Der Kreis Freudenstadt, dessen Landrat Herr Rückert ist, ist der Kreis, welcher am stärksten vom Entwicklungsnationalpark Nordschwarzwald betroffen ist. Ca. 60% der Nationalparkfläche liegen auf der Gemarkung der Gemeinde Baiersbronn. Es war deshalb nur logisch, dass in der betroffenen Gemeinde Baiersbronn (mit Ortsteilen / Dörfern / Weilern: Friedrichstal, Huzenbach, Klosterreichenbach, Mitteltal, Obertal, Röt, Tonbach, Schwarzenberg, Schönmünzach, Heselbach, Reichenbacher Höfe, Buhlbach, Schönegründ, Schönmünz…), der Stadt Freudenstadt (mit Ortsteilen/Dörfern: Dietersweiler, Grüntal, Igelsberg, Untermusbach, Obermusbach, Wittlensweiler, Christophstal, Kniebis, Frutenhof, Zwieselberg) und in der Gemeinde Seewald (mit Ortsteilen/Dörfern: Besenfeld, Erzgrube, Göttelfingen, Hochdorf, Schernbach + div. Weiler) Abstimmungen durchgeführt wurden.

Die Ergebnisse waren folgende:
Baiersbronn 78% Ablehnung, Wahlbeteiligung 67,9%
Freudenstadt 67,5 % Ablehnung, Wahlbeteiligung 49,4%
Seewald 86,8% Ablehnung, Wahlbeteiligung 71,6%

Nun besteht der Kreis FDS zwar nicht nur aus diesen drei Gemeinden, wir Gegner sind uns aber sicher, dass auch in den anderen Orten, wie z. B. Alpirsbach, Dornstetten, Schopfloch… ein ebenso deutlich ablehnendes Votum zustande gekommen wäre.

Außerdem gab es im Kreis Freudenstadt, in der Partei von Herr Rückert, eine Befragung der CDU-Mitglieder, Ergebnis: 80,4% Ablehnung. Eine überregionale Befragung der Leser durch den Schwarzwälder Boten ergab eine Ablehnung von 85,6%. Eine TED-Befragung durch den SWR (März 2013) ergab eine Ablehnung von ca. 60%, der Regionalverband Nordschwarzwald lehnte den Nationalpark ebenfalls ab.

Vor allem gab es aber auch noch einen ablehnenden Kreistagsbeschluss, welchen Herr Rückert nachdrücklich vertreten, welchen er hätte umsetzen müssen!

Auch wenn Herr Rückert privat eine Pro-Einstellung hat, ist es absolut unverständlich, wie man als Repräsentant des Kreises Freudenstadt die Abstimmungsergebnisse so ignorieren kann, den Willen der Bevölkerung, des Souveräns, so mit Füßen treten kann. Offensichtlich ist es für ihn in keinster Weise relevant, was wir Bürger denken und wie wir uns entschieden haben. Für uns Bürger ist sein Handeln wie ein Schlag ins Gesicht.

Anstatt dass sich Herr Rückert dafür eingesetzt hätte, dass die Landesregierung das Bürgervotum akzeptiert und sich an ihre Zusagen/Versprechen hält, wie es seine Aufgabe wäre, fiel er sogar seiner Partei, die endlich, spät genug, genau dies einforderte, noch mit diversen Äußerungen in den Rücken!

Welche grundsätzliche Einstellung Herr Rückert hat, zeigt sich auch in nachfolgenden Aussagen von ihm. So sagte er (Schwabo, 12.12.2013): „wenn ich als Landrat mehr Vorteile als Nachteile in dem Projekt sehe, werde ich mich auch dafür aussprechen“.

Mit diesem Satz kommt für jeden sichtbar der wahre Rückert zum Vorschein. Herr Rückert hat offensichtlich noch nicht realisiert, dass er kein Regionalfürst ist, der nach eigenem Gutdünken (ich…ich…) herrschen kann, sondern dass er z. B. an das Votum des Kreistages gebunden ist. Dazu sagte er: “…als Landrat ist es natürlich meine Aufgabe, den (ablehnenden) Kreistagsbeschluss umzusetzen …aber: „die Anträge des Kreistages zum Gesetzesentwurf … seien für ihn Grundlage, an dem Thema konstruktiv-kritisch mitzuarbeiten“ (Schwabo 24.8.2013) Das mit dem „kritisch“ kann man getrost in Frage stellen! Und dass er entgegen des Kreistagsbeschlusses handelt, dürfte jedem klar sein. Denn wie sagte er zwei Monate später (Schwabo 30.10.2013): „meine Mitarbeiter und ich, haben mit unserem Fachwissen engagiert in den bisherigen Arbeitskreisen zum Nationalpark mitgearbeitet“.

Herr Rückert hat anscheinend bis heute nicht verstanden, dass ein Landrat der erste Diener(!) der Bürger im Kreis ist. Alles andere, auch seine persönliche Einstellung zu dem Thema oder evtl. Eigeninteressen (Vorsitzender des Nationalparkrats), müssen für ihn irrelevant sein, solange sie nicht gegen geltendes Recht verstoßen. Wenn ein Landrat gegen den erklärten Willen „seiner“ Bürger handelt und auch den Kreistagsbeschluss zumindest relativiert, wenn nicht gar ignoriert, dann ist er für diesen Posten nicht geeignet!
Ob Herr Kretschmann wohl auch an Herrn Rückert gedacht hat, als er über den „Floh der Besserwisserei“ gesprochen hat, den es bei den Behörden geben würde?

Übrigens: Wenn Interna aus einer nichtöffentlichen Kreistagssitzung nach außen dringen, dann ist Herr Rückert „empört“, sieht darin „eine Gefahr für die Demokratie“ und „rügt das Gremium heftig“ (Schwabo 09.05.2014). Die im Mai 2014 neu gewählten 39 Kreistagsmitglieder wurden gleich in der ersten Sitzung, bei ihrer feierlichen Verpflichtung von Herrn Rückert an ihre Verschwiegenheitspflicht erinnert, verbunden mit der Drohung, dass „solch ein Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht kein Kavaliersdelikt sei. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er beim geringsten Anhaltspunkt ohne Ansehen der Person der Sache nachgehen und alle gesetzlichen Möglichkeiten ausschöpfen werde“. (Schwabo 15.07.2014)

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.freudenstadt-gemeinsames-ringen-um-die-besten-ideen.1b4cd917-abae-4bb7-8ea7-d29d53265b52.html

Wenn aber er, mit seinem Ignorieren des Bürgerwillens und mit seinem Umgang mit dem Kreistagsbeschluss, die Politikverdrossenheit massiv fördert, ist dies für ihn allem Anschein nach keine Gefahr für die Demokratie!

Des Weiteren halten sich bis heute hartnäckig Gerüchte, dass das Recht auf eine eigene Meinung, welches Herr Rückert für sich selber reklamiert, dass er dieses Recht z. B. den Forstbediensteten, die den Nationalpark ablehnen, nicht zugesteht. Es wird, so wird gemunkelt, Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber/dem Dienstherren gefordert – aber vielleicht könnte Herr Rückert dazu mehr sagen!? Ein Grundsatz von ihm, den er bei einer Besprechung zum Thema NLP bereits im Juli 2011(!) gesagt hat lautet: „Ober sticht Unter“. Unter diesem Leitspruch stand wohl sein ganzes Handeln. Dies dürfte auch mit der Grund dafür gewesen sein, dass sich FDIr Cranacher vom Kreisforstamt schon damals nicht zu diesem Thema äußern wollte. Zitat: „Er (Cranacher) sei weisungsgebundener Beamter und seine persönliche Meinung sei bedeutungslos“.

Scherzfrage: Was versteht ein Chef unter Meinungsaustausch? – Wenn ich mit meiner Meinung zu ihm gehe und mit seiner wiederkomme … und wenn dies nicht funktioniert, verpassen eben manche Arbeitgeber ihren Angestellten Maulkörbe …

Die logische Konsequenz aus solch einem selbstherrlichen Verhalten ist nun natürlich auch, dass man Alternativen, Kompromisse, so wie sie nun von Teilen der CDU gemeinsam mit engagierten Bürgern entwickelt werden, rundweg ablehnt, solch ein “Konzept für nicht zielführend hält“ und damit der CDU, seiner Partei, in den Rücken fällt. Wahrscheinlich ist er auch beleidigt darüber, dass er als Landrat nicht zu den entsprechenden Gesprächen mit der CDU eingeladen wurde. Denn wie sagte Herr Rückert: „… wenn man einen Bürgernationalpark entwickeln will, sollte man auch die Vertreter der betroffenen Kommunen einladen …“ (Schwabo /21.11.2013).

Dass Herr Rückert zu keinem Zeitpunkt den Versuch gemacht hat, den Willen der Mehrheit „seiner“ Bürger umzusetzen, dass er schon immer das genaue Gegenteil getan hat, kann man auch der Aussage von Herrn Bonde entnehmen, die dieser im Januar 2014 gemacht hat (Schwabo 24.01.2014): „…der Nationalparkrat erhalte …mit Rückert einen Vorsitzenden, der sich schon früh für den Nationalpark eingesetzt hat…“

Dies können wir bestätigen.
Schon bei der Vorstellung des Gutachtens sagte Herr Rückert, dass „seine ganzen Fachleute von den Vorteilen eines Nationalparks überzeugt sind“ – und dies obwohl ihm zu diesem Zeitpunkt, laut Leserbrief, bereits das Positionspapier der Förster (siehe Anlage) vorlag! War dies nur Vergesslichkeit oder eine bewusste Falschaussage? Was würde er wohl sagen und tun, wenn er von einem Mitarbeiter/in „seines“ Landratsamtes solch eine, von den Fakten abweichende, Aussage zu hören bekäme. Aber diese Vorgehensweise hat ihn offensichtlich prädestiniert für den Posten eines Nationalparkratchefs.

In der Stuttgarter Zeitung konnte man am 23.01.2014 lesen, dass „Herr Rückert zuversichtlich ist, dass nun mit Offenheit, Transparenz und guter Arbeit die Menschen überzeugt werden könnten“. In der Realität ist es aber so, dass der Nationalparkrat, dessen Vorsitzender Herr Rückert ist, grundsätzlich nichtöffentlich tagt. Sogar den Antrag, zumindest die eine Sitzung des NLP-Rates, in der dieser über die wichtige Frage der Gebietsgliederung entschieden hat, öffentlich abzuhalten, verweigerte Herr Rückert (Schwabo 26.11.2014). Der Haushaltsplan wird nicht veröffentlicht. Wir Steuerzahler dürfen Millionenbeträge für den Entwicklungsnationalpark zahlen, das Recht, zu wissen, was im Einzelnen mit unseren Steuergeldern passiert, wird uns aber vorenthalten.

Merke: Forderungen von Bürgern „Offenheit und Transparenz“ auch zu leben und nicht nur davon zu schwafeln, werden, auch von Herrn Rückert, abgelehnt!
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.nationalparkrat-nimmt-arbeit-auf-aufbruchstimmung-am-ruhestein.aa8a701c-b8db-495d-a453-d20faa67aaeb.html

Wenn er nun meint, dass es eine „Herkulesaufgabe wäre die Kritiker zu überzeugen“ (Schwabo 24.01.2014) so kann man ihm getrost sagen: Dies ist eine Untertreibung!