fragenEinem von der Leine gelassenem Terrier gleich beißt der verantwortliche Minister wild um sich, sobald sich irgend jemand kritisch zu seinem Prestigeobjekt „Nationalpark“ äußert. Dabei scheint er nicht zu merken, dass das Eis, auf dem er steht, immer dünner wird. Hatte nicht unlängst sein Sprecher in den Medien verlautbart, dass sich vier von sieben Nationalparkgemeinden – Baden-Baden, Bühl, Seebach und Ottenhöfen – DEUTLICH – (Wiederholung) – DEUTLICH – für den Nationalpark ausgesprochen haben? Mit dieser Aussage lässt sich vielleicht seine ideologisch indoktrinierte Gefolgschaft einlullen, aber nicht die demokratisch mündigen Bürgerinnen und Bürger.

Zur Erinnerung: Die o. g. „Propagandagemeinden“ sind mit zirka 7% Flächenanteil am geplanten Nationalpark beteiligt. Im Gegensatz dazu sind Forbach, Baiersbronn und Oppenau,  mit 93%! ihrer Gemarkungsfläche vom Nationalpark betroffen. Wie will Bonde eigentlich glaubhaft argumentieren, dass sich Baden-Baden, Bühl, Seebach und Ottenhöfen DEUTLICH für einen Nationalpark ausgesprochen haben? Denn diese Zustimmung erfolgte ausschließlich durch Gemeinderatsbeschlüsse die obendrein an kaum erfüllbare wirtschaftliche Forderungen an die Landesregierung geknüpft sind. Allein diese Forderungen machen deutlich, daß weder die Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner (Baden-Baden) und Hubert Schnurr (Bühl) noch die Bürgermeister Reinhard Schmälzle (Seebach) und Hans-Jürgen Decker(Ottenhöfen) Gutmenschen sind, deren Herz uneingeschränkt für den Nationalpark schlägt. Vielmehr versucht man mit Kalkül und Finesse das Bonde-Dilemma der fehlenden Aktzeptanz geschickt zum eigenen Vorteil auszunutzen. Verdenken kann man ihnen das nicht.

Übel ist allerdings, dass diese Herren, gestützt von zum Teil uninformierten Gemeinderäten, grob fahrlässig eine Generationenentscheidung mit weit reichenden Konsequenzen über die Köpfe „ihrer“ Bürgerinnen und Bürger hinweg getroffen haben.

Wir schlagen deshalb den Herren Gerstner, Schnurr, Schmälzle, Decker und den erwähnten Gemeinderäten vor, ihre Entscheidung Pro-Nationalpark in Frage zu stellen und umgehend in ihren Städten und Gemeinden Bürgerbefragungen nachzuholen.

So würde zum einen objektive Klarheit über das vorherrschende Meinungsbild auf der badischen Seite geschaffen werden, zum anderen würde dem demokratischen Anstand Rechnung getragen, den Minister Bonde bedauerlicher Weise immer mehr vermissen lässt. Indem er allerdings diesen Vorschlag unterstützt, würde er uns Lügen strafen und die von ihm propagierte Politik des Gehörtwerdens wäre mehr als politische Phrasendrescherei! Man darf gespannt sein!