Dokumentation: Arm durch Tourismus am Beispiel von Garmisch-Partenkirchen

leere TaschenBesonders laut tönt es gebetsmühlenartig nicht nur von den baiersbronner Nationalparkbefürwortern Friederike Schneider oder  Jochen Rothfuss,  dass ihre Heimatgemeinde einer der großer Profiteure des geplanten Nationalparks ist. Auch die Landräte Scherer und Rückert haben offensichtlich ihren Verstand gegen die nach wie vor substanzlosen Versprechungen des Tourismusministers Bonde eingetauscht.

Die Journalisten Johannes Höflich und Jo Angerer zeichnen in ihrer Dokumentation ein Bild, das zum Nachdenken, wenn nicht gar zum Umdenken anregen müsste. Aber das scheint sowohl für den baiersbronner Bürgermeister Michael Ruf als auch für seinen Tourismuschef Patrik Schreib nicht ganz einfach zu sein. Wir werden den Eindruck nicht los, dass man sich bereits mit dem „Schicksal“ abgefunden hat und nun gemäß dem Motto „Augen zu und durch“ agiert.

Schon deshalb empfehlen wir sich diese Doku genau anzuschauen. Nicht dass es in ein paar Jahren heißt: Baiersbronn – abgezockt!

Und jetzt zur Doku!

Einführung ins Thema: Garmisch-Partenkirchen, Alpenstädtchen: 27.000 Einwohner, hunderte Hotels, Pensionen, Restaurants, Bars, Geschäfte sowie eine Spielbank und ein Kongresszentrum. Über 1,3 Millionen Übernachtungen zählt man in Garmisch Jahr für Jahr. Dazu rund fünf Millionen Tagesgäste. Im Winter locken 60 Kilometer Skipiste, größtenteils künstlich beschneit, und Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze. Im Sommer zieht die herrliche Bergwelt die Gäste an.

Garmisch-Partenkirchen, ein Alpenwahn: Bekannt sind die ökologischen Konsequenzen: kahle und schlammige Skihänge im Sommer. Doch eine wichtige Folge des Alpenwahns ist unbekannt: zunehmende Armut. Fast 20 Prozent aller Haushalte in Garmisch leben von weniger als 1.100 Euro im Monat. Das sind doppelt so viele wie im restlichen Bayern. Die meisten Saisonkräfte im Hotel- und Gaststättengewerbe arbeiten zum Billiglohn – von wegen Goldgrube Tourismus.

Durch Garmisch geht ein Riss: Die einen wollen ihren Ort, die Heimat und den sozialen Zusammenhalt bewahren. Die anderen wollen immer mehr Gäste. Vielen alteingesessenen Bergbauern, Originale im Trachtenjanker, „stinkt’s“. Sie fordern ein radikales Umdenken in Sachen Tourismus. (Quelle: wdr)

Damit niemand sagen kann er habe von nicht gewusst!

Unbedingt anschauen: http://www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraege/2013/0701/alpen.jsp