durchsetzen, zudem die Lebensraumbedingungen verändern – und über lange Zeiträume relativ artenarme und einschichtige Monokulturen ausbilden. Sicherlich nicht besonders sexy und medienwirksam, die Realität in den Deutschen Wäldern. Also bemüht man das Bild der bösen Holzindustrie, die unsere Deutschen Wälder kahlschlägt, um ihren Holzhunger zu stillen. Das Image haben die ja schon, braucht man nur noch mal drauf zu schlagen. Leichtes Spiel also. Dass man damit heimische Arbeitsplätze gefährdet, nimmt man dabei offensichtlich billigend in Kauf.
Aber „Hunger“ scheinen die beiden Herren auch zu haben. Hunger offenbar nach Mitgliedern, Beiträgen und Spendengeldern. Wie sonst sind solche „scheinheiligen“ und medienwirksamen Auftritte zu erklären, die eine ganze Branche und einen wertvollen und unweltfreundlichen Rohstoff in Verruf bringen. Es geht offensichtlich um die Schlagzeile und die „medienwirksame“ Nachricht. (Lars Schmidt)

http://www.saegeindustrie.de/sites/news.php?id=256

Sind „die“ Vertreter der Umweltschutzverbände nur auf gut dotierte Posten aus?

Manchmal hilft den Unternehmen geschickte personelle Aufrüstung, um den Angreifer zu umarmen, statt ihn zu schlagen. Völlig überrascht wurden die großen Reiseunternehmen von einer Attacke des NABU im Mai 2011. Genau zur Taufe des zweiten Kreuzfahrtschiffes von TUI Cruises startete die Truppe eine PR-Offensive gegen Schwefel und Rußpartikel aus den Schornsteinen der Luxusdampfer. Die „angeblich ‚weißen Flotten‘“ von TUI und Aida seien „in Wahrheit dreckige Rußschleudern“. Denn ein einziger Ozeanriese stoße auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw auf der gleichen Strecke. Weltweit gibt es rund 500 Traumschiffe, zur Welthandelsflotte zählen jedoch mehr als 47 000 Schiffe – diese wurden vom NABU jedoch nicht an den Pranger gestellt. http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/dinodesjahres/15411.html

Nur vier Monate später holte TUI Cruises die ehemalige Kampagnenführerin des NABU als Umweltmanagerin an Bord. Und im Mai 2012 heuerte Monika Griefahn, Mitbegründerin von Greenpeace Deutschland und ehemalige SPD-Umweltministerin in Niedersachsen, als Ökobeauftragte bei Aida an. Offizieller Titel: „Direktorin für Umwelt- und Gesellschaft bei AIDA Cruises“. Seitdem ist Ruhe über den Schiffsschloten. …

http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/ngos-sechsstellige-betraege-als-beruhigungsmittel/7991908-3.html

Sind „die“ Vertreter der Umweltschutzverbände in Wahrheit Heuchler?

13.12.2012 Greenpeace / Schwarzenbacher Talsperre / Forsa
Pünktlich zur Mittagszeit steigen die Greenpeace-Kletterer bei strahlendem Sonnenschein in die Wand der gewaltigen Staumauer. Strahlen auch in den Gesichtern der Organisatoren vor Ort: „Es läuft wie am Schnürchen, das Monsterbanner hängt bald“, sagt Luis Scheuermann, Waldexperte von Greenpeace.

Per Hubschrauber wird das ganze Spektakel fotografisch dokumentiert, denn „wir wollen dieses Bild ins ganze Land schicken“, meint der Waldexperte. Wie durch diesen Hubschraubereinsatz die Umwelt belastet wird (Lärmverschmutzung, Abgase – alles wegen ein paar Bildern) interessiert den Greenpeacemann, Luis Scheuermann, nicht!
Der Bericht geht weiter mit den Worten: Und die Botschaft auf dem Riesenbanner stimmt: Zumindest ist das das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage, die Greenpeace im vergangenen Monat in Auftrag gegeben hat. Dabei wurden 502 Menschen in den betroffenen Nationalparkregionen dazu befragt, ob sie einen Nationalpark im Nordschwarzwald gut oder schlecht finden. Das Ergebnis: Fast zwei Drittel aller Befragten fänden es sehr gut (21 Prozent) oder gut (44 Prozent), wenn im Nordschwarzwald ein Wald-Nationalpark eingerichtet werden würde. 16 Prozent betrachteten dies als weniger gut, nur acht Prozent hielten es für schlecht.
Damit (Anmerk: so wurde behauptet) widerspricht das Ergebnis der Behauptung der Nationalparkgegner, dass die Mehrheit der Bevölkerung in den betroffenen Regionen das Projekt ablehne. Und es bestätigt eine schon zuvor geführte landesweite Forsa-Umfrage von Greenpeace: Auch damals sprachen sich 65 Prozent der Baden-Württemberger für einen Nationalpark aus.Die hohe Akzeptanz der Menschen in der Region ermutigt die Befürworter des Nationalparks.

„Ich finde es peinlich, wenn wir Brasilien und Indonesien dazu auffordern, den Tropenwald zu schützen, und wir in Baden-Württemberg nicht mal 10 000 Hektar Schutzzone für einen Nationalpark hinbekommen“, meint Luis Scheuermann.

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.nordschwarzwald-zustimmung-zum-nationalpark-waechst.7a7726e8-557b-45cb-bb2f-f85f34d50fa5.html

Wir finden es „peinlich“ für Greenpeace, wie ihr bezahltes Gutachten durch die realen Bürgerbefragungen widerlegt wurde. Außerdem haben wir erhebliche Zweifel an Herr Scheuermanns Sachverstand, wenn er die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder mit dem Raubbau, wie er in den tropischen Regenwäldern praktiziert wird, vergleicht.


Und was wird im Nationalpark Bayerischer Wald gemacht? Originaltext der NLP-Verwaltung:
„Weil aber durch die Fütterung der natürliche Nahrungsengpass im Winter als wichtiges Regulativ der Rotwildbestände ausgeschaltet wird und auch die Winterruhe der Tiere nicht möglich ist, muss die Nationalparkverwaltung regulierend eingreifen, um einer Übervermehrung vorzubeugen. Dies erledigen die Berufsjäger des Nationalparks vor allem in den Wintergattern, so dass die Tiere nicht auf ganzer Fläche verfolgt und beunruhigt werden müssen.“

http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/nationalpark/management/wildtiermangement/rothirsch/nationalpark_hirsche_seit_40_j_i_gattern.htm

Mit anderen Worten: Die Tiere werden in den Gattern angefüttert und dann in diesen massenhaft abgeschlachtet.


Müritz-Jagd
Zu einigen Jagden, die im Nationalpark Müritz stattfanden, gab es aus den Reihen der Teilnehmer und von Anwohnern schwere Vorwürfe. Besonders die Jagden am 22., 23. und 24. November 2012 gerieten in den Fokus. Der zuständige Jagddezernent im Nationalparkamt (NPA) ist Falk Jagszent. Jagszent ist auch Geschäftsführer des Ökologischen Jagdverbandes (ÖJV) in Mecklenburg-Vorpommern, Jagszent wird vorgeworfen, nur dem Gedanken der „effektiven“ Jagd anzuhängen, nach dem Motto: Hauptsache es liegt, gleichgültig, wie. Schon zwei Jahren vor diesen Ereignissen erhielt er wegen eines Jagdvergehens eine Strafe.
Ausgerechnet in einem der Vorzeigeprojekte des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurden massive Vorwürfe wegen tierschutzwidriger Jagdpraktiken laut.

Es begann bereits bei der Begrüßung und den Ansagen. So forderte Jagszent als Jagdleiter dazu auf, keine Ferngläser mitzunehmen, damit nicht viel Zeit mit dem Ansprechen des Wildes vertan werde. Dieser Ausspruch ist eindeutig bestätigt und wird vom Ministerium missbilligt, da es eine Aufforderung zur nicht waidgerechten Jagdausübung darstelle. Männliches Rehwild wurde freigegeben. Diese Möglichkeit besteht, sofern der Abschussplan noch nicht erfüllt ist. Nach bisherigen Ergebnissen, war er das aber zu diesem Zeitpunkt schon. Mit der Freigabe werde „angstfreies Jagen seitens der Schützen“ möglich, schreibt der Dezernent in einem von ihm und einem weiteren Nationalparkamt-Mitarbeiter erstellten internen Bericht im Nachgang zur Jagd. Teilnehmer geben an, er habe gesagt, die Freigabe erfolge, um die „Schusshemmung“ zu nehmen.
Gravierend ist auch die Tatsache, dass der Abschussplan mit Vorsatz erheblich überschossen wurde. Beim Damwild sah der Plan z. B. 160 Alttiere vor, tatsächlich erlegt wurden aber 234, das entspricht einer Überschreitung von 46 Prozent.

Nach herrschender juristischer Lehre, stellt das erhebliche Überschreiten eines Abschussplans eine schwere Ordnungswidrigkeit dar, die bis zum Entzug des Jagdscheins führen kann. Auch die aufgeführte „konsequente Erlegung einzeln gehender Stücke“ macht nachdenklich. Wo sind die Kälber? Zu tierschutzwiedrig unterlassenen Nachsuchen sagte ein verantwortlicher Jagdteilnehmer des Nationalparkamtes Müritz. „Wir geben die angeschossenen Kreaturen der Natur zurück!“

http://www.mittwochaktuell.de/beitraege/735-NABU-BUND-und-JV-kologischer-Jagdverband-zeigen-ihr-wahres-Gesicht


Und was sagen der NABU Mecklenburg-Vorpommern, der BUND, der Ökologischer Jagdverband sowie die Fördervereine der Nationalparks Müritz und Boddenlandschaft zu diesem Vorgehen? Diese verteidigen (!) die gängige Praxis (!) der Jagdausübung in den Nationalparks des Landes. Dies haben die Naturschutzverbände am 7. Februar 2013 in einem gemeinsamen Brief an Umwelt-, Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Dr. Till Backhaus bekräftigt. Gleichzeitig baten Sie den Minister, die zuständigen Mitarbeiter in den Nationalparkämtern bei der erfolgreichen Umsetzung des Wildtiermanagements gemäß der geltenden Nationalpark-Jagdverordnung zu unterstützen. Denn Ihrer Ansicht nach gab es „von Seiten des Kreisjagdverbandes Müritz in den letzten Wochen scharfe Kritik an einzelnen Nationalparkmitarbeitern, die mittlerweile in einer niederträchtigen Hetzkampagne ausufert“, erklärte der NABU-Landesvorsitzende Stefan Schwill den Hintergrund des Schreibens.

http://mecklenburg-vorpommern.nabu.de/themen/naturschutz/15539.html

Man stelle sich nur mal vor, diese Vorfälle hätten sich außerhalb eines Nationalparks abgespielt, ob diese (Umweltschutz)Organisationen dann solch ein „gängige Praxis“ wohl auch verteidigt hätten?

Haben sich „die“ Umweltschutzverbände inzwischen von Logik und Wissenschaft verabschiedet?

„Greenpeace hat sich von Logik und Wissenschaft verabschiedet“
http://www.novo-magazin.de/46/novo4640

Patrick Moore. Er sagt, die heutigen Greenpeace-Kampagnen schaden Mensch und Natur. Kanadische Gerichte schlossen sich kürzlich dieser Einschätzung an und verweigerten Greenpeace den Status der Gemeinnützigkeit. Michael Miersch traf Patrick Moore in Vancouver, dem Geburtsort von Greenpeace. …

Herr Moore, Sie und Ihre Freunde haben 1971 Greenpeace gegründet. 15 Jahre lang waren Sie Mitglied im Führungsstab. Warum haben Sie Greenpeace verlassen?
Patrick Moore: Greenpeace war damals sehr wichtig, um die Menschen wachzurütteln und um Alarm zu schlagen.

Anfang der achtziger Jahre hörte ich zum ersten Mal den Begriff „sustainable development“, lange, bevor er durch den Brundtland-Report populär wurde. Dieser Ansatz hat mich sofort begeistert. Ich begriff, dass es jetzt um konkrete Veränderungen ging und nicht mehr um unverbindliche Appelle und symbolischen Proteste.

Der Brundtland-Report empfahl „Runde Tische“, an denen die gesellschaftlichen Gruppen der jeweiligen Länder über Wege zur „Nachhaltigen Entwicklung“ beraten sollten. Kanada hat diese Empfehlung konsequent verwirklicht. Vermutlich, weil in Kanada so viel Land dem Staat gehört und folglich eine demokratische Konsensfindung über die Nutzung dieses Landes sehr sinnvoll ist. Zu meiner Überraschung lehnten Greenpeace und andere Umweltgruppen die Teilnahme an diesen „Runden Tischen“ ab und zogen es vor, in ihrer Protesthaltung zu verharren. Greenpeace begann eine Kampagne gegen „Pragmatismus und Kompromisse“. Das war die Stunde der Ideologen. Jeder, der von nun an geringfügig von der Linie abwich, wurde zum Verräter gestempelt. Und plötzlich war auch ich einer. Ein paar meiner alten Kumpels haben mich Öko-Judas genannt und behauptet, ich hätte mich kaufen lassen. Nein, denn es ist sehr wichtig, seine Meinung ändern zu können, wenn man etwas dazugelernt hat. Ich glaube an die Freiheit, bin von ganzem Herzen anti-ideologisch und kann Dogmen nicht ausstehen.

Was gefällt Ihnen heute an Greenpeace nicht mehr?
Patrick Moore: Greenpeace setzt völlig falsche Prioritäten. Das lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit von den wirklichen Problemen ab und schadet dem Umweltschutz.
Völlig aberwitzig wird es, wenn Greenpeace die Forstwirtschaft als Feind der Wälder hinstellt. Tatsächlich war es der Tropenholzboykott, der große Schäden für die tropischen Wälder verursachte. Wenn Wald in armen Ländern nichts mehr wert ist, brennen Farmer ihn ab, um Land für Plantagen zu gewinnen. Es wäre logischer, zum Boykott von Palmöl, Latex, Kaffee, Tee, Bananen, Rindfleisch usw. aufzurufen. Denn dies sind die Produkte, für deren Anbau die Regenwälder gerodet werden. Aber die jahrelange Propaganda sitzt tief. Immer noch glauben viele Menschen, die Holzwirtschaft würde Wälder vernichten, dabei ist sie es, die Wälder als langfristige Wertanlage betrachtet.
Ein ziemlich kurzsichtiger Vorschlag einiger Umweltaktivisten lautet, Papier aus Hanf oder anderen Ackerpflanzen herzustellen statt aus Holz. Was würde passieren, wenn die Papierindustrie wirklich umsteigt? Wo würden wir den ganzen Hanf anbauen? Sollen wir dann die Wälder roden, um Hanf anzubauen? Wo bleibt die Logik bei solchen Argumenten? Bäume pflanzen ist allemal besser für die Biodiversität. Selbst eine weitgehend künstliche Baumplantage aus Kiefern oder Fichten beherbergt mehr Vögel, mehr Schmetterlinge und sonstige Tiere als ein Hanfacker, der jedes Jahr abgeerntet wird.

Wie kommt es, dass solche vernunftwidrigen Parolen dennoch so viel Gehör finden?
Patrick Moore: Greenpeace hat sich von Logik und Wissenschaft verabschiedet. Die Kampagnenprofis arbeiten mit emotionalen Bildern. Emotionen waren immer die Stärke von Greenpeace. Wir wussten schon damals, wie man Auftritte so dramatisch inszeniert, dass die Fernsehsender nicht widerstehen können. Ich finde, man darf emotional wirkende Bilder, Filme oder Reden einsetzen, wenn die Sache wahr und gerecht ist. Wenn sie jedoch nicht stimmt, ist es egal, welche Taktik oder Rhetorik angewendet wird. Es bleibt eine Lüge.

Wenn man dies liest, stellt sich schon die Frage, ob es Greenpeace wirklich noch um den Umweltschutz geht, oder nur noch um Geld, Macht und Einfluss?

Werden „die“ Vertreter der Umweltschutzverbände in medienwirksamer Agitation und Propaganda geschult?

Unter der Überschrift: „Wir sind Kormoran“, hielt Herr Dr. Manfred Lieser, NABU, einen Vortrag bei der Landesvertreterversammlung des NABU Baden-Württemberg in Mössingen am 22.11.09
Sehr aufschlussreich bezüglich der Vorgehensweise von Vorhaben die der NABU fordert, sind nachfolgende Ausführungen von Herrn Lieser, welche dieser, in einem Vortrag zur Kormoranproblematik am Bodensee, in Mössingen hielt. Abgesehen davon, dass er teilweise in regelrechte Hasstiraden verfällt, gibt er auch konkrete Anweisungen, was die NABU-Mitglieder auf Fragen antworten sollen: 2 Beispiele dazu:

Frage: Warum muss man den Kormoran schützen?
Antwort: „Die Frage stellt sich nicht. Für den NABU gilt, dass grundsätzlich alle Tier- und Pflanzenarten schützenswert sind. Eine Aufhebung des Schutzstatus bedarf der Begründung, nicht seine Beibehaltung.“
Frage: Der NABU vertritt eine völlig einseitige Position, bringt nur Emotionen ins Spiel und liefert keine Daten, die den Schutz des Kormorans rechtfertigten.
Antwort: „Wir sind kein Fischereierhaltungsverband! Naturschutz ist überwiegend emotional motiviert. Wenn die 68.000 NABU-Mitglieder in Baden-Württemberg eine Kormoranbekämpfung ablehnen, müssen sie das nicht mit Daten begründen, das Nichtwollen selbst ist der Grund.“

Der NABU braucht laut Herrn Lieser also keine Fakten, keine Argumente um seine Forderungen zu erheben. Für ihn ist das „Nichtwollen“ Begründung genug!
Deutlich sagt er auch, dass sich die NABU-Mitglieder nicht auf Diskussionen, in diesem Fall den Fischern, entlassen sollen, denn nach solchen Diskussionen „würden die NABU-Leute verunsichert auseinandergehen“. Nachfolgend der Textauszug von Herrn Lieser dazu:

„Was ist zu tun?
Außer uns diesen Fragen zu stellen, sind wir im Jahr des Kormorans vor allem gefordert, zu agieren. Häufig kommt der Vorschlag, der NABU möge sich doch endlich mit Anglern und Fischern an einen Tisch setzen, um den besagten Streit beizulegen. Das ist Unsinn, weil erstens der Streit erst dann ausbricht, zweitens solche Gespräche immer auf eine Vereinnahmung des NABU hinauslaufen, drittens der tiefsitzende Kormoranhass diesen Leuten gar nicht auszutreiben ist. ,Vernunft kann man nur einer beschränkten Zahl von Menschen beibringen, und die sind schon vernünftig‘, habe ich mir einmal bei Erich Kästner (1963) unterstrichen. Wir erreichen mit Verbrüderungsaktionen nichts, sondern verschwenden Zeit und Nerven. Die Kormoranhasser verlassen in der Regel diese Treffen mit der ,schäbigen Heiterkeit des im Angriff Erfolgreichen‘ (Schuh 2009), während die NABU-Leute verunsichert auseinandergehen.“

Da „der“ NABU mit den Fischern nicht diskutieren möchte, weil er offensichtlich keine Argumente hat, setzen Sie nur auf Emotionen. Das „Nichtwollen selbst ist für sie Grund genug“, sie versuchen also, ohne auf Argumente einzugehen, da dann die „NABU-Leute verunsichert“ werden, durch Kampagnen ihre Ideologie durchzusetzen. Dazu gibt Herr Lieser folgende Empfehlung:

„Wie können wir nun das Gewicht unserer Waffen erhöhen? Der NABU muss eine ähnliche Strategie für die Gewinnung von Kormoran-Sympathisanten anwenden wie die Fischer für die Gewinnung von Hassern. Wir müssen den Kormoran nicht nur als Freund der NABU-Mitglieder hinstellen, sondern als Freund schlechthin, so wie der Stuttgarter unser aller Freund ist, weil er am Wochenende am Bodensee Geld ausgibt. Die Einrichtung der Internetseite „Kormoranfreunde.de“ ist ein Schritt in diese Richtung. Die Gewinnung von Kormoranfreunden muss dokumentiert und bekanntgemacht werden. Nun wird das allein bei Politikern noch keinen ausreichenden Eindruck machen. Wir brauchen zusätzliche Zugpferde in Person von Prominenten wie Schauspielern, Musikern, Schriftstellern, Sportlern, Wissenschaflern, Adligen usw. Ich erinnere an Heinrich Böll, der gegen die Startbahn West mitdemonstrierte. Nächstes Jahr ist übrigens Fußball-WM. Wir sind also außer Kormoran auch noch Löw und Adler! Wäre es da nicht passend, wenn sich ein beliebter Nationalspieler als Kormoranfreund präsentierte? Was ist mit Vertretern der Kirchen? Schließlich sind wir ja auch noch Papst! Für ganz wichtig halte ich die Gewinnung führender Leute aus der Wirtschaft, die viele Arbeitsplätze unter sich haben. Das käme bei Politikern an. Meine Bemühungen um Prominente am Bodensee waren bisher von bescheidenem Erfolg gekrönt, es ist schwer, an solche Menschen heranzukommen. Hier sind die NABU-Spitzen in Bund und Ländern gefordert. Immerhin haben sich Senta Berger, Gerhart Polt und Sebastian Bezzel auf der genannten Internetseite als Kormoranfreunde eingetragen. Der NABU sollte auch versuchen, den Schauspieler Hannes Jaenicke für einen positiven Film über den Kormoran zu begeistern. Jaenicke betreibt im ZDF z. B. auch Imagepflege für Haie. Jedenfalls sollte jede NABU-Gruppe prüfen, ob in ihrem Gebiet Prominente wohnen und versuchen, diese zu werben und dies publik zu machen. In Radolfzell konnte ich bei Führungen zu der Kormorankolonie bisher etwa 20 Paten für je ein Nest gewinnen, darunter immerhin einen Landtagsabgeordneten. Die Paten zahlten einen kleinen Betrag und erhielten eine Urkunde. Außerdem werden Sie bei Treffen im NSZ Mettnau und per E-Mail mit Informationen versorgt. 2010 will ich in verstärktem Maße Schulklassen ins Aachried führen und Projektarbeiten machen lassen. Am Ende sollen sich die Schüler mit einem offenen Brief an den Regierungspräsidenten für den Schutz des Kormorans einsetzen.“

Wenn man diese Anweisungen von Herrn Lieser liest, stellt man frappierende Ähnlichkeiten mit der Vorgehensweise der Umweltschutzverbände beim Thema Nationalpark fest. Leider sind auch bei uns viele Prominente (Schauspieler, Sportler, Kirchenvertreter, Politiker, Wirtschaftsvertreter) auf diese Masche hereingefallen. Vielleicht sollten diese mal den ganzen Vortrag von Herrn Lieser nachlesen, damit sie merken, was für hasserfüllte Scharfmacher es bei den Befürwortern gibt. Herr Lieser wurde übrigens auch vom „Freundeskreis Nationalpark“ eingeladen, um einen Vortrag zu halten! (siehe Kapitel Auerhuhn)

http://www.nabu-ettenheim.de/wp-content/uploads/2009/12/2009-11-09-Kormoran_Gedanken-zum-Vogel-des-Jahres-2010.pdf

Herr Lieser zitierte auch noch den Philosophen Franz Schuh. Dieser bezeichnete „die Macht als die Kunst, die eigenen Vorlieben als unverzichtbares Allgemeingut darzustellen“.

Wie Recht er hat. Offensichtlich hat „der“ NABU diese Aussage und auch die obige Anleitung zur Durchsetzung von Interessen verinnerlicht!

Für die Durchsetzung seiner Interessen und für Verwaltungskosten gibt der NABU übrigens einen Großteil seiner finanziellen Mittel aus. So umfasste der Haushaltsplan 2014 30.574.720,– Euro. Sage und schreibe 11.273.460,– Euro davon flossen in den Bereich Mitgliederservice und -werbung, 4.362.360,– flossen in die „Aufklärungsarbeit“. Die NABU-Bundesgeschäftsstelle verursacht Kosten in Höhe 2.651.010,– Euro, für die Spenderbetreuung und -gewinnung wurden 2.881.000,– eingeplant. Für die Gremienarbeit wurden 1.240.580 ,– und für die Personalgemeinkosten 411.340,–Euro veranschlagt.
Ach ja, für den Naturschutz bleibt auch noch ein wenig Geld übrig. Es wurden für nationale und internationale Naturschutzarbeit, Projekte und Umweltpolitik immerhin noch 7.754.970,– Euro eingeplant. Zusammengefasst: 7,8 Mio. für den Naturschutz, 22,8 Mio. Euro für die Verwaltung usw.! Ob die vielen gutgläubigen Spender wohl wissen, in welchen NABU-Haushaltstiteln Ihre Spenden versickern und was tatsächlich noch bei Naturschutzprojekten ankommt?
Quelle: NABU-Jahresbericht 2013, S. 45

https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/nabu/nabu_jahresbericht_2013_2.pdf


Die Arroganz und Besserwisserei, mit der einige der Mitglieder und Funktionäre der Naturschutzverbände hier im Schwarzwald aufgetreten sind, ist auch angesichts dieser Aussagen und Fakten kaum zu ertragen. Man stelle sich nur einen Augenblick lang mal vor, solche Vorkommnisse, solche Aussagen bzw. solch ein Umgang mit Spendengeld hätte es bei uns, den Gegner, gegeben, die Naturschutzverbände und Teile der Medien, hätten uns, bildlich gesprochen, in der Luft zerrissen. In der Bibel gibt es ein lehrreiches Gleichnis über den Splitter im Auge des Bruders und dem Balken im eigenen Auge. Vielleicht sollten sich einige der angesprochenen Funktionäre und Mitglieder der Umwelt“schutz“verbände, diese Geschichten mal zu Herzen nehmen und ihr Verhalten ändern, bevor sie uns als Klimawandelleugner, als hinterwäldlerisch, fanatisch, radikal, hasserfüllt usw. bezeichnen!

Nicht der NABU, BUND oder Greenpeace haben den Schwarzwald mit seinem Artenreichtum und in seiner Naturnähe gestaltet und geschützt, sondern wir, die Menschen hier vor Ort!


Schwarzwaldverein und Alpenverein

Neben diesen „klassischen“ Umweltverbänden, gibt es auch noch Verbände, wie den Schwarzwaldverein oder den Deutschen Alpenverein, die in der Öffentlichkeit nicht unbedingt als Umweltverbände wahrgenommen werden, sich aber als solche verstehen. Zum Glück sind diese beiden noch nicht auf das Niveau der oben genannten gesunken. Beim Alpenverein gibt es jedoch leider inzwischen erste entsprechenden Tendenzen.

Der Schwarzwaldverein bezeichnet sich selbst als „Naturschutz- und Wanderverein“ und der Deutsche Alpenverein wirbt für sich als „Bergsport- und Naturschutzverband“. Beiden gemeinsam ist, dass sie nicht solche aggressiven Kampagnen gegen Menschen mit anderen Ansichten fahren, wie die andere Umweltverbände (s.o.). Interessant ist, dass diese beiden Vereine offensichtlich durchaus unterschiedliche Meinungen zum Entwicklungsnationalpark Nordschwarzwald vertreten.

Schwarzwaldverein
Auf der Homepage des Schwarzwaldvereines kann man lesen: „Naturschutz ist eine zentrale Aufgabe im Schwarzwaldverein. Als anerkannter Naturschutzverein und Gründungsmitglied des Landesnaturschutzverbandes setzt sich der Verein in vielfältiger Weise für die Belange des Natur- und Umweltschutzes ein. Er informiert über Natur- und Umweltschutz, er bezieht Stellung zu naturschutzrelevanten Themen und er wirkt aktiv in Naturschutz und Landschaftspflege mit“.

http://www.schwarzwaldverein-freiburg.de/Naturschutz.html

Der Schwarzwaldverein ist zweifellos der Verband der sich am meisten für die Region eingesetzt und sich um den Schutz der Landschaft hier im Schwarzwald bemüht hat. Deshalb ist es gut und richtig, wenn der Verein sich auch zu diesem Thema äußert.
In seiner Vereinszeitung kamen bereits in der Ausgabe 4/2011, also in einem sehr frühen Stadium der Planungen, sowohl ein Befürworter als auch ein Gegner des Projekts zu Wort. Solch eine ausgewogene Berichterstattung ist leider nicht bei allen Verbänden selbstverständlich.
Als Befürworter versuchte in der Schwarzwaldvereinszeitung Herr Dr. Markus Roesler (Grüne, NABU) unter der Überschrift „Nationalpark Nordschwarzwald – Verantwortung für die Zukunft“ die Schwarzwaldvereinsmitglieder von der Alternativlosigkeit eines Entwicklungsnationalparks zu überzeugen. Offensichtlich hatten die von Herrn Roesler vorgebrachten Argumente jedoch die Mehrheit der Mitglieder des Schwarzwaldvereins genau so wenig überzeugt wie das Werben für den Entwicklungsnationalpark von Herrn Bonde auf den Mitgliederversammlungen des Schwarzwaldvereins. Denn nach zweijähriger Beschäftigung mit dem Thema sagte der Vorsitzende des Schwarzwaldvereins, Herr Eugen Dieterle, am 04.04.2013: „Der Nationalpark allein greift zu kurz, weil er nicht der gesamten Region nutzt und zudem den unterschiedlichen Erwartungen von Tourismus und Naturschutz nicht gleichermaßen gerecht werden kann.“
Außerdem werden, wenn der Startschuss für den Nationalpark fällt, nach Ansicht des Schwarzwaldvereins, Konflikte zwischen den befürwortenden Interessensgruppen aufbrechen. „Die Touristiker wollen mit dem Nationalpark mehr Besucher anlocken, manche Naturschützer würden am liebsten die Menschen aus dem Park draußen halten“ brachte es der Präsident des Schwarzwaldvereins auf den Punkt. http://www.schwarzwaldverein.de/aktuell/seite61.html

Aufgrund der prognostizierten Zunahme des Fremdenverkehrs, warnte der Schwarzwaldverein dann am 09.04.2013 sogar vor einer „weiteren Verrummelung“ für die Naturlandschaft. Vor allen Dingen forderte der Schwarzwaldverein ein „schlüssiges Verkehrskonzept“. „Bereits heute sei die Region vor allem an Wochenenden durch Autoverkehr, überfüllte Parkplätze und Motorradverlärmung überlastet. Steuere man nicht gegen, werde sich die Situation mit der erwarteten Zunahme des Tagestourismus noch verschärfen“. http://www.taz.de/!114185/

Am 10.06.2013 (nach der Bürgerbefragung) konnte man lesen, dass der Schwarzwaldverein sich „erneut skeptisch gegenüber dem Vorhaben“ im Nordschwarzwald zeigt. Die Landesregierung solle sich „mehr Zeit nehmen“, verlangte der scheidende Vereinspräsident Eugen Dieterle. Statt sich um die Neinsager zu kümmern, beharre die Regierung auf dem Vorhaben „trotzig wie ein Kind“.

Dem traditionsreichen Naturschutz- und Wanderverein mit seinen rund 70 000 Mitgliedern missfällt laut Vorstand an dem Projekt auch, dass er nicht Sitz und Stimme in der von Bonde geplanten Lenkungskommission hat. Außerdem fürchtet er um den Fortbestand seiner Wanderwege und um die Offenhaltung der Mittelgebirgslandschaft. „So wird das nie ein Bürgernationalpark“, prophezeite Dieterle.

http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/schwarzwaldverein-kritisiert-gruen-rot-wegen-nationalpark–72606841.html

Leider wurden diese begründeten Einwände von der Landesregierung jedoch wie erwartet ignoriert. Was nicht weiter verwundert, denn gehört werden bedeutet ja nicht erhört werden.

Am 14.03.2014 konnte man in der Badischen Zeitung folgendes lesen: „Der Schwarzwaldverein ist angesäuert. Er will sich im neuen Nationalpark Nordschwarzwald nicht einschränken und nichts vorschreiben lassen. Er verlangt freien Zutritt ohne Voranmeldung – auch für Gruppen. Das betonte der neue Präsident des Wandervereins, Georg Keller, am Freitag in Freiburg. Im 32-köpfigen Beirat des Nationalparks, der sich dieser Tage konstituierte, hat der Schwarzwaldverein zwar Sitz und Stimme, nicht aber im Nationalparkrat, wo die administrativen Entscheidungen fallen. Wie es hieß, ist ein Zutrittsreglement noch nicht beschlossen. Der Schwarzwaldverein steht dem von der grün-roten Landesregierung betriebenen Nationalpark seit langem skeptisch gegenüber. Man fürchtet Einschränkungen für Wanderer“.

http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/nationalpark-nordschwarzwald-wanderer-bangen-um-ihr-wegenetz–81904267.html

Offensichtlich hat auch der Schwarzwaldverein das Gesetz zur Errichtung des Nationalparks Schwarzwald und zur Änderung weiterer Vorschriften gelesen.
In dem vom Landtag am 28. November 2013 beschlossenen Gesetzes steht nämlich folgendes:

§ 8 Betretungs- und Erholungsrecht Im Nationalpark sind organisierte Führungen und Wanderveranstaltungen nur zulässig, wenn sie 1. unter Leitung oder mit Genehmigung der Nationalparkverwaltung oder
2. durch vom Land als Naturschutzvereinigungen anerkannte Vereinigungen oder durch die für den Tourismus zuständigen Stellen der Nationalparkgemeinden und der in § 1 Absatz 1 Satz 3 genannten Landkreise mit von der Nationalparkverwaltung zertifizierten Führern durchgeführt werden. Veranstaltungen nach Satz 1 Nummer 2 sind der Nationalparkverwaltung vor ihrer Durchführung anzuzeigen.

http://www9.landtag-bw.de/WP15/Drucksachen/4000/15_4406_d.pdf

Die Nationalparkverwaltung will also die totale Kontrolle über alle organisierte Wanderungen oder Wanderveranstaltungen!!! Das im Vorfeld zugesicherte freie Betretungsrecht entspricht offensichtlich, wie noch mehr Punkte, auch nicht der Wahrheit!

Am 14.09.2014 fand eine gemeinsame Wanderung des Schwarzwaldvereins mit Minister Alexander Bonde im Nationalpark Schwarzwald statt. Nachfolgend einige Auszüge aus dem dafür erstellten „Positionspapier Nationalpark“ des Schwarzwaldvereins.

„Wer markiert die Wege im Schwarzwald? Wir machen das! Auch im Nationalpark … Das Wanderwegenetz des Schwarzwaldvereins muss im Nationalpark erhalten bleiben. Dies gilt für die beiden Fernwege West- und Mittelweg, die Regionalwege (blaue Raute) und bedeutsame lokale Wege (gelbe Raute). … Die Wanderwege in der Kernzone bleiben für Einzelpersonen und Wandergruppen mit oder ohne Führung und grundsätzlich ohne Anmeldung zugänglich … keine „Verrummelung“, kein „Event-und Freizeitpark-Tourismus“ (dazu zählt auch die Idee eines „Safariparks“ mit nicht-heimischen Tierarten) … Prozessschutz nicht zu Lasten des Artenschutzes: Verschlechterungsverbot“ muss auch im Nationalpark gelten! Wo nötig, zugunsten gefährdeter Arten eingreifen (Auerhuhn)…“

http://schwarzwaldverein.de/cms_upload/files/_naturschutz/info/20140914_Handout_end_Nationalpark.pdf

Schon an dieser kleinen Auswahl von Forderungen des Schwarzwaldvereins kann man erkennen, dass sich auch die Verantwortlichen des Schwarzwaldverein schwer damit tun, den mündlichen Zusagen der Politik und der NLP-Verantwortlichen zu vertrauen sowie auch mit der Machtfülle die der Sonderbehörde Nationalpark von der Landesregierung erteilt wurde. Außerdem gibt es wohl auch gravierende Meinungsunterschiede bezüglich der Entwicklung des NLP (Stichwort: Verrummelung, Auerhuhn…). Offensichtlich haben sie auch schon entsprechende Erfahrungen gemacht!


Alpenverein
Im Gegensatz zum Schwarzwaldverein, unterstützen 6 Sektionen des Deutschen Alpenvereins die Einrichtung eines Entwicklungsnationalparks im Nordschwarzwald. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Alpenvereinssektionen bzw. deren Mitglieder in ihrer Mehrzahl überwiegend städtisch geprägt und damit eben hier vor Ort nicht so verwurzelt sind, wie die Mitglieder des Schwarzwaldvereins.

Außerdem war beim Alpenverein die einseitige Informationspolitik der Landesregierung und das Werben für den Nationalpark offensichtlich erfolgreicher als beim Schwarzwaldverein.
So führt der Alpenverein z.B. regelmäßig „Naturschutztagungen“ durch. Die Naturschutztagung 2013 des DAV-Landesverbandes stand dabei ganz im Zeichen des geplanten Nationalparks Nordschwarzwald. Anschliesend konnte man in einer Veröffentlichung des DAV’s lesen: „Über 30 Teilnehmer aus allen Regionen Baden-Württembergs informierten sich auf der Darmstädter Hütte (Ruhestein, Schwarzwald) über das geplante Großschutzgebiet, den aktuellen Verfahrensstand und das weitere Vorgehen. In mehreren Fachvorträgen erfuhren die Naturschutzreferentinnen und Naturschutzreferenten und Sektions-Vertreter ökologische Fakten und Zusammenhänge über montane Wälder, Auerwild, Luchs, Borkenkäfer, Holzwirtschaft, Prozess-Schutz, Zonierungskonzepte und vieles mehr. Dr. Markus Rösler (MdL, Grüne), Experte für Großschutzgebiete, stand Rede und Antwort zum Verfahren und stellte wichtige Ergebnisse aus dem umfangreichen Nationalpark-Gutachten vor.

Auf einer naturkundlichen Exkursion erläuterte Dr. Wolfgang Schlund, Leiter des Naturschutzzentrums Ruhestein, das Gebiet Wilder See. Es ist mit über 100 Jahren der älteste Bannwald Baden-Württembergs und ein Modellgebiet für zukünftige Kernzonen im Nationalpark. Die Teilnehmer erlebten hautnah Wildnis, Arten- und Strukturvielfalt, diskutieren über Naturlandschaften, Waldentwicklung und die Bedeutung von Totholz als wichtigen Lebensraum. Dr. Schlund betonte, dass der Mensch nicht aus derartigen Gebieten ausgeschlossen sein soll, auch nicht aus zukünftigen Kernzonen und, dass eine naturverträgliche Erholung weiterhin erlaubt, ja, in Verbindung mit umweltpädagogischen Aktivitäten sogar erwünscht sei. Eine wichtige Botschaft für die Bergsteiger und Naturschützer im DAV.

Auf der Grundlage dieser umfassenden Information und Diskussion verfassten die Teilnehmer der Tagung spontan eine Resolution, die einstimmig verabschiedet wurde. Darin werden die Sektionen und der DAV-Landesverband in Baden-Württemberg gebeten und aufgefordert, eine Stellungnahme für die Realisierung des geplanten Nationalparks Nordschwarzwald abzugeben. Die Naturschutz-, Wander- und Bergsport-Interessen des DAV sollen in dieser Stellungnahme angesprochen und die Beteiligung kompetenter Vertreter aus dem DAV in den Nationalpark-Gremien angestrebt werden“.

http://www.alpenverein-bw.de/frameset_nst.html

Was bei dieser Stellungnahme sofort auffällt, ist die einseitige Besetzung der Referenten durch Dr. Roesler und Dr. Schlund. Wenn es dem Alpenverein um eine objektive Befassung mit dem Thema gegangen wäre, hätte doch wohl auch aus den Reihen der Gegner Referenten anwesend sein müssen.

Nichtsdestotrotz wurde dann auf Grundlage dieser einseitigen Informationen – und eben nicht auf einer “umfassenden Grundlage” – dann folgende Resolution verabschiedet:

„Resolution
Die Teilnehmer der Naturschutz-Tagung des DAV-Landesverbands BW
vom 19.-21.4.2013 (Darmstädter Hütte, Nordschwarzwald) haben sich eingehend mit dem Thema Nationalpark (NLP) Nordschwarzwald befasst.
Sie empfehlen den DAV-Sektionen und dem Vorstand des DAV-Landesverbands BW nachdrücklich, eine Stellungnahme zum geplanten Nationalpark Nord-Schwarzwald abzugeben.
Aus Sicht der NaturschutzreferentInnen soll diese Stellungnahme für den Nationalpark ausfallen. Dabei sollen die Interessen des Wanderns und des Bergsports (Klettern, Bouldern, Schneeschuhgehen, Mountainbiken) verfolgt werden.

Es wird empfohlen für den DAV einen oder zwei Beauftragte für das Thema Naturschutz im NLP und für das Thema Bergsport im NLP zu benennen. Diese DAV-Vertretung ist voll zu unterstützen und in die Gremien des NLP zu bringen.

Einstimmiger Beschluss,
Darmstädter Hütte, 21.4.2013“

Nach Verabschiedung dieser Resolution befassten sich dann die Vorstände der einzelnen Sektionen mit dem Thema. Diese gaben dann, wie nicht anders zu erwarten, entsprechende (positive) Stellungnahmen an den Landesverband ab. Nachdem der DAV-Landesverband die Sektionen angehört hatte, wurde auch vom DAV-LV eine positive Stellungnahme zum Nationalpark verfasst.

20. Juni 2013 – Pressemitteilung Landesverband Baden-Württemberg des DAV e.V.

Der DAV-Landesverband Baden-Württemberg begrüßt die Einrichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald. Der Deutsche Alpenverein setzt sich dafür ein, dass im Nationalpark Nordschwarzwald, wenn auch in begrenztem und gelenktem Umfang, die Natur für Wanderer und Bergsportler zugänglich und erlebbar bleibt. Eine entsprechende Stellungnahme hat der DAV-Landesverband nun verfasst und diese Woche an Herrn Minister Bonde geschickt. „Der DAV ist breit aufgestellt und hat viel Erfahrung mit Nationalparken in den Alpen und in Mittelgebirgen“, betont Roland Stierle, Vorstand des DAV-Landesverbands, der sich freut, nach einem intensiven Abstimmungsprozess im Verband, eine positive Position pro Nationalpark einnehmen zu können. „Das Spannungsfeld zwischen einer Nutzung der Natur als Erholungs- und Erlebnisraum für bergsportliche Aktivitäten und dem Schutz der Natur ist unseren Mitgliedern sehr wohl bewusst. Wir unterstützen den geplanten Nationalpark und wollen naturverträgliche Konzeptionen für Erholung und Bergsport.“ Bei der Suche nach fachlich abgestimmten Lösungen und praktikablen Konzeptionen fordert der DAV eine Beteiligung in Arbeitsgruppen und Gremien. „Wir wollen uns mit fachlich erfahrenen und gebietskundigen ExpertInnen aus dem DAV einbringen“, so Stierle.

In der Alpenvereinszeitschrift des DAV, Sektion Freiburg, Heft 4/2013 konnte man dann z. B. folgendes lesen:

„Zu den Aktivitäten unserer Mitglieder in Natur und Landschaft, einschließlich im aktuellen Planungsgebiet für den Nationalpark Nordschwarzwald, zählen wir Wandern, Klettern und Bouldern, Rad- und Mountainbikefahren, Skifahren und Skitourengehen, Skilanglauf und Schneeschuhgehen. Wir als Alpenverein erwarten, dass wir als Naturschutzverein in die Planungen mit einbezogen werden. Wir setzen auch als selbstverständlich voraus, dass wir diese sportlichen Aktivitäten auch im Nationalpark angemessen ausüben können. Wir gehen ferner davon aus, dass für die Fahrt zum und im Nationalpark ein besucherfreundlicher öffentlicher Nahverkehr vorhanden sein wird“.
Götz Peter Lebrecht

http://www.dav-freiburg.de/de/pdf_online/Okt.-Nov.2013.pdf

Im Schwabo, aber auch auf der Hompepage des Alpenvereins Baden-Baden konnte man lesen:

„Für den Alpenverein mit seinen sechs Sektionen in der Region steht das Naturerlebnis im Vordergrund. Joachim Trayer Sektion Offenburg (Stellvertreter von Herrn Goll im NLP-Beirat) sieht für seinen Verein im Nationalpark die optimale Möglichkeit, eine Vielzahl von Outdoor-Aktivitäten wohnortnah anbieten zu können (05.05.2014) …“

http://m.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.seebach-nationalpark-schwarzwald-ist-eroeffnet.2e671d0c-6893-434d-9f75-fe76a4eaa601.html

http://www.alpenverein-baden-baden.de/fileadmin/user_files/dokumente/Gruppen/Sektionsheft.pdf S. 24

Bezüglich der “angemessenen Ausübung von sportlichen Aktivitäten im Nationalpark” kann man den Alpenvereinen nur sagen: wenn sie sich da mal nur nicht irren. Die bisher vorhandenen sportlichen Möglichkeiten, dürften wohl in einem Nationalpark, zumindest auf längere Sicht, deutlich eingeschränkt werden. Auch hat die Sektion Freiburg des DAV wohl eine andere Erwartung bezüglich der Nutzbarkeit als der Landesverband! Und was die Aussage von Herrn Trayer anbelangt, dass man “in einem NLP eine optimale Möglichkeit hätte, eine Vielzahl von Outdoor-Aktivitäten wohnortnah anzubieten” – hat er die nicht jetzt schon? Was ist dies für ein inhaltsleeres, für ein falsches Argument?

Es gibt Vertreter von Alpenvereinen, die meinen, dass es “nur mit einer konstruktiven Haltung möglich ist, den Prozess weiterhin aktiv und im Sinne des Alpenvereins zu begleiten”. Es geht manchen Vertretern der Alpenvereine also in erster Linie darum, ihre Klientel zufrieden zu stellen. Das Thema Sinnhaftigkeit eines Entwicklungsnationalparks, die Themen Naturschutz, Klimaschutz, die Menschen vor Ort und auch das Ergebnis der Bürgerbefragung, ist für diese Vertreter zweitrangig.

Grundsätzlich gibt es bei den Alpenvereinen eine Vielzahl von Interessenkonflikten. Klar dürfte jedem sein, dass dabei auch beim Alpenverein, den einzelnen Sektionen, die eigenen Interessen (auch die finanziellen) eine größere Rolle spielen als die Menschen hier vor Ort. Die Alpenvereine unterhalten zum Beispiel eine Vielzahl von Hütten/Häusern sowohl hier im Ländle als auch im Ausland.

Am Beispiel der Sektion Schwaben des DAV wollen wir dies deutlich machen. Die Sektion Schwaben unterhält 9 Häuser, 6 davon in Österreich. Eines dieser Häuser ist die Jamtalhütte, Talort Galtür, Österreich, mit Platz für 194 Gäste. Die Jamtalhütte wurde am 22.02.1999 durch zwei Staublawinen schwer beschädigt. Schon damals wurde die Wiederherstellung und Erweiterung teilweise mit Steuergeldern/Zuschüssen (im 6stelligen Bereich) aus Baden-Württemberg bezahlt.

2008 wurden dann die Abwasserleitung und die Stromversorgung für die Jamtalhütte erneuert.
Die Finanzierung stellte sich folgendermaßen dar:

Gesamtkosten 920.000,– Euro, 228.317,– Euro Eigenmittel, Republik Österreich 311.850,– Euro, vom Land BW gab es Zuschüsse in Höhe von 137.833,– Euro und von der Stadt Stuttgart 92.000,–Euro, Darlehen DAV Bundesverband 150.000,– .

25% der Gesamtkosten wurden also vom Land BW bzw. der Stadt Stuttgart aufgebracht!

https://www.yumpu.com/de/document/view/22022973/1-der-dav-sektion-schwaben-e-v-mitglied-im-stuttgart

Angesichts dieser Tatsache, ist es wohl für jeden nachvollziehbar, wenn der Alpenverein sich nicht gegen das Lieblingsprojekt einer Grün-Roten Landesregierung aussprechen wird. Zumal, wenn man sich weiterhin Zuschüsse erhofft.

So plant die Sektion Schwaben des DAV in 2016 z.B. einen Um- und Erweiterungsbau des Hallerangerhaus, welches in der Nähe von Zürs, ebenfalls in Österreich, steht. “Die letzte Kostenschätzung dafür liegt bei knapp über 1 Mio. Euro. Erwartet wird ein Förderanteil von 50 – 55 % durch den DAV und Landesmittel von BW“.

Nochmals: Glaubt wirklich irgend jemand, dass angesichts dieser Tatsache der Alpenverein sich gegen ein Vorhaben aussprechen wird, wenn sie dadurch Gefahr laufen Vertreter der Grünen, die sowohl in der Stadt Stuttgart als auch im Land das Sagen haben, zu verärgern und damit Zuschüsse zu riskieren? Wenn die Befürworter nicht Befürworter sondern Gegner des NLP wären, würde Herr Mayer vom BUND, Regionalverband Südlicher Oberrhein, dies wohl so formulieren: “Geld macht Meinung”.

http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/nationalpark-nordschwarzwald.html


Der Deutsche Alpenverein (DAV) sagt von sich selbst, dass er der weltgrößte Bergsport-Verband und außerdem aktiv im Natur- und Umweltschutz ist.

Leider ist es aber in der Realität so, dass für viele Alpenvereinsmitglieder und auch beim Verein als Organisation selbst, die Bergsportaktivitäten wichtiger sind als der Klimaschutz. Dies stellt man auch bei den Angeboten des DAV Summit Clubs, der Bergsteigerschule des Deutschen Alpenvereins, welcher Berg- und Trekkingreisen weltweit anbietet, fest.

Man kann zwar auf der Homepage des Summit-Clubs unter der Überschrift nachhaltig Reisen lesen:

“Als Bergsteigerschule des Deutschen Alpenvereins und Spezialreiseveranstalter für aktive Berg- und Kulturerlebnisse haben wir ein intensives Verhältnis zu den Bergen dieser Welt. …Ganz im Sinn von AKTIVerleben und NACHHALTIGreisen; hierauf basierend feilen wir zusammen mit unseren Partnern so lange an unseren Kursen und Reisen, bis wir uneingeschränkt sagen können: So ist es gut! UNSERE ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG: Ein Klick genügt und Ihr freiwilliger Umweltbeitrag von € 30,– zeigt mehr Wirkung als Sie denken…Das Prinzip ist denkbar einfach: was hier nicht vermieden werden kann, wird an anderer Stelle in umweltfreundliche, energiesparende Technologien investiert. Das ist fair, schafft Arbeitsplätze und hilft der Umwelt…“

http://www.dav-summit-club.de/nachhaltig-reisen.html

Dazu muss man wissen, dass diese 30,– Euro genau der Rabatt ist, den man als DAV-Mitglied sowieso auf Reisen beim Summit-Club erhält. De facto kostet dieser moderne Ablasshandel, welcher übrigens nicht von der Entfernung des Reiseziels oder dem Verkehrsmittel abhängig gemacht wird und auch kein Gramm Co2, welches durch diese Reisen emittiert wird, zurückholen kann, die Alpenvereinsmitglieder nichts!

Wie paradox dies ist, wollen wir am Beispiel eines Angebots des Summit-Clubs, einer mittelschweren Expeditionen/Antarktis zum Mount Vinson, 4892 m aufzeigen.

Unter dem Buchungscode EXVIN konnte man die 21 Tage dauernde Reise zum Preis von € 34.990,– buchen. 34990,– Euro für die Reise, 30,– Euro, die als DAV-Mitglied nicht einmal selbst bezahlt werden müssen, für die Umwelt. Eine Angabe wie viele Tonnen Co2 durch diese Reise pro Person emittiert werden, sucht man vergeblich!

Aber da diese Reise ja „nicht vermieden werden kann“ ist es natürlich für den Alpenverein auch irrelevant wie stark das Klima, die Natur dadurch geschädigt wird! Es gäbe noch mehr Beispiele.
Grundsätzlich ist man sowieso überrascht, wie hoch der Anteil der Fernreisen bei den Angeboten dieses Bergsport- und Naturschutzverbandes ist.
Trotzdem erhielt der Summit-Club 2014 auf der internationalen Tourismusbörse (ITB), als eines von vier Tourismusunternehmen, den „myclimate Award“ für seine „Vorreiterrolle“ in Sachen Klimaschutz.
Als Erfolgsmeldung wird bekannt gegeben, dass „sich inzwischen bereits 12 Prozent der DAV-Summit-Club-Kunden für eine Klimakompensation entscheiden“.

Man hätte auch sagen können, dass 88 Prozent der DAV-Summit-Club-Kunden die Umwelt egal ist! Eine angebliche Klimakompensation / Gewissensberuhigung (?) durch Zahlung eines Geldbetrages ist grundsätzlich fragwürdig, geradezu ad absurdum geführt wird diese Idee aber, wenn diese Zahlungen, dieser Ablasshandel, unabhängig von der Wahl des Verkehrsmittels und der Entfernung des Reiseziels erfolgen!
Als weiteres grünes Mäntelchen erhielt der Summit-Club auf der ITB dann aber auch noch das Nachhaltigkeitszertifikat „CSR“. (Panorama 3/2014, Seite 43).

Die Diskrepanz, zwischen den Verhaltensweisen von vielen DAV-Mitglieder und auch den offiziellen Angeboten von Seiten des Vereins (z.B. Mobilität / siehe Reiseangebote Summit-Club) und ihren Forderungen an Dritte zum Schutz der Umwelt, ist auch beim Alpenverein enorm. Aber damit befindet sich der DAV in guter Gesellschaft, denn bei vielen NABU-, Greenpeace-, BUND-, WWF-Mitgliedern … ist dies nicht anders.

Mit Gerhard Goll von der Sektion Ettlingen des DAV stellt der Alpenverein nun sogar den Vorsitzenden des Nationalparkbeirats.
Bemerkenswert ist, dass die Grünen, die Anti-Atomkraft-Partei, sogar bereit sind, den ehemaligen ATOM-Chef-Lobbyisten der ENBW, also jemand der in der Vergangenheit von den Grünen bekämpft wurde, als NLP-Beiratsvorsitzenden zu akzeptieren. Offensichtlich schlucken Sie jede (auch schwarze) Kröte für die Verwirklichung ihres Prestigeobjekts.

Wegen seines Festhaltens an der Atomkraft und der Forderung nach Verlängerung der Laufzeiten wurde Herr Goll vom NABU 2002 übrigens ein „verspätetes Weihnachtsgeschenk“ beschert. Er wurde nämlich mit dem Negativpreis „Dinosaurier 2002“ vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) ausgezeichnet. Der NABU verleiht den, wie er ihn selbst nennt, „peinlichsten Umweltpreis“ alljährlich an „die herausragendste Fortschrittbremse“ in Sachen Umwelt-und Naturschutz. „Goll habe sich gegen die starke Konkurrenz vor allem wegen seiner Blockade des Atomausstiegs durchgesetzt“, erklärte Nabu-Geschäftsführer Gerd Billen in Berlin. Der „EnBW-Chef habe wie kein anderer an dem Atomkraftwerk Obrigheim festgehalten. Das mit 32 Jahren älteste Kraftwerk Deutschlands sei der Dino unter den Reaktoren“.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/peinlicher-umweltpreis-dinosaurier-des-jahres-geht-an-enbw-chef-goll-180485.html

Es dürfte wohl in Deutschland einmalig sein und bleiben, dass ein “Dinosaurier des Jahres” in eine leitende Position eines Nationalparks gewählt wurde! Man fragt sich schon, ob sich hier jemand, aus Sicht der Grünen und des NABUs, vom Saulus zum Paulus gewandelt hat, dass er nun für diesen Posten geeignet ist? Auf jeden Fall dürfte der Posten als Vorsitzender des Nationalparkbeirats keine einfache Aufgabe für Herrn Goll werden, denn da die Beiratsmitglieder aus so unterschiedlichen Organisationen stammen wie Landesjagdverband und Naturschutzbund, Tourismusverband und Forstkammer, Landesportverband und Bauernverband, sind Konflikte vorprogrammiert. „Multikulti“ nennt Goll, der im Beirat den Deutschen Alpenverein vertritt, diese Mischung. Trotzdem traut er sich als Beiratsvorsitzender zu, die widerstrebenden Positionen wenigstens teilweise zur Deckung zu bringen. Für den 71-Jährigen ist das Voraussetzung, damit die Bürgerschaft überhaupt Einfluss auf die Entwicklung der Region nehmen kann: „Wenn wir nicht mit einer Stimme sprechen, sind wir nur ein Feigenblatt, auf jeden Fall aber ineffektiv.“

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.gerhard-goll-ex-enbw-chef-legt-sich-fuer-nationalpark-ins-zeug.5ae3d74f-9292-4563-b9b3-5f7c743eddac.html

Ob ihm dies wohl gelingt?


Lange bevor der Entwicklungsnationalpark gegen den Willen der Menschen hier vor Ort durchgedrückt wurde, nämlich bereits im Dezember 2012, äußerte sich Herr Goll übrigens bereits folgendermaßen zum Thema Nationalpark:
„Ich verstehe gut, dass den Schwarzwäldern über Jahrhunderte quasi in die Muttermilch gegeben wurde, jedes Fleckchen Erde zu nutzen (was heute aber schon nicht mehr praktiziert wird). „Macht Euch die Erde untertan“. Aber gilt nicht auch der Satz: ,Von der Natur lernen‘, den viele unserer Forscher und Entwickler schon verinnerlicht haben? Und um das zu tun, muss man der Natur Raum, Zeit und Ruhe lassen. Der Nationalpark als Lehrmeister, z. B. für nachhaltige Forstwirtschaft, ist das nicht auch eine wichtige Facette des Themas? Viele europäische Staaten haben schon lange Nationalparks mit rundum guten Erfahrungen. Zugegeben: Die meisten dieser Staaten haben in Relation zur Bevölkerung mehr Land. Wir sind tatsächlich sehr dicht besiedelt. Aber können wir nicht froh sein, im Nordschwarzwald einen Staatswald zu haben, der es ermöglichen würde, ohne nennenswerte wirtschaftliche Einbußen eine Fläche zu schaffen, die der Natur genügend Raum bietet und Zeit lässt, sich zu entwickeln, ohne dass wir ihr vorschreiben, was sie darf und was nicht? Denn wissen wir ́s denn wirklich besser als die Natur? Ist unsere Wahrheit von heute ( z.B. Fichtenmonokulturen) nicht oft der Irrtum von morgen (Klimawandel)?“
Gerhard Goll, Referent für Naturschutz – DAV Sektion Ettlingen (Dezember 2012)

http://www.dav-ettlingen.de/uploads/media/DAV-Ettlingen_Nr._24_Dezember-2012.pdf

Irgendwie scheint Herr Goll noch nicht realisiert zu haben, dass wir hier bereits seit Jahrzehnten eine nachhaltige Forstwirtschaft betreiben, dazu brauchen wir keinen Nationalpark, zumal eine Fläche auf der man angeblich “Natur Natur sein lassen will”, wohl wirklich nicht als Beispiel für nachhaltige Forstwirtschaft geeignet ist! Wir haben hier schon lange von der “Natur gelernt”, im Gegensatz zu so manchem urban lebenden Mitbürger! Wenn Herr Goll meint, dass es durch einen NLP keine nennenswerten wirtschaftlichen Einbußen geben wird, zeigt nur, dass auch für ihn Millionenbeträge nur Peanuts sind. Es gibt also nicht nur Deutsche-Bank-Chefs die sich so abgehoben äußern.

Wenn er dann noch schreibt, dass „unsere Wahrheit von heute (Fichtenmonokulturen) oft der Irrtum von morgen (Klimawandel)“ sei, dann zeigt dies nochmals, wie wenig er die Entwicklungen in der Forstwirtschaft kennt. Denn schon seit Jahrzehnten wird der Wirtschaftswald umgebaut – eben weg von Fichtenmonokulturen. Abgesehen davon sind Fichtenmonokulturen (nachwachsende Rohstoffe) wohl wirklich nicht schuld am Klimawandel!


Am 25.04.2014 veröffentlichte die Südwestpresse ein Interview mit Herrn Goll. Einige Auszüge daraus:

War die CDU-Fraktion gegen den Nationalpark, weil die Grünen ihn zu ihrem Projekt erhoben haben?

GOLL: Leider fehlt mir die Art der Intelligenz, die notwendig ist, um die Position der CDU-Fraktion zu verstehen. Bei ihren Veranstaltungen wurde mir nicht klar, was sie eigentlich will. Ich weiß auch heute noch nicht, was an einem „Bürgernationalpark“, wie die Fraktion so schön sagt, anders sein soll als an jenem, den es jetzt zu entwickeln gilt.
Anmerk.:Vielleicht sollte Herr Goll nicht nur über etwas reden sondern sich mit den Inhalten, z. B. den 10 Punkten, des Alternativkonzepts, des Bürgernationalparks beschäftigen, dann wüsste er es!

Haben Sie eine Idee, wie die CDU für den Park gewonnen werden kann?

GOLL: Zunächst einmal: Die Mehrheit der Bevölkerung in Baden-Württemberg steht hinter dem Nationalpark. Ebenso eine Mehrheit der CDU-Mitglieder. … Jene, die heute noch dagegen sind, sollten meinem Rat folgen, einfach die Realität zu betrachten, wie sie sich in nächster Zeit entwickeln wird. Dann werden alle Horrorgeschichten, die über dieses Projekt erzählt worden sind, in sich zusammenfallen.
Anmerk.: Wo ist denn die Mehrheit in der Bevölkerung oder in der CDU? Dort wo reale Befragungen durchgeführt wurden, sowohl in der Bürgerschaft als auch bei den CDU-Mitgliedern sieht das Ergebnis ganz anders aus als bei den bezahlten Umfragen im Auftrag von Umweltverbänden!!! Vielleicht sollte Herr Goll dies mal zur Kenntnis nehmen!

Ist es denkbar, dass die CDU, wenn sie wieder an die Regierung käme, den Nationalpark rückgängig macht?
GOLL: Es ist eine merkwürdige Vorstellung von Parlamentarismus, wenn man bei jedem möglichen Regierungswechsel Gesetze nach der Methode rein-raus entweder erlässt oder wieder aufhebt. Das tut unserem Rechtsstaat nicht gut. Im Übrigen glaube ich, dass auch hier die reale Entwicklung Fakten schaffen wird, die man vernünftigerweise nicht mehr verändern will.
Anmerk.: Vertreter dieser „merkwürdigen Vorstellung“ sind auch und gerade die Grünen mit Herrn Kretschmann an der Spitze – siehe Kapitel Promis / Kretschmann!

Weshalb stehen Sie so fest hinter dem Projekt? Hätte nicht auch ein Biosphärenreservat oder „Nationalpark light“, wie von CDU-Fraktionschef Peter Hauk gefordert, gereicht?
GOLL: Mein Engagement für den Nationalpark kommt aus der Erfahrung, dass die Menschen Sehnsucht haben nach unberührter Natur. Sie fliegen Tausende von Kilometern, um diese irgendwo auf dem Erdball zu erleben was ökologisch nicht besonders toll ist. Warum soll unberührte Natur nicht auch bei uns in einer Landschaft möglich sein, die bereits jetzt über Bannwälder Keimzellen eines Nationalparks birgt?
Anmerk.: Glaubt Herr Goll wirklich, dass diese Klientel, die er hier anspricht, zukünftig ihren Urlaub im Schwarzwald verbringt und nicht mehr tausende von Kilometern fliegt? Warum verbringen diese Menschen ihren Urlaub dann nicht jetzt schon, wenn sie nur „unberührte Natur“ sehen wollten, in den 14 bereits vorhandenen Nationalparks in Deutschland? (Wobei die Natur in den Nationalparken auch nicht unberührt ist!)

Werden Sie es schaffen, Gegner unter den Bürgern für die Park-Idee zu gewinnen?
GOLL: Viele sagen: Machen wir das Beste daraus. Das ist auch gut so. Es geht nämlich nicht nur darum, in einer Kernzone die Natur sich so entwickeln zu lassen, wie sie es will – sondern auch darum, den Tourismus im Nordschwarzwald zu stärken. Kommunen, Gewerbetreibende und das Land müssen da zusammenarbeiten. Mehr Tourismus nutzt auch den Bürgern. Es gilt, Nahverkehrskonzepte zu entwickeln, damit auch der Durchreisende aus Holland, Schweden oder Dänemark leicht zum Park kommt, wie auch der aus Karlsruhe und Stuttgart, und eine Situation vorfindet, die ihm rundum ein schönes Erlebnis ermöglicht. Schließlich sollte auch der Effekt eintreten, dass ausblutende Dörfer wieder aufblühen.
Anmerk.: Er behauptet einfach mal „viele sagen“ – wo sind denn die Vielen? Wir Bürger hier vor Ort wollen jedenfalls keinen ausufernden, umweltbelastenden Tagestourismus (Massentourismus) von „Durchreisenden“, wie Herr Goll dies erwartet, sondern Gäste die einen naturverträglichen Urlaub verbringen wollen und damit nachhaltig die Strukturen, den Fremdenverkehr, hier vor Ort stärken.

Raimund Weible | 25.04.2014 SüdwestPresse
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Nationalpark-Schwarzwald-Gerhard-Goll-kritisiert-Position-der-CDU-Fraktion;art4319,2570436


Bei den Eröffnungsfeierlichkeiten des Entwicklungsnationalparks Nordschwarzwald hielt auch Herr Goll als DAV-Vertreter (Sektion Ettlingen) und Leiter des Nationalparkbeirats eine kurze Ansprache. Anschließend konnte man dann lesen, dass er „alle Beteiligten in einer launigen Rede ermahnte, die unbedingt notwendige Geduld bei der Gestaltung und Entwicklung des Nationalparks aufzubringen. Außerdem appellierte er an Befürworter und Kritiker des Nationalparks, nicht in die Denkmuster von richtig und falsch zu verfallen“ und bekam dafür viel Applaus aus dem Publikum.

http://www.alpenverein.de/natur-umwelt/dav-praesentiert-alpine-naturschutzthemen-nationalpark-schwarzwald-feierlich-eroeffnet_aid_14098.html
http://m.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.interview-mit-ernst-ulrich-von-weizsaecker-endlich-wird-ueber-einen-nationalpark-geredet.f3d61a47-93ff-42eb-92b8-2691bffd1b3c.html

Auch diese Worte von ihm zeigen mal wieder die Widersprüchlichkeit bei manchen Befürwortern. Da gibt es etliche Befürworter die unsere nachhaltige Forstwirtschaft verteufeln, sie bringen keine Geduld auf für einen weiteren Umbau der Wirtschaftswälder zu noch artenreicheren Bergwäldern, fordern aber von uns Geduld bei der Gestaltung (ist „Gestaltung“ für Herrn Goll eigentlich das Gleiche wie „Natur Natur sein lassen“?) des Entwicklungsnationalparks. Manche Befürworter diffamieren sogar die Waldbauern, die sich gegen den Entwicklungsnationalpark wehren, als „Motorsägenfraktion“. Diese Befürworter geben also vor, was andere (die Menschen hier vor Ort) für „richtig oder falsch“ zu halten haben. Sobald Sie aber ihr Ziel, den Entwicklungsnationalpark, erreicht haben, verbitten sie sich, dass man ihr Tun beurteilt!
Gehört Herr Goll auch zu denen? – Wenn ja, ist er dann die richtige Besetzung für den Posten des NLP-Beiratsvorsitzenden? Ist dies die Form von Demokratie, von Mitbestimmung, die im NLP-Beirat praktiziert werden soll?