schwarzwaldDie Grün-Rote Landesregierung wäre in der Pflicht gewesen, die Idee für die Einrichtung eines Nationalparks hier im Nordschwarzwald mit viel Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und vor allem Zeit in den Köpfen der Menschen reifen zu lassen. Denn hier geht es nicht um den Bau einer Bahntrasse oder die Errichtung von Windkraftanlagen! Es geht vielmehr darum, eine traditionelle, von Menschen geprägte, gehegte und vor allem geliebte Waldlandschaft für viele Jahrhunderte zu verändern. Deshalb tragen sowohl die Initiatoren als auch die Betroffenen vor Ort eine große Verantwortung insbesondere gegenüber den nachfolgenden Generationen. Dieser Verantwortung hat sich die Grün-Rote Landesregierung nie gestellt.

Seit über zwei Jahren predigt man beim Thema Nationalpark Wein und liefert fauliges Wasser. Unbeeindruckt von den eindeutigen Ergebnissen der regionalen Bürgerbefragungen, unbeeindruckt von den Protesten der Region und unbeeindruckt von den großen Risiken und unkalkulierbaren Kosten wird auf Gedeih und Verderb nichts anderes als ein ideologisches Prestigeobjekt via Gesetz beschlossen. Der Zorn der Bürgerinnen und Bürger steigt. Die emotionalen Gräben in der Region sind schon heute schier unüberbrückbar. Gleichzeitig konterkarieren Frustration und Ohnmacht die ohnehin angespannte Situation hier vor Ort. All dies lässt die Verantwortlichen kalt. Man bleibt dem Motto der ersten Stunde treu, die Menschen zu täuschen, deren Bedenken zu ignorieren und kompromisslos der Region die eigene Position zu diktieren.

Deshalb muss aus Sicht des Vereins Unser Nordschwarzwald e. V. dem Vorschlag der CDU, gemeinsam mit Bürger/innen und Experten aus der Region über einen „Bürgernationalpark“ nachzudenken, entsprechende Aufmerksamkeit entgegen gebracht werden.

Denn gelingt es, ein dynamisches, mit Vernunft und Bedacht auf Naturschutz, Wirtschaftlichkeit und Bürgerakzeptanz gestaltetes Alternativkonzept zu entwickeln, könnte man zusammen mit allen Beteiligten für ein optimales Gelingen sorgen. Leider mit etwas zeitlichem Versatz, da anzunehmen ist, dass die derzeitige Landesregierung „ihren“ Nationalpark via Gesetz beschließt.

Das spielt aber, mit Blick auf das vorprogrammierte finanzielle und organisatorische Desaster seitens der Nationalparkverantwortlichen, keine Rolle. Bis zur Landtagswahl 2016 wird auf der ausgewiesenen Nationalparkfläche kaum etwas Signifikantes passieren, was nicht justiert, bzw. revidiert werden könnte. Kommt die CDU zurück in Regierungsverantwortung, sollten deshalb Anpassungen und Korrekturen am dann bestehenden Nationalparkgesetz der Grün-Roten Landesregierung möglich sein.

Aus diesem Grund  ist der Verein Unser Nordschwarzwald e. V. im Rahmen seiner Möglichkeiten gerne bereit, für den „Rückenwind“ zu sorgen, den die CDU benötigt, um einen „Bürgernationalpark“ erfolgreich zu gestalten.

Dies heißt konkret: Der Vorstand des Vereins Unser Nordschwarzwald e. V. unterstützt das Vorhaben der CDU, ein Konzept für einen „Bürgernationalpark“ zu entwickeln und empfiehlt sowohl seinen Mitgliedern als auch der Region, die CDU bestmöglich bei diesem Vorhaben zu unterstützen. Ferner ist der Verein gerne bereit, an diesem Konzept konstruktiv mitzuarbeiten.

Wir sehen bei dieser Unterstützung, der Empfehlung und der Bereitschaft zur Mitarbeit keinen Widerspruch zu unserer bisherigen Position. Von Anbeginn der Nationalparkdiskussion haben wir die Einrichtung eines Entwicklungsnationalparks nach Vorstellungen der Grün-Roten Landesregierung hier im Nordschwarzwald aus o. g. Gründen abgelehnt und halten auch weiterhin an dieser Ablehnung fest. Uns ging und geht es ausschließlich darum, dass sowohl die Natur als auch die Menschen gleichberechtigt als Gewinner aus diesem Prozess hervorgehen. Ökologische Selbstbefriedigung als Mittel zum Zweck erscheint uns dubios und verwerflich!

Wir sind optimistisch, dass es der CDU durch die ehrliche Einbindung der Bürgerinnen und Bürgern gelingen kann, die Region zu einen und dass sie in der Lage ist, ein intelligentes Bürgernationalparkkonzept zu entwickeln! Im Interesse unseres Nordschwarzwalds.