istock.com © Illya_VinogradovDer Großteil der Nationalparkkritiker ist sehr entspannt.

Unser Verein hat zwischen September 2011 und November 2013 über 33.000 Unterschriften gegen das ideologisch getriebene Prestigeobjekt Nationalpark Schwarzwald gesammelt. In Bürgerbefragungen der betroffenen und angrenzenden Suchraumgemeinden wurde das Projekt bei einer hohen Wahlbeteiligung von über 80% der Bürgerinnen und Bürgern abgelehnt. Der Nationalpark  Schwarzwald wurde letztendlich auf Basis des Täuschens, Diktierens und Ignorierens der Region mit einer „0-Options-Strategie“ übergestülpt. Das Vertrauen der Menschen vor Ort in dieses Projekt wurde so irreparabel zerstört.

Sowohl die Nationalparkverantwortlichen als auch die  Mandatsträger reden sich eine „Friede-Freude-Eierkuchensituation“ herbei, da unsere Kritik derzeit nicht mehr so laut und offensichtlich ist, wie während der über zwei Jahre dauernden Einrichtungsphase. Es wäre zu einfach, daraus den Rückschluss zu ziehen, dass sich die Menschen in der Region in ihr Schicksal fügen und den Nationalpark jetzt unterstützen.

Minster Bonde, Nationalparkverantwortliche wie Schlund und Waldenspuhl, Ratsvorsitzender Rückert und Co. sitzen auf dem Präsentierteller und stehen unter enormen Druck: Immer wieder haben sie geschwärmt und vielerorts im Vorfeld prosperierenden Tourismus, Geld für Infrastrukturprojekte, keine Borkenkäferkalamitäten (O-Ton: „Das was im bayerischen Wald passiert ist, wird im Nordschwarzwald nie passieren!“), Urwälder wie im Amazonas, etc., öffentlich versprochen.

Aber nach kürzester Zeit hält die harte Realität Einzug – noch bevor der Nationalpark offiziell mit viel TamTam eröffnet. Das Credo lautet heute frei nach Minister Bonde: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“.  Mit Macht wird medial relativiert: „Der Borkenkäfer kommt doch“, „Urwälder haben wir in 600 Jahren“, „Der Nationalpark wird nicht den touristischen Mehrwert bringen“, etc. Die Masken fallen.

Das Gute ist – die Uhr tickt. Und wir werden weiter ganz genau hinschauen. Nichts bleibt verborgen. Wir sehen, hören und registrieren alles: jeden Fehltritt, jedes nicht eingehaltene Versprechen, jede falsche Entscheidung, die auf Kosten unserer Heimat geht!

Wir Kritiker sind nicht nur entspannt sondern auch geduldig. Und Gott sei Dank gibt es ein demokratisches Regulativ, dem wir mit Vorfreude entgegensehen. Die Hoffnung, dass es doch eine Politik des Gehörtwerdens gibt, haben wir nicht aufgeben. Wir sind uns sicher, dass die ideologisch geprägte grün-rote Gesinnungspolitik in Baden Württemberg nur eine temporäre Zeitgeisterscheinung ist. Und wir gehen davon aus, dass die Wählerinnen und Wähler dies bei der Landtagswahl 2016 bestätigen werden.

Wenn die künftige Landesregierung bereit ist, Korrekturen und Anpassungen des abstrusen Nationalparkgesetzes vorzunehmen, werden wir dies mittragen. Das bedingt, dass beim Naturschutz und der Entwicklung der Region niemand ausgegrenzt, sondern alle Betroffenen aktiv eingebunden werden.