„Kern eines Nationalparks ist das Naturschutzprojekt und das damit verbundene Erlebnis einer vom Menschen nicht mehr gesteuerten Natur. Es ist auch nicht eine Wiederherstellung früherer Zustände, sondern der Punkt ist, Natur aus der Obhut des Menschen zu entlassen, sich entwickeln zu lassen“.

Dies sagte Herr Karl-Friedrich Sinner von Europarc, der Dachorganisation der Nationalparks.
http://www.landtag-bw.de/cms/home/mediathek/videos.html?data-videochapterseconds=10737&mid=6e38f989-a6a5-456d-ada6-2e1c92859ad6

„Der Nationalpark ist ein Großschutzgebiet, in dem ein kleines Stück Natur sich selbst überlassen bleiben darf. Der Mensch greift hier auf einem Teil der Fläche zukünftig nicht mehr ein.“
http://www.schwarzwald-nationalpark.de/fileadmin/website_pictures/Downloads/Pressemitteilungen/MLR_Mailing_Nationalpark_8seiter.pdf

So kann man es auf der Internetseite des Nationalparks Nordschwarzwald lesen.

Auch Vertreter aus der grün-roten Regierungskoalition in Baden-Württemberg und die Lobbyisten aus den Reihen der Naturschutzverbände erzählen uns dies immer wieder.

So behauptet Herr Kretschmann, dass „ein Nationalpark ein Naturschutzgebiet ist, in dem die Natur sich selber überlassen wird, ohne menschliche Eingriffe…“ (19.02.2013)

www.youtube.com/watch?v=bHcGh6A9lvE
An anderer Stelle sagte er, dass durch einen Nationalpark „ein einzigartiger Lebensraum entstehe, in dem sich natürliche Wildnis frei entwickeln kann (Schwabo 25.04.2013), weil wir dadurch ja „der Natur ein kleines Stück zurück geben“ (Schwabo 29.11.2013).

Als weiteres Argument für einen Nationalpark Nordschwarzwald sagte Herr Kretschmann auch wiederholt, dass „wir nicht den Erhalt der Regenwälder (Schaffung von Nationalparks in anderen Ländern) fordern könnten, wenn wir nicht bereit wären, hier vor Ort auch einen Nationalpark einzurichten“ (z. B. bei Vorstellung Gutachten).
Auch Herr Bonde äußerte sich so, wenn er z. B. (Schwabo 07.05.2013) sagte: „Wir können nicht Brasilien mit erhobenem Zeigefinger auffordern, den Regenwald nicht abzuholzen, und uns gleichzeitig weigern, in einem kleinem Stück Schwarzwald ein Stück Natur Natur sein lassen.“ Auch Herr Beck (Ex. MP von RP) sagte beinahe wortgleich: „Es wäre geradezu jämmerlich, wenn wir den Menschen im Regenwald sagen, sie sollen ihre Umwelt schützen, und wir selbst nicht einmal einen kleinen Teil des Waldes aus der Nutzung nehmen.“ (Schwabo 17.09.2013).

Markus Roesler, MdL, NABU, und Grünenpolitiker sagt: „Wir sollten nicht von Ländern wie Brasilien den Schutz natürlicher Regenwälder und damit Nationalparks fordern, solange wir nicht vor der eigenen Haustüre die Biologische Vielfalt auch unserer Wälder schützen.“
Nachzulesen unter: http://www.markusroesler.de/fileadmin/roesler/dateien/Nationalpark_Nordschwarzwald/10_Punkte_zum_Nationalpark_Nordschwarzwald.pdf

Wenn man dies so liest, hat man schon den Eindruck: Hier wurde mal eine Schulung durchgeführt in deren Verlauf die Politiker gewisse Sätze auswendig lernen mussten! Deshalb nochmals liebe Politiker: Wir haben hier eine seit Generationen nachhaltig bewirtschaftete Kulturlandschaft (seit über 200 Jahren) und keine Wildnis, die man vor den Eingriffen der Menschen schützen müsste. Wenn man hier wieder Wildnis haben möchte, wie Herr Kretschmann und Co., dann ist dies eben keine „natürliche“ sondern eine, nach der Vorstellung von einigen Umweltschützern und Biologen geschaffene, künstliche Wildnis. Herr Roesler, hat in einem anderen Zusammenhang mal gesagt: „Hier werden Äpfel mit Kokosnüssen verglichen“. Da kann man nur sagen: Wenn er unsere nachhaltige bewirtschafteten Kulturwälder mit dem Raubbau in anderen Ländern vergleicht, dann tut er nun hier genau dies!
Im Gutachten (offizielle Zusammenfassung) steht übrigens unter Punkt 119: „die bereits jetzt im NLP-Suchraum vorhandene, überdurchschnittliche Arten- und Lebensraumvielfalt…“ und unter Punkt 96 der Zusammenfassung des Gutachtens kann man über den momentanen Zustand des Waldes hier vor Ort lesen: „…das derzeit dominante Optimalstadium….“! Man darf gespannt sein, ob unter der ideologisch erzwungenen Natur-Natur-sein-lassen-Philosophie auch weiterhin das Optimalstadium dominant bleibt!

Es ist übrigens die Forstwirtschaft, die schon vor über 300 Jahren angefangen hat, die Wälder nachhaltig zu bewirtschaften. Nachhaltigkeit ist keine Erfindung von einigen verstädterten Grünen.

Aber nicht nur Politiker sprechen von „Natur Natur sein lassen“ sondern auch die jetzige Nationalparkleitung, Herr Schlund und Herr Waldenspuhl, äußern sich ähnlich. So konnte man bereits am 19.10.2011 im Schwabo lesen: „Natur bleibt Natur – damit machte Schlund deutlich, dass der Mensch nicht mehr eingreifen wird.“ Herr Waldenspuhl sagte (u.a.): „…Für mich persönlich gehört das zum gelingenden Leben dazu: zu erfassen, was geschieht, wenn wir uns nicht einmischen. Weil es sinnerfüllend ist. Natur Natur sein lassen kennt keinen Maßstab für Schönheit oder Chaos…“. http://www.bo.de/lokales/kinzigtal/das-ist-eine-ur-cdu-idee

Eine weitere Aussage von ihm (Schwabo 6.9.2013): „…in großflächigen Prozessschutzgebieten gibt es eigentlich keine Katastrophen, da der Schutz des Prozesses Schutzzweck ist…“.

Im Gutachten kommt übrigens ca. 500 Mal (in verschiedenen Formen) der Begriff „Management“ vor – den Begriff „Natur Natur sein lassen“ kann man an einer Hand zählen. Offensichtlich sind nicht einmal die Macher des Gutachtens davon überzeugt, dass „Natur Natur sein lassen“ funktioniert!
Bei Lichte betrachtet, sind diese gebetsmühlenartig vorgetragene Aussagen nur inhaltsleere Floskeln, die mit der Realität in den bestehenden Nationalparks und interessanterweise auch mit dem was im Entwicklungsnationalpark Nordschwarzwald geplant ist, wenig zu tun hat.

Offensichtlich handelt es sich bei diesen Aussagen vor allem um eine Werbestrategie für den Nationalpark mit der man hauptsächlich naturferne, urban lebende Bürger von der angeblich unbedingten Notwendigkeit eines Nationalparks überzeugen will. Dazu ist diesen Befürwortern jeder auch noch so unzutreffende Vergleich, bzw. nachweisliche Falschaussage, recht.

Schauen wir uns zunächst mal an, was die Personen, die sonst immer von „Natur Natur sein lassen“ sprechen, außerdem schon so geäußert haben:

Bereits am 19.09.2011 (Schwabo) sagte W. Schlund, dass die „Bejagung sichergestellt werden müsse, um Waldschäden durch Schalenwild einzuschränken“. Wie er dies mit seiner am 19.10.2011 (s.o.) gemachten Äußerung „… dass der Mensch nicht mehr eingreifen wird…“ in Einklang bringen kann ist rätselhaft!
Am 10.04.2013 konnte man im Schwabo eine Stellungnahme der Waldexperten des BUND zum Nationalpark lesen. Darin wurde u.a. gesagt: „…in jedem Fall müsse ein übermäßiger Wildverbiss verhindert werden. Ein intelligentes Wildtiermanagement von Rehen und Hirschen soll die Erlebbarkeit von Wild für den Besucher ermöglichen. Dabei sei die Zusammenarbeit mit den Jägern über die Nationalparkgrenzen hinaus gefragt…“. Mit anderen Worten: Auch der BUND fordert, dass der Mensch eingreift. Das Wort Jagd, oder Abschuss nimmt man nicht in den Mund. Man spricht von „Wildtiermanagement“. Zwischen den Zeilen liest man übrigens auch, dass dann außerhalb des Nationalparks umso mehr geschossen werden soll!

Herr Joh. Ensslen, Waldreferent des NABU, sagte am 22.11.2013 (Schwabo): „Wildverbiss behindere den Aufbau klimastabiler Wälder. Elsbeere, Bergahorn, aber auch Eiche und Tanne als Hoffnungsträger im Klimawandel, hätten kaum eine Chance, weil sie von Rehen weggefressen werden. Dieses Waldsterben von unten müsse gestoppt werden.“ Anders gesagt: Er fordert eine verstärkte Jagd, eine Dezimierung des Schalenwildbestandes, mehr Abschüsse als bisher in unseren Kulturwäldern!

Ob Herr Kretschmann, Herr Bonde, Herr Roesler, Herr Schlund, Herr Waldenspuhl, die BUND’ler, NABU’ler und Greenpeace’ler dies meinen, wenn sie von „Natur Natur sein lassen“ sprechen?

Wenn man in Augenschein nimmt, wie in den bestehenden Nationalparken gehandelt wird, dann stellt man fest, dass auch dort überall massiv eingegriffen wird.

Fauna

So gibt es zum Beispiel aus dem Nationalpark Bayerischer Wald folgenden Berichte:

…Fotos von blutigen Überresten toter Wildtiere im Nationalpark Bayerischer Wald haben die Gemüter bei Tierschützern hochkochen lassen. Die Innereien waren in der Nähe von Lebendfallen gefunden worden, was die Tierschützer zu der Vermutung veranlasste, Tiere, die in den Lebendfallen gefangen wurden, seien grausam abgeschlachtet worden…

Dr. Sinner, der damalige Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald und großer Befürworter des Entwicklungsnationalparks Nordschwarzwald, erklärte, „die Innereien lasse man liegen, weil im Nationalpark zu wenig Wildtiere auf natürliche Weise sterben, dazu zählen auch Luchsrisse. Diese Überreste dienen auch anderen Tieren als Nahrungsgrundlage. So benötigen einige Vogelarten tierisches Fett und Calcium aus Kadaverknochen um eigene Körperstoffe zu bilden, auch Calcium für Eierschalen.“
http://abschaffung-der-jagd.de/bildergalerie/jaegerimnationalpark/

Ob Herr Kretschmann, Herr Bonde, Herr Roesler, Herr Schlund, Herr Waldenspuhl, die BUND’ler, NABU’ler und Greenpeace’ler meinen, wenn sie von „Natur Natur sein lassen“ sprechen?

Ein weiterer Bericht aus dem Nationalpark Bayerischer Wald:
Auf der Seite der „Nationalpark-Partner“ konnte man lesen: „Die Aussage der Nationalparkverwaltung, die Jagd sei bereits auf ca. ¾ der Parkfläche eingestellt und würde nur noch im Randbereich ausgeübt ist irreführend und entspricht nicht den Tatsachen.“
„…Im Gegenteil wird durch die Unterhaltung von vier großen Wintergattern mit attraktivem Futterangebot der gesamte Rotwildbestand aus dem gesamten Nationalparkgebiet Jahr für Jahr ab September gezielt in diese Anlagen und deren Umfeld gelockt, wo dann auch ein Großteil der „Regulierungsmaßnahmen“ (Jagd) stattfindet und durch die Konzentration der Tiere begreiflicherweise auch leicht durchgeführt werden kann. …. Die zusätzliche Bejagung in besagtem Randbereich des Nationalparks betrifft darüber hinaus neben Rotwild auch noch die beiden anderen Schalenwildarten Rehwild und Schwarzwild (Rehwild derzeit nur im Erweiterungsgebiet), also im Grundsatz den gesamten Nationalpark, insofern, als die Wildbestände bei hoher Schneelage größtenteils aus den „unbejagten Kernzonen“ in die Randbereiche abwandern, wo sie dann eben doch zur Bejagung erreichbar sind.


Somit werden die Kernzonen zwar nicht aus jagdlichen Gründen betreten, sehr wohl aber wird der darin vorhandene Wildbestand intensiv bejagt. Dies ist ein Sachverhalt, der in Hinblick auf die internationale Anerkennung des Nationalparks Bayerischer Wald sehr zu denken geben sollte. …“

http://www.pro-nationalpark.de/seite38.html

Darauf angesprochen sagte Herr Bonde: „… so arbeiten wir nicht..“ (Schwabo, 18.04.2013).
Da kann man nur sagen: Wir werden sehen …

 

Ob Herr Kretschmann, Herr Bonde, Herr Roesler, Herr Schlund, Herr Waldenspuhl, die BUND’ler, NABU’ler und Greenpeace’ler dies meinen, wenn sie von „Natur Natur sein lassen“ sprechen?

Im Nationalpark Müritz werden immer wieder „hoch effektive Großjagden“ (Zitat NABU-Landesvorsitzender Stefan Schwill) durchgeführt, bei denen z.B. bei den Jagden am 22., 23. und 24. November 2012, jeweils zwischen 110 (!) und 160 (!) Schützen eingesetzt wurden. Um die „natürliche Waldentwicklung durch zu große Wildbestände nicht zu gefährden“, werden diese Drückjagden durchgeführt.
„Hocheffektive Großjagden, mit denen für die erforderliche Wildbestandsregulierung nur wenige Tage im Jahr benötigt werden, sind die einzige Möglichkeit zur Umsetzung der geltenden Verordnung, wonach die Jagd in den Nationalparks so effektiv und störungsarm wie möglich durchzuführen ist und der Gesellschaftsjagd zur Minderung jagdlicher Störungen Vorrang vor der Einzeljagd einzuräumen ist“. Weiter sagte Herr Schwill / NABU: „Die hohe Anzahl des erlegten Wildes zeigt, dass in Teilen des Müritz-Nationalparks, in denen bisher ausschließliche Einzeljagd betrieben wurde, noch immer ein sehr hoher Wildbestand existiert. Dieser jedoch gefährdet die natürliche Waldentwicklung, da z.B. junge Eichen und Ebereschen so stark vom Schalenwild verbissen werden, dass diese Baumarten nahezu vollständig am Aufwuchs gehindert werden“.
http://mecklenburg-vorpommern.nabu.de/themen/naturschutz/15539.html

Ob Herr Kretschmann, Herr Bonde, Herr Roesler, Herr Schlund, Herr Waldenspuhl, die BUND’ler, NABU’ler und Greenpeace’ler dies meinen, wenn sie von „Natur Natur sein lassen“ sprechen?

Die Aachener Nachrichten online vom 22.03.10 berichten darüber, dass im Nationalpark Eifel die Mufflons (Wildschafe) ausgerottet werden sollen!

Schleiden. In etwa fünf Jahren soll es kein Muffel-Wild mehr im Nationalpark Eifel geben. Gerd Ahnert, stellvertretender Leiter des Nationalparkforstamtes, bestätigte einen entsprechenden Abschussplan, der bereits seit 2009 umgesetzt wird. Im 10.800 Hektar großen Nationalpark zählt man derzeit etwa 200 Tiere.

Laut Abschussplan sollen 90 Tiere pro Jahr geschossen werden. Außerhalb der sogenannten Bewirtschaftungsbezirke im Kern des Nationalparks seien die Jäger dazu verpflichtet, weitere Tiere abzuschießen. In den 50er und 60er Jahren waren die Wildschafe ausgesetzt worden, um die Eifel mit einer neuen Wildart zu bereichern.

Nun aber stellen die Nationalparkförster fest, dass sich die Tiere stark vermehren, das junge Grün fressen und damit in hohem Maße für die vermehrten Verbissschäden verantwortlich sind. Zudem tauchen sie nicht mehr nur im Kernbereich des Nationalparks auf. … Bezogen auf das Mufflon-Wild steht sogar ausdrücklich im Nationalparkplan: «Es wird angestrebt, mittelfristig das nicht einheimische Mufflon aus dem Nationalpark zu entfernen. Hierzu sind schutzzielkonforme Methoden zu prüfen.» Vor über einem Jahr wurde der Abschussplan beschlossen.
http://tierschutzblogger.blogspot.de/2010/03/mufflons-werden-im-nationalpark-eifel.html

Gegen den geplanten Abschuss aller Mufflons im Nationalpark Eifel laufen Tierschützer Sturm. Einer von ihnen ist Heinz Bremen. Der renommierte Euskirchener Tierfilmer will eine Dokumentation über die Wildschafe auf DVD vorlegen. Mit ihm sprach Peter Jakob Klein.
Herr Bremen, eine Zielsetzung des Nationalparks Eifel lautet: „Natur Natur sein lassen“. Wie passt dieses Bekenntnis in Ihren Augen zu der Abschuss-Verfügung für die 200 Wildschafe?
Die Realität zeugt von einer totalen Ignoranz aller Richtlinien zum Aufbau eines Nationalparks. Es gibt in Europa zahlreiche Beispiele dafür, wie etwa die Rettung des Steinbocks in Italien. Mit dem Mufflon, das im Gebiet des heutigen Nationalparks Eifel vor über 100 Jahren eine Heimat fand und damit als etabliert gelten darf, soll durch seine Auslöschung nun das genaue Gegenteil passieren. … Es gehe nicht um die Ausrottung einer Tierart, sagen die Nationalparkmitarbeiter. Aber die Wildschafe seien eine ernstzunehmende Nahrungskonkurrenz zum Rotwild. … In Bezug auf die Mufflons habe die Nationalparkleitung die Ideallösung noch nicht gefunden, räumt ein Sprecher ein. Aber wenn er sich zwischen einem „importierten Wildschaf“ und einem heimischen Hirsch entscheiden müsse, so seine Erklärung, dann falle seine Wahl auf das Rotwild.

http://www.rundschau-online.de/euskirchen/interview–die-mufflons-gehoeren-dazu-,15185862,15404144.html

Ob Herr Kretschmann, Herr Bonde, Herr Roesler, Herr Schlund, Herr Waldenspuhl, die BUND’ler, NABU’ler und Greenpeace’ler dies meinen, wenn sie von „Natur Natur sein lassen“ sprechen?

Im Jahr 2013 widmet der Nationalpark Harz seine wissenschaftliche Tagung dem Thema Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung. Im Einladungsflyer stand folgendes: „Diese Frage wird in Deutschland bereits seit Jahrzehnten mehr oder weniger intensiv und teilweise sehr emotional behandelt. Seit einigen Jahren konzentriert sich die Diskussion vermehrt auch auf die Großschutzgebiete, in denen der Prozessschutz Vorrang genießt. Hier wird zu Recht darauf verwiesen, dass auch das Wild zur Natur dazugehört und daher eines grundsätzlichen Schutzes bedarf. Dennoch ist ein Verzicht auf jegliche Regulierung von Schalenwildbeständen unter den Voraussetzungen eines Entwicklungsnationalparks in absehbarer Zeit noch nicht vorstellbar. “

Der Nationalparkplan für den Nationalpark Harz gibt hier für das Thema den Handlungsrahmen vor:
„Die grundsätzliche Verpflichtung, im Nationalpark „Natur Natur sein zu lassen“, stößt im Falle des Wildes auf Grenzen, da der Nationalpark Harz nicht isoliert von seinem Umfeld betrachtet werden kann, die Zusammensetzung der Wildpopulation nicht mehr naturnah ist und die Regulationsmechanismen nicht identisch mit denen der ursprünglichen Naturlandschaft sind. Es ist deshalb notwendig, regulierende Eingriffe in die Wildbestände vorzunehmen.“

Http://www.nationalpark-harz.de/de/aktuelles/downloads/Einladung_Wald_Wild_Internet.pdf

Ob Herr Kretschmann, Herr Bonde, Herr Roesler, Herr Schlund, Herr Waldenspuhl, die BUND’ler, NABU’ler und Greenpeace’ler immer noch meinen, „Natur Natur sein lassen“ würde funktionieren???

Nachfolgend einige Auszüge aus der Abschlussdokumentation der Tagung Wildbestandsregulierung in deutschen Nationalparks (März 2011)

„Nationalparks sind Landschaften, in denen Natur Natur bleiben darf. Sie schützen Naturlandschaften, indem sie die Eigengesetzlichkeit der Natur bewahren und Rückzugsgebiete für wildlebende Pflanzen und Tiere schaffen. Gleichzeitig sollen im Rahmen des Schutzzweckes diese Pflanzen und Tiere von Menschen erlebt werden können“. Dies schrieb im Vorwort Karl Friedrich Sinner, Vorstandsmitglied von Europarc Deutschland.

Soviel zur Theorie – wie sieht es nun in der Praxis aus?
Auf Seite 6, dieser Veröffentlichung von Europarc Deutschland, kann man die Abschusszahlen von Tieren, die in Nationalparken getötet werden, nachlesen:

Abschusszahlen Nationalparke

http://www.europarc-deutschland.de/wp-content/uploads/2012/08/2012_Tagungsdokumentation_Wildbestandsregulierung.pdf

Seite 6 + 7
Insgesamt wurden also im Jagdjahr 2009/2010 5754 (in Worten: Fünftausendsiebenhundertvierundfünfzig) Tiere getötet. Oder politisch korrekt formuliert: Es wurden im Rahmen des „Wildtiermanagements“ 5.754 Tiere „entnommen“. Offensichtlich gehört es zur „Eigengesetzlichkeit“ dass der Mensch reguliert, jagt! Ist es dies, was Herr Sinner gemeint hat? Der Bevölkerung wird allerdings, mit tatkräftiger Unterstützung der Medien, etwas anderes vorgegaukelt!

Ob Herr Kretschmann, Herr Bonde, Herr Roesler, Herr Schlund, Herr Waldenspuhl, die BUND’ler, NABU’ler und Greenpeace’ler dies meinen, wenn sie von „Natur Natur sein lassen“ sprechen?

Interessant ist auch wenn man auf Seite 9 dieser Dokumentation von Europarc Deutschland liest:
„Probleme bestehen insbesondere zu Beginn der NLP-Etablierung aufgrund z. B. von Altersklassenwäldern und zu hohen Wildbeständen.“
„Auch in Nationalparks ist ein Monitoring von Wild-Populationen und ihrer Verbisswirkung unerlässlich.“
„Die Schwellenwerte einer tragbaren Wilddichte liegen höher als in der (umgebenden) Normallandschaft, da in Nationalparks keine wirtschaftsbestimmte Nutzung stattfindet.“

Einerseits wird also beklagt, dass zu Beginn einer NLP-Etablierung zu hohe Wildbestände vorhanden sind und zwei Punkte später steht: „die tragbare Wilddichte in NLP liege höher als in den umgebenden Wirtschaftswäldern…“ – wie passt dies zusammen?
Noch ein interessanter Satz (S. 11): „Wildtierregulierung ist unstrittig ein Eingriff in natürliche Abläufe (hier: Entwicklung von Tierpopulationen), die in einem Nationalpark möglichst ungestört stattfinden sollen.“ Bedeutet diese Aussage, dass die Jagd in Nationalparks zukünftig auch mit Schalldämpfer ausgeübt wird? Oder wird es so gehandhabt wie im Bayerischen NP – Abschuss in Wintergattern – damit die anderen Tiere nicht gestört werden? Oder sind für diese Damen und Herren Treibjagden mit 160 Schützen (s.o.) „ungestörte Eingriffe“?

In vielen Nationalparks werden auch nach wie vor Prädatoren bejagt – unter anderem um Vogelbestände/Bodenbrüter zu schützen. Und zwar nicht nur Fuchs, Marderhund und Waschbär sondern auch Stein- und Baummarder, Hermelin, Iltis, Dachs, Hauskatze, Frettchen, Wanderratte, Mink, Neozoen… – dies kann man aus nachfolgender Tabelle, ebenfalls veröffentlicht von Europarc Deutschland, entnehmen.
Interessant ist auch, dass in zwei Nationalparken (Niedersächsiches Wattenmeer und Vorpommersche Boddenlandschaft) sogar die Fallenjagd ausgeübt wird!

Prädatorenmanagement

http://www.europarc-deutschland.de/wp-content/uploads/2012/08/2012_Tagungsdokumentation_Wildbestandsregulierung.pdf Seite 18

Nochmals ein Zitat von Herr Sinner, Vorstandsmitglied von Europarc Deutschland, entnommen aus seiner Rede im Stuttgarter Landtag: „Nationalparke sind eine Qualitätsmarke und ihr Kern ist das Naturschutzprojekt und das damit verbundene Erlebnis einer vom Menschen nicht gesteuerten Natur. Es ist auch kein wiederherstellen von früheren Zuständen. Der Punkt ist, Natur aus der menschlichen Obhut zu entlassen, sich entwickeln zu lassen…“.
Schön hat er dies formuliert! Nur, wie steht schon in der Bibel: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!

Ob Herr Kretschmann, Herr Bonde, Herr Roesler, Herr Schlund, Herr Waldenspuhl, die BUND’ler, NABU’ler und Greenpeace’ler dies auch so meinen, wenn sie von „Natur Natur sein lassen“ sprechen?

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Wir Nationalparkgegner lehnen die Jagd nicht ab, wir sind von der Notwendigkeit der Jagd überzeugt! Was wir ablehnen ist die Scheinheiligkeit in den Diskussionen und in den öffentlichen Verlautbarungen von vielen Befürwortern!

Aber nicht nur in Deutschland sondern z. B. auch in Holland will man „die Natur aus der menschlichen Obhut entlassen, sich entwickeln lassen“. Dort sollte ein mit EU-Mitteln gefördertes Projekt zeigen: Die Natur regelt sich selbst. Der nachfolgende Bericht beschäftigt sich mit den Folgen dieses Versuchs, Natur Natur sein zu lassen.

Oostvaardersplassen besteht zu mehr als der Hälfte nur aus Wasserflächen. Auf den etwa 5.600 Hektar, davon allerdings nur 2.200 Hektar fester Grund, haben sich Rothirsche, Heckrinder und Wildpferde innerhalb kürzester Zeit prächtig vermehrt. Im Winter wurde dann recht schnell die Nahrung knapp. Eskaliert ist die Situation im besonders kalten Winter 2009/2010. Ein Fernsehteam verschaffte sich zusammen mit Vertretern der Organisation Vereniging Het Edelhert (Liebhaber von Rothirschen) illegal Zutritt zum Gelände. Sie filmten in Teilen von Oostvaardersplassen, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind. Die Aufnahmen zeigen stark abgemagerte, apathische Tiere und unzählige Kadaver. Auf der Suche nach Futter haben die Tiere versucht, Wasserflächen zu durchqueren und sind jämmerlich ertrunken. Überall erkennt man starke Schälschäden an den Bäumen. Laut der Webseite („ooostvaardersplassen stirbt“) sind 141 Heckrinder, 226 Pferde und 574 Stück Rotwild verendet.

Nach der Fernsehsendung gab es in der ganzen holländischen Gesellschaft eine Diskussion über das Leid der Tiere. Viele Leute waren erschüttert von den Bildern. Die Partei für Tierrechte hat jedoch mit allen Mitteln versucht, die Situation in Oostvaardersplassen zu rechtfertigen. „Das Leid der Tiere sei immer noch besser als die Jagd“, war eine Aussage.

Die staatliche Waldbehörde hat Anfang 2010 behauptet, dass nur ein Viertel der Tiere im Winter gestorben sei. Eine Stiftung, speziell gegründet für das Wohlergehen der Tiere in Oostvaardersplassen, hat dann später bekanntgegeben, dass tatsächlich drei Viertel der Tiere im Winter 2009/2010 verendet sind.

Staatssekretär Henk Bleker, der verantwortlich ist für die staatliche Waldbehörde, hat schließlich eingestanden, dass das Experiment, die Natur sich selbst regeln zu lassen, gescheitert war. Er hat befürwortet, dass 30 Prozent der Hirschpopulation in Oostvaardersplassen zum Herbst geschossen werden müssen, damit die übrigen 70 Prozent eine gute Chance haben, den Winter zu überleben.
Nachhaltige Jagd oder „wise use“ natürlicher Ressourcen wie Wildbret ist von der IUCN als eine Art von Naturschutz anerkannt! Was spricht dagegen, die Tiere in Oostvaardersplassen nachhaltig zu bejagen? In Oostvaardersplassen bleibt die Nutzung des Wildbrets jedoch ein tabu. Einige Kadaver verbleiben als „Biomasse“ vor Ort, die anderen werden vernichtet.
http://www.lifepr.de/pressemitteilung/deutscher-jagdschutzverband-ev/Das-Leid-der-Tiere-ist-immer-noch-besser-als-die-Jagd/boxid/343927

Haben sich Herr Kretschmann, Herr Bonde, Herr Roesler, Herr Schlund, Herr Waldenspuhl, die BUND’ler, NABU’ler und Greenpeace’ler dies so vorgestellt, als sie von „Natur Natur sein lassen“ sprachen?

Dass es nicht ohne Jagd geht, zeigt auch folgender Bericht, in dem sich der NABU (!) bei der Jägerschaft bedankt!

Bestandsexplosion bei Marderhunden: NABU dankt Jäger für Hilfe
In Anklam und Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) hat sich der Marderhund regelrecht „festgebissen“. Die eingewanderte Art vermehrt sich explosionsartig. Der NABU in Anklam fürchtet bereits um Vögel und Niederwild, bei dessen Population der Allesfresser großen Schaden anrichtet. Und dankt der Jägerschaft für ihre Hilfe bei der Eindämmung der stark wachsenden Population des Raubsäugers. Für die Naturschützer sind der Marderhund und der ebenfalls eingewanderte Waschbär „Störenfriede“, berichtet der Nordkurier. Die eigentlich nachtaktiven Tiere werden in den Städten sogar zunehmend tagsüber aktiv.
http://www.natuerlich-jagd.de/index.php?option=com_content&view=article&id=389&Itemid=1

Flora

Aber nicht nur beim Wildtiermanagement wird massiv gegen das Leitprinzip „Natur Natur sein lassen“ verstoßen sondern auch in der Pflanzenwelt. 3 Beispiele von vielen:

1.200 neue Buchen für den Nationalpark
14.11.2013 / Junior-Ranger aus Sassnitz auf Rügen begrünen das Gelände der ehemaligen Funkstation auf dem Lenzberg und pflanzen Wildlinge an. Mädchen und Jungen der Nationalpark-Grundschule „Ostseeblick“ der Rügener Hafenstadt, die in der Arbeitsgemeinschaft Junior-Ranger aktiv sind, pflanzen zusammen mit Rangern des Jasmunder Großschutzgebietes 1.200 Rotbuchen auf der Kuppe des 106 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Berges.

http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Ruegen/1200-neue-Buchen-fuer-den-Nationalpark

Pflanzaktion im Nationalpark Eifel
27.11.2013 / … Im Nationalpark Eifel, dem einzigen in Nordrhein-Westfalen, läuft die größte Baum-Pflanzaktion seit der Gründung: 235.000 Rotbuchen werden in diesen Wochen gesetzt. Für die Pflanzen beginnt ein Wettkampf um den Lebensraum: Buche contra Fichte. Alle brauchen einen langen Atem, Mensch und Wald. Denn die Entscheidung wird erst in Jahrzehnten fallen. … Fichte, wohin man schaut. Auch bei den angrenzenden Nachbarn, nichts als Fichte. Wie soll da eine Buche einwandern? Der Nationalpark verfolgt folgende Strategie: Auf der Grenze zu den Nachbarn wird ein Buchengürtel angelegt. Die ersten Pflanzungen gab es 2004, jetzt läuft die größte Pflanzaktion. Im nächsten Jahr wird der Gürtel wohl fast fertig sein und später auch die Nachbarwälder schützen. Der Leiter der Nationalparkverwaltung, Henning Walter, ist überzeugt, dass der eingeschlagene Weg durchaus richtig ist. Er hält es nicht für sinnvoll, darauf zu warten, dass sich der Laubwald von selbst entwickelt. Stattdessen wurden bereits weit über eine Million junger Buchen gepflanzt.

http://www1.wdr.de/studio/aachen/themadestages/waldtagung100.html

Den Fichtenwald im Kern lassen die Förster von 2034 an in Ruhe und gehen so einen Pakt mit dem Borkenkäfer ein: Totholz lockt den Schädling an. Wenn es dann eine Massenvermehrung gibt, macht der Käfer den Fichten den Garaus. Das ist die Chance für die Buche. Ob die dann sofort kommt, oder eine Art Zwischenwald – die Förster wissen es nicht. Einfach alles abholzen und neu pflanzen würde nicht funktionieren. Die Buche braucht Halbschatten und würde ohne Schutz im Winter erfrieren. Außerdem wäre die Fichte wieder viel schneller. Experten haben dem Nationalpark vor Jahren gesagt, dass die Rechnung aufgehen kann – wenn der Wildbestand nicht überhandnimmt. Sie rühren damit an einen ganz empfindlichen Punkt im Nationalpark Eifel. Zwischen Jägern und Tierschützern schwelt der ewige Streit um Abschussquoten. Immer wenn er aufflackert, sind die lokalen Zeitungen voll mit Leserbriefen. „Wir sagen, beide brauchen Schutz – Wild und Wald”, sagt Falkenberg. Der Ausgleich ist schwierig.

„Die hat gerade mal zehn Zentimeter geschafft”, sagt der Förster und lässt die Spitze einer kleinen Buche durch die Finger gleiten. Zehn Zentimeter in neun Jahren. Jämmerlich. Immer wieder werden die kleine Bäume vom Wild angeknabbert, ein süßer Leckerbissen. Wild ist zwar nicht zu sehen, aber jede Menge Tierköttel. Die Buchen könnten schon riesig sein, wie die auf einer eingezäunten Vergleichsfläche. Und dort ist sie auch nicht einsam. Es gibt viele Begleiter: Bergahorn, Eberesche, Eiche. Alle da. Hinter dem Zaun, nicht weggefressen. …

http://www.aachener-zeitung.de/mobile/lokales/eifel/geben-dem-wald-einen-kick-invasion-der-buche-in-der-eifel-1.706415

Kahlschlag im Nationalpark Eifel
„Im Nationalpark Eifel wurden im September 2013 per Kahlschlag Fichten gefällt. Auf einer acht Hektar großen Fläche, das entspricht etwa zwölf Fußballfeldern. Der kahl geschlagene Fichtenwald gehörte zum Staatswald Nordrhein-Westfalen. Offiziell geht es um die Renaturierung von Bachtälern: Die Fichten mussten weichen, weil sich Birken, Erlen und Buchen ansiedeln sollen. … Ein acht Hektar großer Kahlschlag ist im Landesforstgesetz verboten. Doch das Land Nordrhein-Westfalen kann sich für einen großen Kahlschlag im landeseigenen Wald eine Ausnahmegenehmigung ausstellen, kritisiert Andreas Schulte, Professor für Waldökologie an der Universität Münster. Das Land sei Aufsichtsbehörde für sich selbst. Seine Einschätzung: Einem privaten Waldbesitzer würde ein acht Hektar großer Kahlschlag wohl verboten. … Seit Jahren ist bekannt: Ein Kahlschlag hat viele negative Folgen. Ernte-Maschinen verdichten den Boden, durch direkte Sonneneinstrahlung erwärmt sich die Fläche stark, es kommt zu Bodenerosionen, Humus wird abgebaut, bei Regen können Nährstoffe aus dem Boden ausgewaschen werden und angrenzende Gewässer verunreinigen. Auf einer Kahlschlagfläche verliere man bis zu 80 Prozent neu gepflanzter Buchen, so Dr. Hans-Peter Ende, Forstwissenschaftler vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung gegenüber Plusminus. Die Verjüngung funktioniere besser über eine Ausdünnung der Fichtenbestände. In den dann vorhandenen halbschattigen Standorten könnten dann gezielt Buchen gepflanzt werden. Ein solcher Buchenunterbau sei allerdings kostenintensiv. Eine acht Hektar große Fläche per Kahlschlag für eine „Renaturierungsmaßnahme“ vorzubereiten, davon würde man angesichts der ökologischen Risiken in Europa heute Abstand nehmen. Das Holz, das von der acht Hektar großen Kahlschlagfläche stammt, darf mit dem FSC-Siegel für „nachhaltige Waldwirtschaft“ vermarktet werden. Der FSC toleriere zwar grundsätzlich keinen Kahlschlag auf einer Fläche größer als 0,3 Hektar. Doch weil die „Entfichtung“ im Nationalpark einer Annäherung an ein natürliches Waldökosystem diene, werde die Maßnahme vom FSC befürwortet. Die Art der Umsetzung werde nicht bewertet.“

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/ndr/2014/kahlschlag-100.html
Insbesondere auch bezüglich des FSC-Siegels kann man nur sagen: Scheinheiliger geht es nicht mehr!

Ob Herr Kretschmann, Herr Bonde, Herr Roesler, Herr Schlund, Herr Waldenspuhl, die BUND’ler, NABU’ler und Greenpeace’ler dies meinen, wenn sie von „Natur Natur sein lassen“ sprechen?

Wenn man sich die Aktivitäten des Nabu oder anderer „Umweltschützer“ ansieht, dann stellt man fest, dass landauf, landab Pflegemaßnahmen (Mäharbeiten, Heckenrückschnitt…) durchgeführt werden um die Artenvielfalt zu erhalten. Nachfolgend dazu zwei Beispiele:

Beispiel 1:
Nanzhäuser Heide / Landkreis Marburg – Biedenkopf

Bereits Mitte der 1930er Jahre erkannte ein naturverbundener Landvermesser den Wert der Nanzhäuser Heide und nahm die Bewirtschaftung des Gebietes aus dem landwirtschaftlichen Nutzungsplan heraus. Zur damaligen Zeit beherrschten bis zu 5 m hohe Wacholder, Heidekraut, Heckenrosen und Ginsterbüsche das Erscheinungsbild der etwa 3 ha großen Heide.

1970 war die Heide aufgrund der Nutzungsaufgabe so stark verbuscht, dass der damalige Lohraer Bürgermeister zum Erhalt der Fläche eine Rodungsgenehmigung für die stark aufgekommenen Kiefern beantragte. …Aus einem 1976 erstellten Gutachten geht hervor, dass die damalige Wacholderheide jedoch noch immer stark mit Wildrose, Schlehe, Faulbaum, Weißdorn, Schneeball, Rotem Holunder, Brombeere und Ginster verbuscht, z.T. auch mit Kiefern, Ebereschen und Fichten bewaldet war. Heidekraut befand sich nur noch an wenigen Stellen. Bis 1985 hatte sich dieser Zustand weiter verschlechtert. Das Gebiet bestand nun aus 5 Teilkomplexen: einem stark verbuschten, bewaldeten Streifen im Westen, einem weniger verbuschten Streifen im Osten, einem Acker, einem Wildacker und einem stark verbuschten ehemaligen, durch einen Weg abgetrenntem Abbaugelände im Norden. Die Schutzgründe, die zur Ausweisung als Naturdenkmal geführt hatten, waren weitgehend verloren gegangen. Erhaltungsversuche: Entbuschung, Beweidung, Mahd.

Die im Gutachten von 1985 aufgeführten Maßnahmen, die den offenen Charakter des Gebietes wieder herstellen sollten, wurden 1986 in Teilbereichen umgesetzt. 1992 übernahm die Ortsgruppe Lohra des NABU die Betreuung des Gebietes. Es wurde ein Pavillion errichtet, der Bürger und Wanderer über die Bedeutung des Naturdenkmals und die dort vorkommenden Tiere und Pflanzen unterrichtet. Ab 1993 erfolgte die Einrichtung von Dauerbeobachtungsflächen, mit denen die weitere Entwicklung der Heide dokumentiert und die Pflegemaßnahmen gesteuert werden sollten. Aus diesem Monitoring ergab sich, dass eine Kombination aus Mahd, Entbuschung und Beweidung für den Erhalt der wertvollen Grünlandflächen wichtig ist. In den Folgejahren wurden zwar immer wieder Pflegeversuche unternommen, doch weder eine Schafsbeweidung von Teilflächen noch eine späte Handmahd oder ein Heckenrückschnitt verhinderten eine neu aufkommende Verbuschung. Nachdem Mitte 2000 die Gefahr bestand, dass es zu erneuten Verschlechterungen im Gebiet kommen könnte, wurde die Pflege intensiviert. Weitere umfangreiche Entbuschungsmaßnahmen führten dazu, dass sich die offenen Gebietsanteile vergrößerten. Es entstanden wieder Lebensräume für Heidenelke und Sonnenröschen oder auch für den Distelfalter. Anhand der Dauerbeobachtungsflächen ist erkennbar, dass sich die Nanzhäuser Heide aufgrund der vielfältigen Unterhaltungsmaßnahmen der letzten Jahren regeneriert und zunehmend an naturschutzfachlichem Wert gewinnt. …Auch wirken sich die seit 2001 ergriffenen Pflegemaßnahmen positiv auf das Vorkommen charakteristischer Tagfalterarten aus. …

Die Ergebnisse des begleitenden Monitorings zeigen aber auch, dass die Pflegeintensität noch immer nicht ausreicht, das Gebiet entsprechend der Zielvorgaben zu erhalten.
http://www.agentur-naturentwicklung.de/downloads/faltblattnanzhaeuserheide.pdf

Beispiel 2:
Landrat Dr. Klaus Michael Rückert (Kreis FDS) hat Volkmar Rieber und „seinem“ Kuglerhang einen Besuch abgestattet. Das rund 4,5 Hektar große Gebiet – das Naturschutzgebiet mit der wahrscheinlich höchsten Orchideendichte Deutschlands, sagt Rieber – liegt inmitten der Stadt isoliert in einem Neckarseitental und kann von Wanderern und Naturfreunden bequem erreicht durchwandert werden. Doch die Lebensräume sind auch gefährdet und brauchen besonderen Schutz und Pflege. Man hat aus diesem Grunde einen Pflege- und Entwicklungsplan aufgestellt, den Rieber und sein Team umsetzen. Beispielsweise werden alle offenen Flächen regelmäßig gemäht und anschließend abgeräumt. Größere Sträucher und einzelne Bäume sind zu entnehmen, Nadelstreu im Umfeld gefällter Bäume ist abzutragen. … Ohne die liebevolle und aufwendige Pflege durch die Nabu-Ortsgruppe Horb mit Volkmar Rieber an der Spitze wäre das Naturschutzgebiet nie zu dem geworden, was es heute ist: ein schützenswertes Kleinod inmitten der Stadt.
http://www.neckar-chronik.de/Home/nachrichten/newsticker_artikel,-Landrat-Dr-Klaus-Michael-Rueckert-hat-Volkmar-Rieber-und-%E2%80%9Eseinem%E2%80%9C-Kuglerhang-einen-Besuch-abgestatte-_arid,226096.html

Interessanterweise werden sogar im NLP-Gutachten Pflegemaßnahmen für Teilbereiche des Nationalparks gefordert! So steht unter Punkt 114 des Gutachtens:
…Im Suchraum müssten nach Schätzung der Gutachter rund 560 ha Fläche dahingehend überprüft werden, ob sie einer dauerhaften Pflege bedürfen, um ihren Naturschutzwert erhalten zu können. …. Inwieweit Moore zusätzlich in zeitweise oder dauerhafte Pflege genommen werden müssen, weil sie anthropogen überprägt sind, wäre im Rahmen von Einzelfallprüfungen zu kontrollieren. …

Wenn wir Schwarzwälder aber dasselbe fordern (den Wald zu pflegen), weil wir davon überzeugt sind, dass wir dadurch der Natur am besten dienen, dann sind wir die „Naturfrevler“, dann werden wir als „Motorsägenfraktion“ verunglimpft! Wer hat denn den Schwarzwald zu diesem Musterbeispiel für Artenvielfalt und nachhaltige Bewirtschaftung gemacht? Etwa die „Grünen“, der Nabu, Greenpeace oder der BUND? In Diskussionen stellt man immer wieder fest, dass die Genannten keinerlei Ahnung haben wie viel Arbeit in einem Wald steckt, wie viel Freizeit, Urlaub die Privatwaldbesitzer einsetzen müssen, damit dann zwei Generationen später jemand (vielleicht) die „Früchte“ dieser Arbeit ernten kann!

Nochmals: Das Gutachten bestätigt die Richtigkeit unseres Tuns. Dort steht (offizielle Zusammenfassung): …das derzeit dominante Optimalstadium (Punkt 96)…. und unter Punkt 119 …die bereits jetzt vorhandene überdurchschnittliche Arten- und Lebensraumvielfalt… und in neuesten Bundeswaldinventur wurde festgestellt, dass BW mit einem Anteil von 50,4% „naturnaher Wälder“ Bundesweit spitze sei! Übrigens: 27% der Bäume in BW sind über 100 Jahre alt!

Aber dies interessiert alles nicht. Ideologie steht über gesundem Menschenverstand!

Dass man mit „Natur Natur sein lassen“ auch das genaue Gegenteil von Artenvielfalt erreichen kann, zeigen Beispielhaft die beiden nachfolgenden Berichte:

Naturschutz kann Artenvielfalt reduzieren
Expertin: Mit der Rückkehr der Wildnis kann die Vielfalt abnehmen

Mittersill (10. Juni 2013) – Der oberösterreichische Nationalpark Kalkalpen besteht größtenteils aus Wäldern, die sich selbst überlassen sind und zur Wildnis werden sollen. In den Wald eingebettet sind jedoch bewirtschaftete Wiesen und Almen. Auf ihnen wächst „eine betörende Artenvielfalt“ an seltenen Orchideen, Gräsern und Kräutern, die verschwinden würden, wenn die Flächen nicht mehr gemäht oder beweidet werden, erklärte Susanne Aigner vom eb&p Umweltbüro in Klagenfurt anlässlich des „5. Symposiums zur Forschung in Schutzgebieten“ in Mittersill.

Beispiel „Jagdhauswiese Ebenforst“
…Auf der „Jagdhauswiese Ebenforst“ konnte man 1995, als sie noch regelmäßig gemäht wurde, 102 verschiedene Pflanzenarten finden, darunter mit dem Ostalpen-Enzian und dem Rundblättrigen Steinbrech zwei vollkommen geschützte Pflanzen, sowie zwei teilweise geschützte Eisenhut-Arten. Als Aigner die mittlerweile brachliegende Wiese mit ihren Kollegen 2010 untersuchte, gab es hier nur mehr 20 Pflanzenarten, keine davon war besonders schützenswert. „Heute dominieren Bach-Pestwurz und Brennnesseln die Fläche“, berichteten sie. …
http://derstandard.at/1369363219351/Naturschutz-kann-Artenvielfalt-reduzieren

Lotharpfad / Nordschwarzwald

Bei einer Führung auf der Fläche des Lotharpfades sagte ein Mitarbeiter des Naturschutzzentrums Ruhestein, dass auf dieser Fläche, vor dem Sturm „Lothar“, der Fichtenanteil etwa bei einem Drittel lag. Dies ist für den Nordschwarzwald eher untypisch, beträgt der Fichtenanteil doch sonst ca. 60%. Nachdem man nun die „Natur sich selbst überlassen“ hat, erhöhte sich der Fichtenanteil drastisch (lt. Aussage Mitarbeiter Naturschutzzentrum). Geschätzt dürfte sich der Fichtenanteil verdoppelt haben. Es geschah also gerade das Gegenteil von dem, was man erhoffte!

Gerade im Zeichen des Klimawandels müsste man versuchen den Wald möglichst rasch umzubauen. Dies steht so übrigens auch im Nationalparkgutachten: „Waldumbau funktioniert schneller und besser ohne Prozessschutz“ (Punkt 86 Zusammenfassung Gutachten)! Herr Waldenspuhl selbst gibt die Zeit, die es ohne Eingriffe des Menschen dauern würde, bis man wieder einen „richtigen Urwald“ hat, mit 600 bis 800 Jahre an!

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.hausach-und-es-werde-urwald.1698c5e8-9454-42e0-953f-5124439f682f.html?redirectToMobile=false
„Um einen Urwald zu bekommen, müssten wir circa 600 Jahre warten“, antwortete Waldenspuhl auf die Frage, wie lange der Wald bräuchte um wieder „ursprünglich“ zu sein.

Eingeschleppte Arten
Haben sich die „Natur Natur sein lassen“-Ideologen, wie z. B. Herr Baumann (Nabu), eigentlich schon Gedanken darüber gemacht, was es in letzter Konsequenz bedeutet, wenn sich invasive Neophyten wie z.B. Springkraut, Riesenbärenklau, Ambrosia … breit machen? Hat er sich wirklich schon Gedanken darüber gemacht, was es für manchen Tierarten (z.B. Auerhuhn) bedeutet, wenn sich Beutegreifer oder Gelegeräuber ungehindert vermehren? Eigentlich kann man dies kaum glauben. Wenn man nachfolgende Aussagen von ihm liest, bekommt man allerdings ernsthafte Zweifel an seiner fachlichen Kompetenz!
So sagte Herr Baumann: „…wenn der Mensch nicht mehr eingreifen darf, darf er auch nicht mehr beurteilen, was gut und was schlecht ist. Wenn Tierarten aussterben würden, sei das so. Und wenn der Borkenkäfer sich ausbreiten würde, sei das eben auch so…“ http://www.taz.de/!88980/

Wir dürfen also nicht beurteilen ob ein Nationalpark gut oder schlecht ist, aber unsere nachhaltig bewirtschafteten Plenterwälder, in denen wir bereits jetzt eine überdurchschnittliche Artenvielfalt und Lebensraumvielfalt (siehe Gutachten) haben, darf von den BUND-, Nabu- und sonstigen Ideologen schlecht geredet werden! Herrn Baumanns Aussage steht auch im krassen Gegensatz dazu, dass z. B. das Auerwild auf jeden Fall geschützt und seine Lebensgrundlagen erhalten werden müssen wenn es erhalten werden soll. Was diese Aussage aber auch nochmals deutlich macht, ist, dass nicht einmal die Chefideologen unter den Umweltschützern wissen, wie sich die Natur entwickeln wird! Deshalb sagte wohl auch Herr Baumann: „… ein Nationalpark ist ein unvergleichliches Freiluftlabor“ (Quelle: Informationsflyer Nabu/2011). Er übersieht dabei, dass diese Fläche, welche Herr Rösler (Grüne/Mdl, Nabu) als „kleinen Mückenschiss“ bezeichnete (Schwabo 2011), Teil unserer Heimat ist!

Eine weitere Aussage von Herrn Baumann: „… es ist irrelevant, ob es (im Nationalpark) weniger oder mehr Arten geben wird, ob die eine Art kommt und die andere ausstirbt. Alles ist erlaubt …“
http://www.gea.de/nachrichten/politik/+wir+setzen+auf+biologische+vielfalt+.3447749.htm

Wird uns nicht immer vorgegaukelt, dass wir den Nationalpark, dass wir „Natur Natur sein lassen“ für eine größere Artenvielfalt bräuchten? Wie passt diese Aussage dazu? Auf jeden Fall zeigt dieser Satz mal wieder die Widersprüchlichkeit in der Argumentation der Befürworter. Denn wie konnte man am 10.04.2013 im Schwarzwälder Boten lesen: „Der BUND fordert, dass übermäßiger Wildverbiss (im Entwicklungsnationalpark) verhindert werden müsse. Ein intelligentes Wildtiermanagement von Rehen und Hirschen soll die Erlebbarkeit von Wild für den Besucher ermöglichen. Dabei sei die Zusammenarbeit mit den Jägern auch über die Nationalparkgrenze hinaus gefragt“. Bedeutet diese Aussage, dass zukünftig außerhalb des Entwicklungsnationalparks umso mehr geschossen werden soll? Will man auf diese Weise den Schein, Natur Natur sein zu lassen, im Nationalpark wahren?

Aber was macht eigentlich Herr Baumann und Gesinnungsgenossen wenn sich z.B. der Asiatische Laubbaumbockkäfer durch den zukünftig evtl. höheren Anteil an Laubbäumen frisst? Momentan wird die Fichtendominanz angeprangert. Wer kann schon sagen, dass es mit Laubbäumen, z. B. der Buche, zukünftig weniger Probleme gibt?

Nachfolgend ein Bericht über den Asiatischen Laubholzbockkäfer
Die Larven der zu den Bockkäfern zählenden Gattung Anoplophora fressen Gänge in das Holz verschiedener Laubbaumarten. Unter ihnen ist eine Käferart besonders gefährlich: der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis), der seit 2001 vermehrt in Europa auftritt. Seine großen Fraßgänge schädigen zuerst Kronenteile und bringen innerhalb weniger Jahre schließlich ganze Bäume zum Absterben. Es besteht die Gefahr, dass sich der Käfer in Wäldern, Parkanlagen und Obstkulturen ausbreitet. Große wirtschaftliche und ökologische Schäden wären die Folge. Daher gilt der Einwanderer aus China in der Europäischen Union (EU) als meldepflichtiger Schädling und muss konsequent bekämpft werden.
Ursprünglich ist der Asiatische Laubholzbockkäfer in China, Korea, und Taiwan beheimatet. 1996 trat er seine Reise von China in die USA an. Dabei nutzte er Verpackungsmaterial aus Rohholz, vermutlich Paletten, als Transportmittel. In den Parkanlagen und Alleen von New York, Illinois, Chicago und New Jersey verursachte er Millionenschäden. In Europa wurde der Asiatische Käfer 2001 zum ersten Mal in Österreich entdeckt. Auch dort ist er wahrscheinlich in Holz aus China eingereist. Das war aber erst der Anfang: In der Folgezeit befiel er Bäume in Frankreich, Deutschland und Italien. Im Juli 2011 entdeckten aufmerksame Beobachter den Bockkäfer erneut in Deutschland nahe der Schweizer Grenze. Egal ob Ahorn, Pappel, Weide, Rosskastanie, Birke, Platane, Buche oder Obstbaum, kaum ein Laubbaum ist vor ihm sicher. In seiner Heimat besitzt der Käfer ein Wirtsspektrum von etwa hundert Gehölzarten. Er lässt sich nicht nur geschwächte, sondern auch kerngesunde Bäume schmecken.
http://www.iva.de/profil-online/umwelt-verbraucher/gefaehrlicher-einwanderer-der-asiatische-laubholzbockkaefer-schaedigt-laubbaeume?print=1

Auch bei anderen Laubbäumen haben wir bereits jetzt massive Probleme. Man denke nur an das Ulmensterben oder, ganz aktuell, an die massive Gefährdung unserer Eschen. Nachfolgend ein Bericht dazu: Sein Panzer glänzt smaragdgrün. Sein schmaler Körper ist kaum 15 Millimeter lang. Doch der Ruf, der ihm vorauseilt, ist beängstigend: „Er ist in die USA eingeschleppt worden, dort sind zig Millionen Eschen abgestorben“, klagt Thomas Schröder vom Julius-Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig, der Bundesforschungsanstalt für Kulturpflanzen. Der Forstwissenschaftler spricht vom Japanischen Eschenprachtkäfer. Und das mit echter Sorge. Denn das Insekt droht nun auch zum Totengräber der hiesigen Esche zu werden. Die Esche hat es auch so schon schwer genug: Dem drittwichtigsten Forstbaum nach Buche und Eiche setzt ein Pilz-Parasit schwer zu – neun von zehn Eschen, die das (ebenfalls aus Asien stammende) Falsche Weiße Stengelbecherchen heimsucht, erkranken schwer oder sterben ganz ab. „Wenn dieser Prachtkäfer zu uns käme, könnte das tatsächlich zum Aussterben der Esche führen“, fürchtet der Biologe und Forstpathologe Berthold Metzler von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg. Dabei habe die Esche als „Hoffnungsträger und Zukunftsbaum“ gegolten, der mit der Klimaerwärmung gut klarkomme.

Größere Bestände der Esskastanie, einer weiteren wärmetoleranten Baumart existieren im Südwesten Deutschlands. Auch sie galt Experten wie Berthold Metzler „eigentlich als Baumart, die im Zuge des Klimawandels eine positive Rolle spielen könnte“. Doch unter den Esskastanien breitet sich ein exotischer Pilz aus, der „Rindenkrebs“ auslöst und die Nutzung von Stammholz stark einschränkt. Und jetzt kommt auch noch – wie bei der Esche – ein neuer Schädling hinzu. Und der hat die Türschwelle bereits überschritten! Im Juni 2013 wurde im Raum Mannheim erstmals die Japanische Esskastanien-Gallwespe nachgewiesen, auch sie ein Quarantäne-Organismus, der sich nun im Gebiet ausbreitet. Laut Forstpathologe Metzler „schwächt die Gallwespe die Kastanie zusätzlich und trägt dazu bei, dass der Rindenkrebs sich weiter ausbreitet“.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/forstbaumsterben-esche-in-gefahr-a-987586.html

Man kann nur hoffen, dass dieses Schreckensszenarien, welche man hier befürchtet, nicht Wirklichkeit werden. Wenn man sich in diesem Zusammenhang allerdings die Aussage von Herrn Waldenspuhl vergegenwärtigt, dann kann es einem nur Angst und Bange werden. Denn wie sagte er über den Nationalpark: „In großflächigen Prozessschutzgebieten gibt es eigentlich keine Katastrophen, da der Schutz des Prozesses Schutzzweck ist“. (06.09.2013 / Schwabo).

Die ursprünglichen Anbauempfehlungen für Esche und Esskastanie sind übrigens inzwischen wieder zurückgenommen worden, die vermeintlichen „Zukunftsbäume“ damit praktisch ausgefallen.

Den Wald klimafest zu machen, wird immer schwieriger!

Man kann sich übrigens auch des Eindrucks nicht erwehren, dass die Menschen, je urbaner sie wohnen, je weniger sie in, mit und von der Natur leben, desto mehr sind sie für einen Nationalpark (wahrscheinlich sind sie aber nicht einmal dort in der Mehrheit). Wobei die Vorstellungen sehr oft romantisch verklärt sind und mit der Realität nichts zu tun haben. Natur Natur sein lassen, wie es auch unsere Landesregierung immer wieder gebetsmühlenartig vorträgt wird nicht funktionieren! Eigentlich wissen dies auch alle Verantwortlichen (inkl. Herrn Waldenspuhl). Warum sonst, steht im Gutachten: „Waldumbau funktioniert besser ohne Prozessschutz“? Warum sonst will man weiterhin die Grinden pflegen, freihalten? Warum sonst sagte Prof. Bauhus im Landtag in Stuttgart: „Der Verbiss der Verjüngung ist das größte Hemmnis zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel“? Warum sonst will man ein „Wildtiermanagement“?

Bei einer Grindepflegaktion im Nationalpark im September 2013 bedankte sich übrigens der stellvertretende Landrat des LKR FDS, Klaus-Ulrich Röber – ein Befürworter des NLP, bei den Helfern mit den Worten (Schwabo 22.09.2014): „Er danke allen, die die Natur in Takt halten“. Wie verträgt sich die Aussage „die Natur in Takt halten“ mit „Natur Natur sein lassen“? Anscheinend sind pflegende Eingriffe auch für diese Befürworter alternativlos! Übrigens: Man will die „Grinden eventuell sogar vergrößern“, also noch mehr eingreifen, auf diesen Flächen im NLP noch mehr die Landschaft gestalten als bisher!

Ohne den Entwicklungsnationalpark Nordschwarzwald gibt es übrigens in Deutschland derzeit 14 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von 1,03 Mio. ha, die nach BNatSchG § 24 ausgewiesen sind. Die Nationalparks nehmen 0,54 % der terrestrischen Landesfläche ein und unter Einbeziehung der geschützten Wasser- und Wattflächen ca. 2,7 % der Bundesfläche.
http://m.schuelerlexikon.de/bio_abi2011/Schutzgebiete.htm (Seite nicht mehr aufrufbar)

In keinem der bestehenden Nationalparks lässt man wirklich „Natur Natur sein“! Auch angesichts dieser Faktenlage ist es pure Heuchelei, wenn man den Menschen vorgaukelt, dass man im (Entwicklungs-)Nationalpark Nordschwarzwald „Natur Natur sein lassen“ würde/könnte!

Trotzdem wird sowohl hier als auch bei den weiteren Nationalparkplanungen, z.B. Rheinland-Pfalz, Steigerwald, Ammergebirge …, mit den gleichen falschen Versprechungen Werbung für weitere Nationalparks gemacht!